Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/news/wettbewerb-doom-deathmach-nur-fuer-ki-krieger-1604-120502.html    Veröffentlicht: 22.04.2016 15:19    Kurz-URL: https://glm.io/120502

Wettbewerb

Doom Deathmatch nur für KI-Krieger

Ausschließlich computergesteuerte Spielfiguren dürfen im Deathmatch-Modus von Doom bei einem Wettbewerb antreten. Die Veranstalter schlagen Deep-Learning-Methoden vor - aber im Grunde sind alle Mittel erlaubt.

Den Kampf zwischen Alpha Go und Lee Sedol hat die Künstliche Intelligenz ziemlich eindrucksvoll für sich entschieden, da naht schon die nächste Herausforderung für KI-Forscher und -Programmierer: Nicht im Brettspiel Go, sondern im Actionspiel Doom - gemeint ist der Klassiker von id Software aus dem Jahr 1993. Auf der Tagung IEEE Computational Intelligence and Games Conference 16, die Ende September 2016 in Griechenland stattfindet, wird es einen Wettbewerb namens Visual Doom AI Competition geben.

Darin sollen Programmierer ihre von Algorithmen gesteuerten KI gegeneinander antreten lassen. Wer die meisten Abschüsse schafft, hat gewonnen. Entscheidend dabei ist, dass es nicht um Bots geht, wie sie sonst im Multiplayermodus mitmachen. Die KI-Krieger des Wettbewerbs haben keinen Zugriff auf Programmdaten. Sie verfügen nur über die Informationen, die auch ein menschlicher Spieler hat.

Herausforderung "Nicht in die Lava fallen"

Für die meisten Teilnehmer dürfte schon die Navigation eine Herausforderung sein. Dann aber auch noch Jagd auf die Gegner zu machen, die Waffen sinnvoll einzusetzen und vielleicht sogar feindlichen Schüssen auszuweichen, dürfte die Teams vor enorme Herausforderungen stellen.

Die Veranstalter der Visual Doom AI Competition schlagen vor, dass die Teilnehmer auf Methoden des Deep Learning zurückgreifen - aber wer will, kann auch ein beliebiges anderes Verfahren wählen. Zur Steuerung der KI muss jeder Teilnehmer einen handelsüblichen PC mit vorgegebenen Spezifikationen verwenden, auf dem entweder Windows oder Ubuntu Linux 15.04 läuft.

Im Wettbewerb müssen sich die KI-Kämpfer in zwei unterschiedlichen Situationen bewähren. Einmal spielen sie in einer vorher bekannten Map - was ihren Programmierern erlaubt, zumindest die Navigation vorher zu üben. Die einzige Waffe ist der Raketenwerfer, zum Sammeln gibt es nur Munition und Medkits.

Im zweiten Modus müssen die "künstlichen" Spieler auf einer vorher unbekannten Karte antreten, zusätzlich gibt es mehr Waffen und Ausrüstungsgegenstände - was die Anforderungen an die Algorithmen weiter in die Höhe schraubt.  (ps)


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