Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/news/elektroautos-bmw-verliert-fuehrende-entwickler-an-chinesisches-startup-1604-120453.html    Veröffentlicht: 20.04.2016 15:46    Kurz-URL: https://glm.io/120453

Elektroautos

BMW verliert führende Entwickler an chinesisches Startup

Ein chinesisches Unternehmen hat BMW gleich mehrere Entwickler für Elektroautos abgeworben. Hinter dem Startup stehen bekannte Namen der IT- und Elektronikbranche in Asien.

Der Automobilhersteller BMW hat mehrere Entwickler seiner Elektroautos i3 und i8 an ein chinesisches Startup verloren. Das berichtete das Wall Street Journal unter Berufung auf zwei informierte Personen. Bei dem chinesischen Unternehmen handele es sich um die Future Mobility Corp, die von den Firmen Tencent Holdings und Foxconn getragen werde, berichtete Bloomberg. Ein Sprecher von BMW bestätigte auf Anfrage von Golem.de, dass die vier genannten Mitarbeiter das Unternehmen verlassen hätten. Zu weiteren Details wollte er sich aber nicht äußern.

Den Berichten zufolge ist Carsten Breitfeld, der den i8 entwickelt haben soll, nun CEO des chinesischen Unternehmens. Die BMW-Mitarbeiter Dirk Abendroth, Benoit Jacob and Henrik Wenders sollen künftig als Vizepräsidenten für Software, Vernetzung, Design und Marketing zuständig sein. Abendroth soll die Elektroantriebe der i-Serie mitentwickelt haben, während Jacob für Design und Wenders für das Produktmanagement zuständig gewesen sein sollen. Abendroth und Wenders hätten den Wechsel zu Future Mobility bestätigt, schrieb Bloomberg.

Future Mobility will weltweit Autos verkaufen

Tencent ist das größte Internetunternehmen in China und bietet unter anderem den Messenger Tencent QQ an. Foxconn wiederum ist einer der größten Hersteller von Elektronikprodukten weltweit und wichtigster Zulieferer von Apple. Laut Bloomberg soll die Forschung und Entwicklung von Future Mobility im südchinesischen Shenzhen angesiedelt werden, wo auch Tencent seinen Firmensitz hat. Allerdings soll es auch Entwicklungsstandorte in Europa und im Silicon Valley geben. Geforscht werde zu Antrieben und zu autonomem Fahren. Future Mobility wolle nach eigenen Angaben eine "Premiummarke mit chinesischen Wurzeln und weltweiter Reichweite" aufbauen.

BMW hatte 2011 sein Elektroauto i3 auf den Markt gebracht. Der Wagen verfügt aber nur über eine Reichweite von 160 Kilometern, die bei dem kommenden Modell auf 240 Kilometer vergrößert werden soll. 2015 konnte BMW weltweit 24.057 i3 verkaufen, allerdings nur 2.271 Stück in Deutschland. In den USA lag der Absatz 2015 bei 11.024 Fahrzeugen.

Angeblich plant BMW auch ein elektrisch angetriebenes SUV. Hier hat Konkurrent Tesla mit dem Model X vorgelegt, das ein rein elektrisch betriebener Stadtgeländewagen mit Flügeltüren ist. Das BMW-SUV mit Elektroantrieb soll dem Bericht des Handelsblatts vom August 2015 zufolge im Jahr 2018 auf den Markt kommen. Technische Details gibt es noch nicht.  (fg)


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