Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/news/android-n-google-veroeffentlicht-zweite-developer-preview-1604-120315.html    Veröffentlicht: 14.04.2016 10:49    Kurz-URL: https://glm.io/120315

Android N

Google veröffentlicht zweite Developer Preview

Die neue Vorabversion von Googles Betriebssystem Android N konzentriert sich auf Fehlerkorrekturen, bringt aber auch ein paar weitere Verbesserungen. Damit wird endlich eine vielfach vermisste Funktion nachgereicht.

Wie angekündigt hat Google in diesem Monat die zweite Developer Preview seines mobilen Betriebssystems veröffentlicht. Das Update auf die aktuelle Entwicklerversion von Android N wird auch im Rahmen des Android-Beta-Programms drahtlos an die unterstützten Nexus-Geräte verteilt. Wir haben die Aktualisierung für das Pixel C und das Nexus 6P bereits erhalten, laut Google sollen das Update alle teilnehmenden Geräte ab sofort erhalten.

Alternativ dazu stehen auch aktuelle Image-Dateien von Android N für ein manuelles Update zum Herunterladen bereit. Bei einer manuellen Installation wird das Gerät auf die Werkseinstellungen zurückgesetzt. Bei der Aktualisierung über das Android-Beta-Programm bleiben alle Nutzerdaten erhalten.

Auch die zweite Developer Preview hat versteckte Neuerungen

Wie bei den Android-Entwicklerversionen üblich, listet Google auch bei der Developer Preview 2 von Android N nur einige der neuen Funktionen auf. Nicht erwähnt wird unter anderem eine Funktion, die seit langem vermisst wird: Die Übersicht über die laufenden Apps kann endlich mit einem Befehl unkompliziert bereinigt werden. Im Basis-Android fehlte eine solche Möglichkeit seit mehreren Versionen. Bisher konnte die Liste nur aufgeräumt werden, indem der Nutzer sehr mühsam einzeln App für App entfernt, denn die Liste bleibt nach einem Geräteneustart erhalten.

Darauf haben die meisten Gerätehersteller schon seit langem mit eigenen Anpassungen reagiert und diese fehlende Funktion selbst nachgebaut. Aus diesem Grund hatten viele Android-Nutzer davon nichts bemerkt. Betroffen waren vor allem die Besitzer von Nexus-Geräten. Indem Google diese vielfach vermisste Funktion in das Basis-Android einfügt, ist sichergestellt, dass die Funktion bei neuen Geräten auf jeden Fall dabei ist.

Taschenrechner über Schnelleinstellungen aufrufen

Eine weitere nicht dokumentierte Änderung betrifft die Schnelleinstellungen. Aus den Android-Schnelleinstellungen heraus kann der Nutzer bei Bedarf den eingebauten Taschenrechner aufrufen. Damit wird es einfacher, diesen mal eben zwischendurch zu starten, ohne erst groß danach suchen zu müssen.

Eine optische Änderung gibt es bei den Ordnern auf dem Android-Startbildschirm, die neu gestaltet wurden. Es gibt ein neues Symbol für geschlossene Ordner, in dem besser als bisher die ersten vier Apps zu erkennen sind. Alle weiteren im Ordner befindlichen Apps erscheinen in dem Icon nicht. In der bisherigen Staffeldarstellung konnte der Nutzer nur das erste App-Icon sicher erkennen. Ob der Nutzer weitere Icons erkennen konnte, hing vor allem von den App-Icons ab. Außerdem können Anwender bei Bedarf für den Sperrbildschirm ein anderes Hintergrundbild bestimmen als für den Startbildschirm.

Offiziell angekündigte Neuerungen in Android N

Die von Google genannten Neuerungen in der zweiten Developer Preview von Android N sind bisher nicht sichtbar. Denn in vielen Fällen müssen Entwickler ihre Apps erst anpassen, damit die neuen Funktionen verwendet werden können. App-Entwickler können neuerdings spezielle Verknüpfungen ihrer Apps auf dem Startbildschirm ablegen. Diese Spezialverknüpfungen können eine App so aufrufen, dass sie gleich einen bestimmten Bereich öffnet.

In einer Streaming-App könnte etwa ein bestimmter Film vorausgewählt sein oder eine Karten-App wird gleich mit der Routennavigation nach Hause aufgerufen. Damit kann die Bedienung deutlich vereinfacht werden, indem sich der Anwender mit speziellen Verknüpfungen einige Zeit sparen kann.

Vulkan-API wird Bestandteil von Android N

An Spieleentwickler richtet sich die Möglichkeit, auch die 3D-Rendering-API Vulkan in Android N nutzen zu können. Im Vergleich zu OpenGL ES sollen mit Vulkan bis zu zehnmal mehr Draw-Calls pro Prozessorkern errechnet werden können. Insgesamt soll das zu einer erheblichen Beschleunigung führen.

Zudem unterstützt Android N jetzt Emoji Unicode 9, das vor allem für Entwickler von Messaging-Apps hilfreich ist. Für den Mehrfenstermodus können App-Entwickler jetzt eine minimale Breite und Höhe angeben, damit das App-Fenster nicht zu klein wird. Zudem wurden einige Programmfehler für den neuen Mehrfensterbetrieb korrigiert. Außerdem soll die WLAN-Anbindung wieder funktionieren, wenn das betreffende Netzwerk verborgen ist. Insgesamt sollen viele kleinere Fehlerkorrekturen in der Developer Preview 2 vorgenommen worden sein.

Vielversprechende Neuerungen durch Android N

Golem.de hatte die erste Developer Preview von Android N getestet und war mit den bisher bekannten Verbesserungen zufrieden. Bahnbrechende Neuerungen fehlen zwar noch, aber viele dringend benötigte Funktionen werden nach langer Zeit in das Basis-Android integriert - so wie es scheint. Ganz sicher ist das noch nicht, denn es kann passieren, dass einzelne Funktionen bis zum Erscheinen der finalen Version wieder entfernt werden.

In den kommenden Monaten will Google drei weitere Vorabversionen von Android N veröffentlichen. Monatlich ist bis Juli 2016 eine neue Version geplant, bis irgendwann im dritten Quartal 2016 die fertige Version erscheinen soll.

Auch die zweite Entwicklerversion von Android N gibt es nur für aktuelle Nexus-Geräte. Dazu gehören die Smartphones Nexus 6, Nexus 5X, Nexus 6P, die Tablets Nexus 9 und Pixel C sowie die Streamingbox Nexus Player.

Android 7.0 ist die nächste Hauptversion

Alle bisherigen Android-Hauptversionen tragen als Beinamen die Bezeichnungen von Süßspeisen. Seit einiger Zeit macht sich Google einen Spaß daraus, die entsprechenden Bezeichnungen möglichst lange geheim zu halten. Da Google bei den Beinamen nach Alphabet vorgeht, steht der Anfangsbuchstabe aber schon lange vorher fest. Unsere Vorschläge für die nächste Version: Android Nerds, Android Nougat oder Android Nutella. Samsung hat kürzlich unabsichtlich die Versionsnummer der nächsten Android-Hauptversion verraten: In Samsungs Entwicklerunterlagen ist von Android 7.0 die Rede.  (ip)


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