Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/news/ard-zdf-rundfunkbeitrag-steigt-bald-erheblich-1604-120311.html    Veröffentlicht: 13.04.2016 18:41    Kurz-URL: https://glm.io/120311

ARD/ZDF

Rundfunkbeitrag dürfte langfristig deutlich steigen

Die Kommission zur Ermittlung des Finanzbedarfs der Rundfunkanstalten (KEF) will den Rundfunkbeitrag erst einmal leicht senken. In einigen Jahren sollen jedoch jährlich 229,20 Euro von jedem Haushalt verlangt werden.

Der Rundfunkbeitrag könnte ab dem Jahr 2021 auf 19,10 Euro im Monat, beziehungsweise 229,20 Euro im Jahr, steigen. Das sagte Heinz Fischer-Heidlberger, Vorsitzender der Kommission zur Ermittlung des Finanzbedarfs der Rundfunkanstalten (KEF), am 13. April 2016. Die KEF stellte in ihrem 20. Bericht für 2017 bis 2020 einen Überschuss der Rundfunkanstalten von 542,2 Millionen Euro fest. Die Kommission empfahl eine Absenkung des Rundfunkbeitrags um 30 Cent auf monatlich 17,20 Euro.

KEF-Geschäftsführer Tim Schönborn sagte Golem.de auf Anfrage: "Die Erhöhung war Gegenstand interner Beratungen mit den Ländern, und da Teil einer Szenarienrechnung der KEF anhand angenommener Parameter. Da wurde ganz grob geschaut, wo die Reise hingehen könnte. Das ist noch mit aller Vorsicht zu genießen." Heinz Fischer-Heidlberger sagte dagegen laut Medienberichten: "Es wird auf jeden Fall richtig teuer werden ab 2021." Wenn der Beitrag jetzt um 30 Cent gesenkt würde, könne der Rundfunkbeitrag dann sogar 19,40 Euro im Monat betragen.

Kosten von DAB+

Die Kommission erkannte für das Entwicklungsprojekt Digitaler Hörfunk (DAB+) bei der ARD einen Bedarf von 89,4 Millionen Euro und beim Deutschlandradio von 63,6 Millionen Euro. Bei der ARD wurde die Bedarfsanmeldung um 33,3 Millionen Euro, beim Deutschlandradio um 10,1 Millionen Euro gekürzt. Die Kommission stellte fest, dass es nicht wirtschaftlich sei, zwei Verbreitungswege für den Hörfunk über die von ARD und Deutschlandradio geplante Zeitdauer parallel zu betreiben. Der Umstieg auf das im Vergleich zu UKW kostengünstigere Digitalradio könne nicht gelingen, wenn es nicht zu klaren Festlegungen von Bund und Ländern zu DAB+ komme und ein realistischer Abschaltzeitpunkt für UKW beschlossen werde.

Im Jahr 2012 betrugen die Beitragszahlungen rund 7,5 Milliarden Euro. Durch die Umstellung auf die Haushaltsgebühr im Jahr 2014 waren es 8,3 Milliarden Euro. "4,5 Millionen Beitragskonten waren am Stichtag 31. Dezember 2014 in Mahnverfahren oder Vollstreckung", sagte Christian Greuel, Sprecher der Beitragskommunikation von ARD/ZDF/Deutschlandradio der Welt am Sonntag.  (asa)


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