Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/news/5-ghz-lte-unlicensed-kommt-zu-spaet-1604-120298.html    Veröffentlicht: 13.04.2016 11:42    Kurz-URL: https://glm.io/120298

5 GHz

LTE-Unlicensed kommt zu spät

LTE im WLAN-Spektrum dürfte kommen, aber nicht mit LTE-U. LAA (License Assisted Access) habe einen entscheidenden Vorteil, meint ein Experte.

Laut einem Experten hat LTE-U sein Zeitfenster weitgehend verpasst, weil LAA (License Assisted Access) bald einsatzbereit sein wird. Das berichtet das Onlinemagazin Networkworld unter Berufung auf den Tolaga-Research-Analysten Phil Marshall: "LTE-U könnte zum Einsatz kommen, aber nicht für sehr lange. Es ist unwahrscheinlich, dass Netzwerkbetreiber sich auf LTE-U konzentrieren, wenn LAA kurz danach kommt."

LTE-U (Unlicensed) ist im 5-GHz-Frequenzband verfügbar, wo AC-WLAN funkt, und wird hauptsächlich von Ericsson und Qualcomm vorangetrieben. Qualcomm sagte, das europäische Pendant LAA (License Assisted Access) werde im ersten Halbjahr 2016 verfügbar sein. In den Niederlanden laufen Tests, in den USA möchte Verizon LTE-U bald anbieten. LAA kann das Gleiche wie LTE-U, soll aber durch zusätzlichen Schutz Wi-Fi nicht stören. Der LAA-Standard ist weitgehend fertiggestellt und Produkte werden im Laufe des Jahres erwartet. LAA verwendet das Listen-Before-Talk-Protokoll (LBT), das die Koexistenz mit Wi-Fi-Geräten sichern soll.

LTE-U für Femtozellen und Picozellen

Laut einem Artikel bei Kaspersky Labs geht es bei LTE-U um Basisstationen mit geringer Leistung, die Femtozellen und Picozellen für die Verwendung von Smartphones und Tablets in geschlossenen Räumen nutzen. "LTE-U würde recht ähnlich zu existierenden 3G-Femtozellen eingerichtet werden: Der Kunde muss eine spezifische Femtozelle kaufen und bei seinem Netzbetreiber registrieren. Aus Sicht der Netzbetreiber würde ein verschlüsselter VPN-Kanal aufgebaut werden, der zwei separate logische Verbindungskanäle aufbaut, die über ein einziges Kabel laufen." LTE-U werde nicht die Geschwindigkeit der Internetverbindung erhöhen, mobile Geräte würden aber die drahtlosen Verbindungen effektiver nutzen.  (asa)


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