Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/news/i-type-die-sofortbildkamera-kommt-wieder-1604-120276.html    Veröffentlicht: 12.04.2016 11:51    Kurz-URL: https://glm.io/120276

I-Type

Die Sofortbildkamera kommt wieder

Retro ist schick: Kameras bekommen den Look der 1970er Jahre, Kodak stellt eine neue Super-8-Kamera vor - und Impossible lässt die alte Polaroid-Kamera wieder aufleben: Das niederländische Unternehmen bringt in Kürze eine moderne Sofortbildkamera auf den Markt.

Auslösen, das Bild aus der Kamera ziehen - und dann wedeln, wedeln, wedeln: In analogen Zeiten boten die Sofortbildkameras von Polaroid die Möglichkeit, Bilder gleich anschauen zu können. Polaroid selbst baut zwar keine Kameras mehr, das niederländische Unternehmen The Impossible Project aber lässt die Sofortbildkamera wieder aufleben.

I-Type heißt die neue Polaroid-Kamera. Das eckige Gehäuse ähnelt dem der alten Polaroids. Allerdings hat Impossible die Kamera mit einigen modernen Elementen angereichert: So hat sie einen Ringblitz aus Leuchtdioden und eine Funkschnittstelle erhalten.

Die Kamera wird über eine App gesteuert

Wie die alten Polaroids hat auch die I-Type wenige Bedienelemente: Die Belichtung wird automatisch eingestellt. Allerdings hat die Kamera eine Bluetooth-Schnittstelle, über die sie mit einem iOS-Gerät verbunden wird. Über eine App kann der Fotograf dann die Belichtungszeit, die Blende und den Blitz manuell einstellen. Außerdem ermöglicht sie damit Doppelbelichtungen und Light Painting.

Impossible hat 2012 die Sofortbildkamera Impossible Instant Lab herausgebracht, die den Bildschirm eines iPhones abfotografiert und als Sofortbild ausgibt.

Profis nutzten Sofortbildkameras

Mit dem Aufkommen der Digitalkameras wurden die Sofortbildkameras überflüssig: Auf dem Display ist das Bild ja sofort zu sehen. Damit fiel auch einer der wichtigsten Einsatzbereiche der Sofortbildkamera weg: In analogen Zeiten prüften die Profifotografen mit diesen Kameras, ob im Studio der Lichtaufbau stimmte. Bei Digitalkameras ist das überflüssig.

Allerdings erfreuen sich die Kameras in letzter Zeit wieder größerer Beliebtheit. Polaroid war vor einigen Jahren insolvent und hat sich neu erfunden. Das Unternehmen stellt deshalb keine Sofortbildkameras und die passenden Filme her - stattdessen stellte es auf der CES Anfang des Jahres einen 3D-Drucker vor.

Impossible übernahm Polaroid-Fabrik

Filmmaterial für die Sofortbildkameras gibt es von Fuji - und von Impossible selbst: Das Unternehmen hat die Fabrik von Polaroid in Enschede in den Niederlanden übernommen und produziert dort seit 2010 Filme für die Sofortbildkameras.

Im Zuge der Retrowelle gestalten Hersteller wie Olympus ihre Digitalkameras im Look der 1960er und 1970er Jahre. Kodak hat auf der CES eine Super-8-Kamera vorgestellt. Sie zeichnet Bilder analog auf Film und digital im Kameraspeicher auf. Ton wird nur digital aufgenommen.

Das Impossible Project will die Sofortbildkamera I-Type am 10. Mai auf den Markt bringen. Die Kamera soll 300 US-Dollar kosten.  (wp)


Verwandte Artikel:
Impossible Instant Lab: iPhone als Polaroid-Fotoapparat   
(14.09.2012, https://glm.io/94553 )
Sofortbildkameras im Test: Was den Digitalkameras fehlt   
(08.05.2017, https://glm.io/127664 )
iType: Lesbare Schriften trotz winziger Displays    
(26.02.2009, https://glm.io/65521 )
Sofortbild: Polaroid verklagt Fujifilm wegen quadratischer Fotos   
(20.11.2017, https://glm.io/131224 )
Polaroid PoGo: Sofortbild-Minidrucker kommt im Juli   
(02.05.2008, https://glm.io/59427 )

© 1997–2019 Golem.de, https://www.golem.de/