Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/news/deutscher-computerspielpreis-erwartete-gewinner-und-ein-magischer-moment-1604-120209.html    Veröffentlicht: 08.04.2016 08:59    Kurz-URL: https://glm.io/120209

Deutscher Computerspielpreis

Erwartete Gewinner und ein magischer Moment

Anno 2205 ist das beste deutsche Spiel, The Witcher 3 holt unter anderem den Publikumspreis: Bei der Verleihung des Deutschen Computerspielpreises gab es erwartete Sieger - und einen ganz besonderen Augenblick.

Und dann kam auch noch Mario auf die Bühne. Bei der Verleihung des Deutschen Computerspielpreises in München gab es viele strahlende Gewinner. Aber der wahrscheinlich spannendste Moment war, als Figuren wie eben Mario, aber auch Lara aus Tomb Raider und Geralt aus The Witcher zur Musik der Band Mia auf die Bühne kamen. Das war offenbar nicht geplant - Moderatorin Annett Möller (RTL) wirkte fast verzweifelt.

Aber das Publikum fand diesen fast schon anarchischen Augenblick, in dem sich inmitten all der Politiker und hochoffiziellen Branchenvertreter dann tatsächlich die Spiele in Form ihrer Figuren endlich die ungeteilte Aufmerksamkeit verschafften, spannend. Da war mal ein bisschen echtes Games-Leben in der sonst routiniert ablaufenden Preisverleihung zu spüren.

Sonst gab es bei der Veranstaltung in der Münchner BMW Welt kaum Überraschungen. Das Aufbauspiel Anno 2205 von Blue Byte gewann verdient, aber eben auch erwartet den Preis in der Kategorie bestes deutsches Spiel, in der es sich gegen das Adventure Deponia Doomsday und gegen ein Indiegame namens Shift Happens vom Münchner Entwicklerstudio Klonk Games durchgesetzt hat.

Für das gab es übrigens trotzdem genug zu feiern: Das Team bekam von Schauspieler Antoine Monot (Tech-Nick) den Preis für das beste Gamedesign überreicht und gewann mit seinem Werk auch in der Kategorie des besten Kinderspiels. Zudem waren die Entwickler am Sonderpreis der Jury beteiligt. Den bekam das Team mit weiteren Beteiligten für die Indie Arena Booth, einen Stand auf der Gamescom, auf dem neue Teams ihre Projekte vorstellen können.

Neben Klonk Games waren auch die Entwickler von The Witcher 3 mehrfach auf der Bühne. Das Rollenspiel von CD Projekt Red hat den Publikumspreis gewonnen - eine Wahl, bei der über 20.000 Spieler teilgenommen haben. Außerdem wurde es von der Jury zum besten internationalen Spiel gekürt, was übrigens von den Youtubern Le Floid und Frodo bekanntgegeben wurde. Das verhexte Triple hat dann noch die Ernennung zur besten internationalen neuen Spielewelt vollgemacht.

Den Preis für die beste technische Innovation hat Crytek für sein noch nicht erhältliches Kletter-Actionspiel The Climb bekommen. Für die beste Inszenierung wurde Typoman von Brainseed Factory aus Bonn ausgezeichnet. Gewinner in der Kategorie bestes internationales Multiplayerspiel war Nintendo mit Splatoon.

Für das beste Nachwuchskonzept wurden drei Teams ausgezeichnet: Auf dem Siegertreppchen landete hier Cubiverse von der Media Design Hochschule in München. Der zweite Platz ging an Lost Amber von der HW Hamburg, der dritte an Leaves von der Technischen Hochschule Köln.

Der Preis für das beste Jugendspiel ging für One Button Travel an das Entwicklerstudio The Coding Monkeys aus München, zum besten Kinderspiel wurde neben Shift Happens gleichbereichtigt auch Fiete Choice von Ahoiii Entertainment ausgezeichnet. Das beste Serious Game ist nach Auffassung der Jury das Programm Professor S von Ludinc. Das beste Mobilegame ist das Open-World-Strategiespiel Path of War von Envision Entertainment.

Der Deutsche Computerspielpreis wird einmal im Jahr verliehen. Er gilt als Förderpreis, sprich: Die Gewinner sollen das Preisgeld - insgesamt 470.000 Euro in diesem Jahr - in neue Projekte investieren. Der für die Auszeichnung zuständige Bundesminister Alexander Dobrindt hat auf der Preisverleihung angekündigt, dass die Preissumme in den nächsten Jahren weiter erhöht wird - ohne konkrete Zahlen zu nennen. In diesem Jahr wurden von Entwicklern genau 326 Spiele für eine der Kategorien eingereicht - mehr als je zuvor.  (ps)


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