Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/news/rueckzug-lytro-beerdigt-lichtfeldkameras-1604-120158.html    Veröffentlicht: 06.04.2016 08:56    Kurz-URL: https://glm.io/120158

Rückzug

Lytro beerdigt Lichtfeldkameras

Lytro hat bisher Lichtfeldkameras für Privatkunden vorgestellt, will sich jedoch nach Angaben seines Chefs aus diesem Markt zurückziehen und lieber im Bereich Virtual Reality arbeiten. Weitere Lytro-Kameras für Endkunden wird es wohl nicht geben.

In einem Blogposting teilte Lytros Chef Jason Rosenthal mit, dass sich sein Unternehmen aus dem Privatkundengeschäft verabschieden wird und sich stattdessen auf die Entwicklung einer Lichtfeld-VR-Plattform konzentrieren werde. Es sei zu risikoreich für das Unternehmen, im Privatkundengeschäft mit den angestammten Unternehmen in Konkurrenz zu treten. Die Produktentwicklung im Bereich Endkundenkameras sei eingestellt worden. Die Investitionen im VR-Bereich wurden schon Anfang 2015 angekündigt.

Auch wenn die Lichtfeldkameras des Unternehmens zahlreiche Innovationen boten, wie nachträglich fokussierbare Bilder, interaktive 3D-Fotos und einige weitere Verbesserungen, gelang es dem Unternehmen nicht, eine große Begeisterung dafür zu wecken.

Doch so schlecht scheint es um das Unternehmen nicht zu stehen. Lytro habe gerade erst eine neue Finanzierungsrunde über 50 Millionen US-Dollar abschließen können, so Rosenthal. Das Unternehmen habe aber nicht die Mittel, um sowohl im Endkundengeschäft als auch bei der VR-Entwicklung mitzumischen.

Im November 2015 hatte Lytro seine erste Lichtfeldkamera für Video und virtuelle Realität vorgestellt. Die Lytro Immerge ist eine 360-Grad-Lichtfeldkamera, die vollständig neu entwickelt wurde. Immerge hat die Form einer Kugel, die in fünf Segmente unterteilt ist. Die Kamera nimmt das gesamte Lichtfeld um sich herum auf. Das bedeutet, sie erfasst alle Lichtstrahlen um sich herum, Farbe, Intensität sowie die Richtung, aus der sie kommen. So sei es möglich, ein sphärisches Panorama vor der Umgebung zu erzeugen.

Die Lytro Immerge soll einige Hunderttausend US-Dollar kosten, wie Wired im November 2015 berichtete.

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