Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/news/ipad-pro-9-7-im-test-das-bessere-ipad-air-1604-120122.html    Veröffentlicht: 05.04.2016 12:01    Kurz-URL: https://glm.io/120122

iPad Pro 9.7 im Test

Das bessere iPad Air

Apples neues iPad sieht aus wie ein Air, ist aber ein Pro: Wie das große Pendant kommt das Tablet mit einem A9X-Prozessor, Stiftunterstützung und Tastatur. Nach dem Test fragen wir uns, ob diese starke Konkurrenz eine Degradierung der Air-Serie zur Folge haben wird.

Nicht nur das iPhone 6S hat Apple geschrumpft, sondern auch das iPad Pro: Mit dem iPad Pro 9.7 stehen die Funktionen des Riesen-iPads jetzt auch in bekanntem Format zur Verfügung. Auf den ersten Blick sieht das neue iPad aus wie das iPad Air 2, bietet aber nicht nur verbesserte Grundhardware, sondern auch einige Extrafunktionen, die es nicht einmal beim großen iPad Pro gibt.

Golem.de hat sich das kleine iPad Pro im Test genau angeschaut. Angesichts der neuen Hardware-, aber auch Softwarefunktionen haben wir uns am Ende die Frage gestellt, wie es mit der eigentlichen Air-Serie weitergehen soll, die damit starke Konkurrenz aus dem eigenen Hause bekommt.

Äußerlich unterscheiden sich das iPad Pro 9.7 und das iPad Air 2 auf den ersten Blick kaum, besonders, wenn man die Vorderseite betrachtet. Bei genauerem Anschauen der ausgeschalteten Displays ist aber sichtbar, dass das neue iPad weniger stark spiegelt - Apple hat die Reflexionen nochmals verringern können. Auch Fingerabdrücke bleiben auf dem Tablet weniger stark haften als beim iPad Air 2.

Kunststoffstreifen statt Kunststoffklappe

Drehen wir die beiden Geräte um, ist im oberen Bereich eine weitere Neuerung erkennbar: Die Antenne des LTE-Moduls erfordert keine auffällige Kunststoffabdeckung, stattdessen genügt ein schmaler Kunststoffstreifen. Das sieht wesentlich besser aus. Allerdings wirkt die Verarbeitung nicht so tadellos wie beim iPad Air 2 - was allerdings erst bei genauerem Hinsehen erkennbar ist.

Wie das große iPad Pro mit 12,9 Zoll hat auch das kleine Modell vier Lautsprecher, die Bässe und Höhen getrennt wiedergeben - die unteren Lautsprecher sind basslastiger. Beim Drehen des Tablets dreht sich diese Aufteilung mit, in jeder Lage sind also die Bässe unten und die Höhen oben. Vom Sound her bringt das auch beim kleinen iPad Pro eine Menge, wir kennen neben den iPad Pro keine Tablets, die derart gut klingen.

Display mit großem Farbraum

Das Display des neuen iPad Pro ist mit 9,7 Zoll genauso groß wie das des iPad Air 2, auch die Auflösung ist mit 2.048 x 1.536 Pixeln genauso hoch. Die Pixeldichte von 264 ppi führt bei genauerem Hinsehen besonders bei Schrift zu leichten Pixelrändern. Neu beim iPad Pro 9.7 ist die Unterstützung des P3-Farbraums anstelle des bisher üblichen sRGB-Farbraums: Dadurch soll das Display Farben noch realistischer anzeigen - die Sättigung soll 25 Prozent höher sein als beim iPad Air 2.

Im Alltag merken wir das an besseren Schwarzwerten, auch die Farben erscheinen uns beim genauen Hinsehen etwas satter. Wobei hierbei angemerkt werden muss, dass auch das iPad Air 2 bereits recht satte Farben zeigt. Das einzige Apple-Gerät, das bisher den P3-Farbraum unterstützt, ist der 27-Zoll-iMac mit Retina-Display.

Die Blickwinkelstabilität des iPad Pro 9.7 ist sehr gut, aufgrund der geringen Deckglasdicke wirken Inhalte stellenweise wieder wie gedrucktes Papier. Das Display ist heller als das des iPad Air 2 und von der Farbeinstellung merklich wärmer und weniger blaustichig. Zudem gibt es mit der True-Tone-Funktion die Möglichkeit, die Farbtemperatur abhängig vom Umgebungslicht regulieren zu lassen.

True Tone für papierähnliche Farbtemperatur

So werden die Farben des Displays merklich wärmer, wenn wir mit dem iPad Pro 9.7 in einem Raum mit warmem Kunstlicht sitzen - oder auch vor einer Wand, die Tageslicht warm reflektiert. Bei direktem Tageslicht wird die Farbtemperatur merklich kühler - dies funktioniert wie bei einem Lichtsensor binnen weniger Sekunden. Auf diese Weise soll das iPad Pro in jeder Lichtsituation Displayfarben in der Temperatur wiedergeben, die ein weißes Blatt Papier in der gleichen Situation abgeben würde.

Um die Umgebungsfarbtemperatur mit einer passenden Wiedergabetemperatur zu verknüpfen, hat Apple nach eigenen Angaben ein eigenes Lichtlabor eingerichtet. Hier wurden den verschiedenen Lichttemperaturen die reflektierten Reflexionstemperaturen eines Blattes Papier zugeordnet. Die vom Sensor im iPad Pro 9.7 gemessene Umgebungsfarbtemperatur wird dem folgend der Reflexionstemperatur zugeordnet und das Display entsprechend eingestellt.

Gerade bei Kunstlicht ist dies zunächst ungewohnt: Das Display des iPad Pro wird merklich gelbstichig, nach kurzer Zeit haben wir uns aber daran gewöhnt. Schalten wir die True-Tone-Funktion aus, kommt uns das Display auch nach mehreren Minuten als zu kalt vor. Besonders in Innenräumen bei Tageslicht gefällt uns die Option, da sie den Bildschirm kaum merklich einfärbt, aber dennoch für ein angenehmeres Bild sorgt.

True Tone stört mitunter beim Filmeschauen

Allerdings finden wir die True-Tone-Funktion nur beim Lesen oder Surfen hilfreich, beim Filmeschauen unter Kunstlicht empfinden wir die warmen Farben als störend und schalten die Option in den Anzeigeeinstellungen lieber ab. Die Intensität der Bildschirmeinfärbung von True Tone lässt sich nicht einstellen, Apple preist die Funktion als besonders leicht zu bedienen an: entweder an oder aus.

True Tone ersetzt nicht die Night-Shift-Funktion, die zusätzlich - entweder manuell oder zeitgesteuert - das Display rot färbt. Dadurch soll beim Betrachten des Displays vor dem Schlafengehen das mögliche lichtinduzierte Risiko eines schlechten Schlafes reduziert werden. Dieser Modus eignet sich, wie bei Geräten anderer Hersteller mit gleicher Funktion, noch weniger zum Filmeschauen.

A9X-Prozessor mit minimalen Leistungsunterschieden

Als Prozessor verwendet Apple im iPad Pro 9.7 das gleiche A9X-Modell wie im großen iPad Pro. Allerdings bietet er minimal geringere Leistung, da die Taktung des Prozessors heruntergeregelt sein soll. In den von uns verwendeten Benchmark-Programmen wird die Taktrate des SoC mit den gleichen 2,25 GHz angezeigt wie beim großen iPad Pro, die Ergebnisse sind aber auch bei uns niedriger - jedoch immer noch weitaus höher als bei Konkurrenzgeräten.

So kommt das iPad Pro 9.7 im Gerätetest Geekbench 3 auf einen Single-Wert von 3.065 Punkten und einen Multiwert von 5.215 Punkten. Das iPad Pro mit 12,9-Zoll-Display erreicht hingegen 3.155 und 5.342 Zähler - durchgängig messbare, aber sehr geringe Unterschiede. Zum Vergleich: Das Galaxy S7 von Samsung mit einem der derzeit leistungsstärksten SoCs kommt auf einen Single-Wert von 2.180 Punkten im kalten Zustand.

Sehr gute Benchmark-Ergebnisse

Auch im Icestorm-Unlimited-Test des 3DMarks schneidet das kleine iPad Pro vergleichbar mit dem großen Modell ab - beide Tablets kommen auf sehr hohe Werte zwischen 33.000 und 33.500 Punkten. Im Grafiktest GFX Bench kommt das iPad Pro 9.7 im Manhattan-Test auf einen Offscreen-Wert von 51 fps, ebenfalls ein sehr hoher Wert, der über dem des Galaxy S7 liegt.

Wie die große Variante hat auch das kleine iPad Pro keine Probleme mit anspruchsvollen Apps. 4K-Videos können auf dem Tablet geschnitten werden, ebenso sind andere Grafikprogramme problemlos nutzbar. Der Arbeitsspeicher ist 2 GByte groß, was bei den von uns getesteten Szenarien ausreichte. Auch bei zahlreichen geöffneten Apps starten neue Programme ohne nennenswerte Wartezeit.

Zeichnen und Schreiben mit dem Apple Pencil

Das iPad Pro 9.7 unterstützt wie die große Variante den Apple Pencil, es kann also auch hier handschriftlicher Text eingegeben oder auf dem Tablet gezeichnet und gemalt werden. Dabei können wir keine Unterschiede in der Benutzung feststellen: Der Stift reagiert genauso präzise wie auf dem großen iPad Pro, zusammen mit guten Zeichen-Apps und dem nötigen Talent lassen sich auch auf dem neuen iPad Pro durchaus Kunstwerke anfertigen.

Smart-Cover-Tastatur ist recht klein

Für das iPad Pro 9.7 gibt es ebenfalls ein Tastaturcover, Smart Keyboard genannt. Wie bei der großen Variante der Tablettastatur wird das iPad Pro 9.7 magnetisch daran befestigt, die Oberseite des Covers wird zu einem Ständer umgeklappt. Dieser lässt sich nicht im Winkel verstellen. Das kleine Smart Cover ist wie die große Version für das iPad Pro mit 12,9 Zoll wasserdicht und muss nicht separat aufgeladen werden - mit Strom wird es durch das Tablet versorgt.

Das Tippgefühl ist vom Anschlag her identisch mit der großen Smart-Cover-Tastatur, da das iPad Pro 9.7 aber merklich kleiner ist, ist dementsprechend auch die Tastatur kleiner. Dadurch ist es gewöhnungsbedürftiger, auf ihr zu tippen - wer normalerweise mit sechs bis zehn Fingern tippt, kommt damit auf dem kleinen Smart Cover nicht gut zurecht. Wir enden eher bei einem Vier-Finger-System, während wir Teile dieses Tests auf dem Smart Cover tippen.

Auf dem Schoß tippen ist mühselig

Der mechanische Anschlag der mit einem Kunstfaserstoff überzogenen Tasten ist im Grunde sehr leise, da die Tastatur aber direkt auf dem Tisch aufliegt, ist das Tippgeräusch insgesamt eher laut. In einer ruhigen Bibliothek würden wir mit dem iPad Pro 9.7 und dem Smart Cover von der Lautstärke her eher auffallen. Auf dem Schoß zu tippen ist möglich, wir empfinden das aber nicht als besonders komfortabel: Die Tablet-Tastatur-Konstruktion ist uns hier schlicht zu wackelig.

Problematisch für Interessenten am Smart Cover dürfte zudem sein, dass die Tastatur bei einem Preis von 170 Euro aktuell nur mit QWERTY-Layout erhältlich ist - also ohne Umlaute, ß und mit ungewohnter Sonderzeichenaufteilung. Wir haben das Layout auf QWERTZ umgestellt, das ändert aber natürlich nur die Tastenbelegung und nicht die Beschriftung. Nutzer sollten also häufiges Tastaturschreiben gewohnt sein und halbwegs blind tippen können - 170 Euro würden wir aktuell aber dennoch nicht für die Tastatur ausgeben.

Kamera hat 12 Megapixel und Blitz

Die Hauptkamera des iPad Pro 9.7 hat Apple gegenüber der 12,9-Zoll-Version nochmals verbessert: Anstelle von 8 Megapixeln hat sie jetzt wie beim iPhone 6S und 6S Plus 12 Megapixel, es handelt sich um den gleichen Bildsensor. Die Anfangsblende wurde auf f/2.2 reduziert, das Tablet ist zudem das erste iPad mit einem True-Tone-Flash, der die Lichttemperatur beim Blitzen abstimmt und für farblich natürlichere Blitzaufnahmen sorgen soll.

Kamera ragt aus dem Gehäuse hervor

Allerdings ist das iPad Pro 9.7 auch das erste iPad, das eine aus dem Gehäuse ragende Kamera hat: Das Objektiv ragt in etwa so weit heraus wie das der iPhones der 6er-Serie und etwas weiter als beim iPhone 6S und 6S Plus. Dank der Größe und Flexibilität des Tablets führt dies aber nicht zu einem uns störenden Kippeln, wenn das Gerät auf einer flachen Oberfläche liegt.

Die Bildergebnisse der neuen Kamera sind vergleichbar mit denen der 6S-iPhones und für ein Tablet überdurchschnittlich gut. Das ändert jedoch nichts an der Tatsache, dass das Bildermachen mit einem 10-Zoll-Tablet immer etwas albern aussieht. Videos kann die Hauptkamera mit 4K-Auflösung bei 30 fps aufnehmen, eine Bildstabilisierung ist vorhanden.

Die Frontkamera für Videotelefonie und Selbstporträts ist ebenfalls höher auflösend als die des iPad Pro mit 12,9 Zoll: Sie hat statt 1,2 Megapixeln 5 Megapixel und macht entsprechend auch qualitativ bessere Fotos. Zeitlupenvideos kann das kleine iPad Pro mit bis zu 240 fps bei 720p oder 140 fps bei 1080p aufnehmen - das große iPad Pro schafft in 720p maximal 120 fps. Von der Kameraausstattung her ist das iPad Pro 9.7 in allen Belangen besser als sein großes Pendant.

Schnelles LTE und eSIM

Von der restlichen Hardware her lässt das iPad Pro 9.7 auch nichts zu wünschen übrig, im Gegenteil: WLAN wird nach 802.11ac mit MIMO unterstützt, die LTE-Version des Tablets beherrscht LTE mit Datenübertragungsgeschwindigkeiten bis 300 MBit/s auf insgesamt 23 Frequenzbändern. Die LTE-Variante des iPad Pro enthält zudem nicht nur einen Steckplatz für eine Nano-SIM-Karte, sondern hat auch eine eSIM eingebaut.

Diese fest eingebaute SIM-Karte ermöglicht es den Nutzern, in vielen Ländern Prepaid-Datentarife nutzen zu können, ohne eine SIM-Karte kaufen zu müssen. Dafür lässt sich in den Systemeinstellungen ein Menü öffnen, das dem Nutzer die verfügbaren Anbieter anzeigt - in Deutschland sind das aktuell die Telekom, Alwaysonline und Gigsky. Hier lassen sich stunden-, tage-, wochen- und monatsweise Datenpakete buchen, in anderen Ländern von entsprechend kooperierenden Anbietern.

Dies bietet gerade Reisenden eine gute Möglichkeit, sich unkompliziert und schnell mobiles Internet zu besorgen. Aber auch für Nutzer im eigenen Land, die nicht immer mobiles Internet für ihr iPad Pro benötigen, bietet die eSIM einen vertragsfreien und unkomplizierten Weg, online zu gehen. Die Preise rangieren in Deutschland in einem Bereich zwischen einer Stunde mit 20 MByte für 0,99 US-Dollar bei Alwaysonline, einem Tag mit 500 MByte für 3 Euro bei der Telekom oder drei Tagen mit 100 MByte für 15 Euro bei Gigsky bis hin zu 30 Tagen mit 1 GByte für 15 Euro bei der Telekom.

Eine Akkuladung reicht für anderthalb Tage

Im Home-Button des Tablets ist wieder ein Fingerabdrucksensor eingebaut, mit dem das iPad Pro entsperrt werden kann. Auch Käufe im App Store lassen sich darüber autorisieren. Der Akku des iPad Pro 9.7 hat laut iFixit eine Nennladung von 7.306 mAh. Apple zufolge soll dies für zehn Stunden gemischte Nutzung bei WLAN-Nutzung ausreichen, neun Stunden sind es, wenn der Nutzer über das LTE-Modem ins Internet geht.

Ein Full-HD-Video können wir über sieben Stunden lang anschauen, im Alltagsbetrieb schneidet das iPad Pro 9.7 aber besser ab. Wir kommen mit einer Akkuladung auch bei intensiver Nutzung auf eine Nutzungszeit von anderthalb Tagen.

Verfügbarkeit und Fazit

Das iPad Pro 9.7 kostet in der günstigsten Version mit 32 GByte Speicher und ausschließlich mit WLAN 690 Euro. Die nächstgrößere Variante hat 128 GByte Speicher und kostet 870 Euro, mit 256 GByte Speicher sind 1.050 Euro fällig. Eine eSIM hat das WLAN-Modell nicht.

Die LTE-Variante mit zusätzlicher eSIM kostet mit 32 GByte Speicher 840 Euro, mit 128 GByte Speicher 1.020 Euro und mit 256 GByte Speicher 1.200 Euro. Damit ist das kleine iPad Pro immer um die 220 Euro günstiger als das iPad Pro mit 12,9-Zoll-Display. Das iPad Air 2 kostet in der günstigsten Variante mit 16 GByte Speicher und WLAN jetzt 440 Euro, die teuerste Version ist das 64-GByte-Modell mit LTE-Modem für 660 Euro.

Fazit

Das iPad Pro 9.7 ist wie das iPad Pro 12.9 ein hervorragendes Tablet, das besonders mit seiner Prozessorausstattung, der verbesserten Kamera, der möglichen Stift- und Tastaturbedienung und dem guten Display überzeugt. Anders als beim großen iPad könnte zudem beim neuen kleinen Modell für viele potenzielle Käufer die geringere Displaygröße entscheidend sein - mit 9,7 Zoll ist das iPad Pro 9.7 wesentlich leichter in Taschen zu verstauen als das große Modell.

Zudem ist es in der Ausstattung in einigen Punkten seinem großen Pendant überlegen: Die Hauptkamera ist sowohl von der Auflösung als auch von den Videomöglichkeiten her besser, das Tablet hat einen Bildschirm mit größerem Farbumfang und True-Tone-Option sowie eine integrierte eSIM, zusätzlich zum Nano-SIM-Slot. Zudem unterstützt es auch den Apple Pencil und kann optional mit einem kleinen Smart Cover verwendet werden. Im Grunde ist das iPad Pro 9.7 das bessere iPad Pro, nur eben kleiner.

Verglichen mit den anfänglichen Preisen für das iPad Air 2 ist die kleinste WLAN-Version des iPad Pro 9.7 genau 200 Euro teurer - allerdings hat sie auch doppelt so viel Speicher, 32 statt 16 GByte. Das reduziert die Preissteigerung und macht das neue Tablet nur etwas und nicht sehr viel teurer. Der Aufpreis für die LTE-Versionen ist um 100 Euro gestiegen, allerdings gibt es auch hier mit der eSIM ein Extra, über das das iPad Air 2 nicht verfügt.

Angesichts dieser sich etwas relativierenden Aufpreise und abgesehen vom Preisschreck der teuren 256-GByte-Versionen stellen wir uns letztlich die Frage, was das iPad Pro 9.7 für die Zukunft der iPad-Air-Serie bedeutet - das Tablet ist für uns nämlich im Grunde ein neues, stark verbessertes iPad Air. Bringt Apple im Herbst ein neues Air 3 mit besserem SoC als beim iPad Pro? Oder doch ein neues großes iPad Pro mit verbesserter Hardware? Wird die Air-Serie zur technisch schwächeren, aber preiswerteren Tablet-Reihe degradiert?

Apple hat sich mit dem 9,7 Zoll großen iPad Pro einen eigenen Konkurrenten zu seinen iPad Airs geschaffen - und zwar einen starken. Wer aktuell überlegt, sich ein iPad mit 9,7 Zoll großem Display zu kaufen, sollte das Geld für das Pro in die Hand nehmen; der Mehrwert gegenüber dem iPad Air 2 ist gegeben. Alternativ können Interessenten auch bis zum Herbst warten - mal sehen, was Apple dann im Bereich der 9,7-Zoll-Tablets unternimmt.  (tk)


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