Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/news/bildbearbeitung-google-verschenkt-teure-nik-collection-1603-119987.html    Veröffentlicht: 25.03.2016 13:13    Kurz-URL: https://glm.io/119987

Bildbearbeitung

Google verschenkt teure Nik Collection

Google verschenkt die sieben Bildbearbeitungsprogramme der Nik Collection. Analog Efex Pro, Color Efex Pro, Silver Efex Pro, Viveza, HDR Efex Pro, Sharpener Pro und Dfine laufen unter Windows und OS X.

Die Bildbearbeitungssoftware Nik Software, die Google bisher für 150 US-Dollar verkaufte, ist jetzt kostenlos verfügbar. Ob das auch bedeutet, dass künftig keine Aktualisierungen mehr erfolgen, ist nicht gewiss.

Google hatte Nik Software im September 2012 übernommen. Das Unternehmen stellte damals Bildbearbeitungssoftware unter anderem für das iPad und iPhone her, die Google heute für Android und iOS immer noch unter dem Namen Snapseed vermarktet. Zudem erhielt Google Photos Bildbearbeitungswerkzeuge von Nik Software. Die Profi-Bildbearbeitungstools der Nik Software Collection hingegen wurden kaum noch gepflegt. Nik Software wurde 1995 in Hamburg gegründet.

Die sieben Einzelprogramme der Nik Collection sind Analog Efex Pro, Color Efex Pro, Silver Efex Pro, Viveza, HDR Efex Pro, Sharpener Pro und Dfine. Sie können eigenständig gestartet werden. Wer will, kann sie auch als Plugins über Adobe-Software wie Photoshop, Lightroom oder Photohop Elements aufrufen und zum Beispiel in einer Stapelverarbeitung nutzen. Auch andere Anwendungen, die Photoshop-Plugins nutzen können, können die Tools aufrufen. Zur Installation muss mindestens eine Software vorhanden sein, die als Host genutzt wird. Danach ist aber auch der Einzelstart der Anwendungen möglich.

Silver Efex Pro ist eine Schwarz-Weiß-Fotosoftware, die analoge Filmtypen simulieren kann. Aus modernen Digitalfotos werden so Aufnahmen, die an antike Fotoplatten und Lochkameras erinnern. Analog Efex Pro ahmt den Bildeindruck historischer und aktueller Farbfilme nach und simuliert die Eigenheiten von Objektiven nachträglich in Digitalfotos.

Mit Viveza können selektive Farb- und Kontrastkorrekturen vorgenommen werden, ohne dass vorher aufwändige Masken auf das Bild gemalt werden müssen. Auch eine Schattenaufhellung sowie ein Weich- und Scharfzeichner sind integriert. HDR Efex Pro erlaubt die Erstellung und punktuelle Nachbearbeitung von HDR-Fotos. Damit sollen im Nachhinein selbst bei schlechten Belichtungssituationen gute Bilder entstehen können.

Dfine ist eine Entrauschungssoftware für Digitalfotos, die auf Wunsch auch nur punktuelle Änderungen vornimmt. Sharpener Pro dient zum selektiven oder generellen Schärfen von Bildern und dem nachträglichen Herausrechnen von Objektivfehlern.

U-Points statt Maskenmalerei

Bei allen Anwendungen kommt eine von Nik Software entwickelte Technik zum Erstellen von Bildmarken zum Einsatz, die Google auch bei der mobilen Bildbearbeitung Snapseed verwendet. Die U-Point-Technik ist eine Alternative zu Masken, wie sie in Photoshop eingesetzt werden. Mit den Kontrollpunkten können selektiv Bildbereiche bestimmt werden, auf die der Filter angewendet werden soll. Die Maskierung entfällt. Mehrere U-Points können zu einer Gruppe zusammengefasst werden. Gruppierte Kontrollpunkte lassen sich gemeinsam ansteuern, wobei Änderungen dann auf sämtliche Kontrollpunkte wirken.

Die Kontrollpunkte werden zum Beispiel auf das Grün der Wiese gelegt und zusätzlich noch auf das Blau des Himmels und dann verknüpft. Wird nun die Helligkeit reguliert, ändern sich der markierte Himmel und die Wiese im gleichen Maß. Die Gruppierungen können natürlich auch wieder aufgehoben werden.

Die Nik Software Collection für Windows und OS X kann ab sofort kostenlos und ohne Registrierung von Googles Website herunterladen werden.  (ad)


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