Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/news/lego-star-wars-angespielt-das-erwachen-der-plastikmacht-1603-119952.html    Veröffentlicht: 23.03.2016 14:08    Kurz-URL: https://glm.io/119952

Lego Star Wars Angespielt

Das Erwachen der Plastikmacht

Sternenkrieger aus allen Star-Wars-Filmen, die erweiterte Handlung von Episode 7 plus Stormtrooper mit Mexikanerhüten und auch sonst viel Humor: Die Lego-Version von Das Erwachen der Macht hat beim Anspielen für Action und viele Lacher gesorgt.

Finn macht natürlich mal wieder Quatsch. Statt uns zu helfen, in der Lego-Version von Das Erwachen der Macht ein Tor zu öffnen, zerdeppert er in der kleinen Siedlung auf Tatooine lieber die Umgebung. Klar, das macht Spaß und bringt Baumaterial für später. Aber, verdammt noch mal, wir als Team - Finn und Rey - haben eine galaktische Aufgabe: Das Universum retten, oder so ähnlich.

Um das mal ganz grundsätzlich zu erklären: Lego Star Wars - Das Erwachen der Macht ist ein für so gut wie jede Plattform verfügbares Computerspiel, das die Handlung von Episode 7 nacherzählt, und dazu in einigen Levels einige Details über die Zeit zwischen diesem Film und dem davor bietet, also Die Rückkehr der Jedi-Ritter.

Diese wirklich neuen Abschnitte haben wir beim Anspielen nicht gesehen. Dafür haben uns die Entwickler ein paar neue Fakten präsentiert: Das neue Lego Star Wars bietet insgesamt 18 Levels, elf stammen aus Das Erwachen der Macht und sieben aus der Zeit zwischen den Filmen.

Die englische Sprachausgabe hat das Entwicklerstudio TT Games aus dem Film übernommen, zusätzliche Szenen wurden von den Originalschauspielern eingesprochen. Wie das in der deutschen Version sein wird, ist uns noch nicht bekannt.

Spieler sind in den fünf Hubs Jakku, Takodana, der Starkiller Base, D'Qar und dem Millennium Falcon unterwegs, von denen aus es in die weiteren Abschnitte geht. Es wird 40 steuerbare Helden, Vehikel und sonstige Kreaturen plus 200 Randfiguren - teils zum Sammeln - aus allen Episoden geben, darunter Han Solo, Chewbacca, C-3PO sowie Kylo Ren, General Hux und Captain Phasma.

Beim Anspielen konnten wir sowohl den Solomodus als auch die Koop-Version ausprobieren. Ein entscheidendes Element ist die Wahl der Spielfigur: Als Rey können wir in den Lego-Levels an Rohren herumturnen, uns mit wilden Saltos und ähnlichen Manövern von Plattform zu Plattform schwingen - stehen aber hilflos vor einer schweren Eisentür. Wenn wir später mit Finn unterwegs sind, können wir diese Tür mit unserem Lichtschwert öffnen, um so etwa an Ausrüstung zu gelangen.

Im Koop-Modus lassen sich diese Fähigkeiten natürlich kombinieren: Rey gelangt über ein Tor und muss dann dafür sorgen, dass es von der anderen Seite auch für Finn geöffnet wird. Netter Gag: Wenn die beiden Figuren zu weit auseinander sind, schaltet das Bild auf einen Splitscreen-Modus, der ganz im Stil der Filme mal gerade, mal schräge Trennlinien verwendet.

Abwechslung für Jedi

Auch sonst bleibt das kommende Lego Star Wars dem Humor der Lego-Computerspiele treu: Im Hintergrund sehen wir mal Stormtrooper mit Mexikanerhüten beim Anfertigen von Selfies oder bei einer Partie Volleyball - und was es mit einer großartigen Zwischensequenz rund um einen ganz besonderen Fan von Darth Vader auf sich hat, verraten wir hier nicht.

Das Gameplay hat einen relativ abwechslungsreichen Eindruck hinterlassen: Mal kraxeln wir an Rohren in den Leveln in die Höhe, mal liefern wir uns intensive Blaster- und Faustkämpfe mit Sturmtruppen. Es gibt längere Abschnitte, in denen wir etwa auf einem Hoverboard durch ein langes Sandtal sausen, und Flugszenen mit dem Rasenden Falken. Bei denen haben wir übrigens mehr Freiheit bei der Wahl des Weges als in früheren Lego-Star-Wars-Spielen.

Im Koop-Modus steuert ein Spieler das Raumschiff, der andere kontrolliert die Bordkanone. Speziell das hat uns in der angespielten Version übrigens nicht gefallen, weil Bild links (Falcon) und Bild rechts (Kanone) irgendwie nicht zusammenpassen wollten. Das liegt unter anderem daran, dass die Bordkanone auch bei Loopings und sonstigen Manövern immer gleich ausgerichtet bleibt - laut den Designern ist das nötig, damit dem Kanonier nicht übel wird. Wir fanden es verwirrend.

Eine weitere Neuerung sind sogenannte Multi-Builds: Aus den etwa von Finn gesammelten Lego-Bausteinen sollen wir in Erwachen der Macht unterschiedliche Sachen bauen können, was wesentlich mehr Flexibilität bieten soll. Sobald eine Basteloption besteht, blendet das Programm transparente Blaupausen im Hintergrund ein, aus denen der Spieler wählen kann. Beim Anspielen war das allerdings immer nur eine, etwa eine Kanone zum Zertrümmern eines Hindernisses.

Die Grafik sieht toll aus. Die Animationen von Rey und Finn wirken stimmig, der Droide BB8 saust wie im Film über den Boden und auch die Umgebungen sehen sehr schön aus. Ehrlich gesagt haben wir sogar sehr schnell vergessen, dass wir "nur" in einer Lego-Welt unterwegs sind, und uns eher wie in einer klassischen Filmumsetzung gefühlt.

Lego Star Wars: Das Erwachen der Macht soll am 28. Juni 2016 erscheinen. Die Veröffentlichung ist für Windows-PC, Playstation 3 und 4, Xbox 360 und One, das Nintendo Wii U und für das 3DS sowie die PS Vita geplant.  (ps)


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