Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/news/star-trek-timelines-im-test-captain-kirk-und-picard-in-zahlungsnot-1603-119897.html    Veröffentlicht: 21.03.2016 14:30    Kurz-URL: https://glm.io/119897

Star Trek Timelines im Test

Captain Kirk und Picard in Zahlungsnot

Interessante Spiele für Star-Trek-Fans sind seit Jahren Mangelware. Star Trek Timelines will Trekker nun auf Mobilgeräten mit mehreren Generationen von Helden, Raumschlachten und einer spannenden Story locken. Schade nur, dass die unendlichen Weiten so teuer sind.

Die Reise in die unendlichen Weiten des Weltraums beginnt vielversprechend in Timelines: Sobald die lange Ladezeit überstanden ist, gibt es gleich erste 3D-Schlachten mit Föderationsschiffen zu bewundern, zudem taucht Fan-Liebling Q auf. Der berichtet dem Spieler von Anomalien, die im Weltraum um sich greifen und zu Verschiebungen des Zeitstrahls führen. Dem Spieler obliegt es nun, wieder für Recht und Ordnung zu sorgen. Dafür stehen ihm gleich mehrere prominente Helden zur Verfügung, die aus allen Epochen von Star Trek stammen: Captain Kirk und seine Crew sind ebenso mit an Bord wie Picard und Janeway.

Je nach Mission muss der Spieler als Oberbefehlshaber ein schlagkräftiges Team zusammenstellen, das sich der jeweiligen Gefahr stellt. Jede Aufgabe verlangt bestimmte Herangehensweisen, jeder Charakter verfügt über spezielle Eigenschaften - die passende Auswahl des Teams aus dem Karten-Deck ist entscheidend, um mit und gegen bekannte Völker aus dem Trek-Universum zu bestehen.

Was sich nach spannendem Rollenspiel anhört, ist im Grunde aber meist nur das Zusammenklicken von Charakterkarten - wirkliche spielerische Herausforderungen gibt es kaum. Das Gleiche gilt leider für die gelegentlichen Raumschlachten, die zwar auf den ersten Blick gut aussehen, dem Spieler aber ebenfalls kaum interagieren lassen. Mehr als einmal den richtigen Knopf zu drücken, ist meist nicht zu tun.

Teurer Spaß für Trekker

Trotzdem würde Timelines als solider Zeitvertreib für Trek-Anhänger funktionieren, wenn nicht so rasch nach der Einstiegsphase auf das Pay-to-Win-Prinzip gesetzt würde. Bald schon ist es fast zwingend notwendig, neue Charaktere, weitere Kapazitäten sowie technische Verbesserungen mit Echtgeld zu erwerben.

Das Spiel nutzt praktisch jede Situation, um den Spieler zum Kauf von virtuellen Gegenständen zu animieren. Der Spielspaß geht so verloren, da das Gefühl entsteht, dass jeglicher Fortschritt nicht mit dem eigenen Vorgehen, sondern nur mit der Größe der Ausgaben zusammenhängt.

Star Trek Timelines ist bei iTunes und Google Play zum kostenlosen Download verfügbar und erfordert mindestens iOS 8.0 beziehungswiese Android 4.1.

Fazit

Schöne Optik, spannende Story, bekannte Figuren aus Enterprise, Next Generation, Voyager und Deep Space Nine: Star Trek Timelines hätte das Potenzial dazu, ein richtig guter Mix aus Sammelkarten- und Rollenspiel für Science-Fiction-Fans zu sein. Leider zwingen die Entwickler dem Spieler aber zu offensichtlich das Pay-to-Win-Prinzip auf.

Statt sinnvolle und gelegentliche Kauf-Optionen zu bieten, sind Spieler nach einiger Zeit fast genötigt, viel Echtgeld hinzulegen, um vorwärtszukommen. Motivation und Spielspaß wollen so kaum entstehen. Die meisten Spieler werden sich schnell wünschen, von Scotty in ein anderes Spiel gebeamt zu werden.  (tw)


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