Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/news/tauchfaehiges-fluggeraet-der-copter-der-aus-der-tiefe-kommt-1603-119882.html    Veröffentlicht: 19.03.2016 15:44    Kurz-URL: https://glm.io/119882

Tauchfähiges Fluggerät

Der Copter, der aus der Tiefe kommt

Forscher haben einen Quadcopter gebaut, der über mehrere Monate lang in einer Tiefe von über 100 Metern in Salzwasser verbleiben kann. Anschließend taucht Cracuns auf und fliegt los - ohne Korrosionsschäden.

Das Institut für angewandte Physik der Johns-Hopkins-Universität (Applied Physics Laboratory, APL) hat einen Quadcopter vorgestellt, der sich sowohl in der Luft als auch im Wasser fortbewegen kann. Das Gerät trägt den Namen Cracuns, das für Corrosion Resistant Aerial Covert Unmanned Nautical System steht, und ausgesprochen ähnlich wie "kraken" klingt, das englische Wort für Kraken.

Cracuns bewegt sich in der Luft wie ein großer Quadcopter, kann aber auch aus dem Wasser heraus gestartet werden. Dann bewegt sich das amphibische Gerät mit Hilfe der Rotoren an die Wasseroberfläche, von wo es in die Luft abhebt.

Mehrere Monate Salzwasser sind kein Problem

Der Copter kann laut APL mehrere Monate in Tiefen von über 100 Metern verweilen, ohne dass er Schaden nimmt. Auch Salzwasser macht dem Gerät keine Probleme: In einem Test stieg Cracuns nach zweimonatigem Aufenthalt in Seewasser ohne Probleme wieder in die Luft auf.

Möglich macht das unter anderem der druckfeste Korpus, der komplett auf Metallbauteile verzichtet. Stattdessen ist er aus leichtem Kompositmaterial gefertigt, die Bauteile im Inneren sind in einem Druckbehälter versiegelt. Dadurch soll der Copter auch in größeren Tiefen überleben.

Motoren sind mit Korrosionsschutz behandelt

Da die Motoren bewegliche Teile haben, die nicht einfach komplett versiegelt werden können, haben die APL-Forscher alle Motorenbestandteile mit handelsüblichem Korrosionsschutz behandelt. Dieser reicht aus, um die Motoren auch nach zwei Monaten problemlos starten zu können.

Cracuns kann beispielsweise von einem unbemannten Tauchfahrzeug aus gestartet werden. Mit Kameras ausgestattet sind so beispielsweise Aufklärungsmissionen in Küstengebieten denkbar. Wann Cracuns für wen erhältlich sein wird, ist aktuell noch unbekannt.  (tk)


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