Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/news/vectoring-regierung-veroeffentlicht-laut-breko-telekom-lobby-papier-1603-119686.html    Veröffentlicht: 11.03.2016 08:22    Kurz-URL: https://glm.io/119686

Vectoring

Regierung veröffentlicht laut Breko "Telekom-Lobby-Papier"

Die Telekom-Konkurrenz hat empört auf ein Papier der Bundesregierung an die EU-Kommission reagiert. Von einem "Lobby-Papier der Telekom" und der "Bundesregierung als verlängerte Werkbank der Telekom" ist die Rede.

Der Breko (Bundesverband Breitbandkommunikation) hat ein Papier der Bundesregierung scharf kritisiert, das von der EU-Kommission weniger Regulierung im Bereich Telekommunikation fordert. Die Stellungnahme der Bundesregierung liest sich nach Ansicht des Breko so, als handele es sich um ein Lobby-Papier der Telekom, da sich viele wesentliche Forderungen des Konzerns "eins zu eins wiederfinden", so der Breko in einer Stellungnahme, die Golem.de vorliegt.

"Der Breko setzt darauf, dass sich die Bundesregierung nicht zur verlängerten Werkbank der Telekom machen lässt und als Sprachrohr des Ex-Monopolisten fungiert", sagte Breko-Geschäftsführer Stephan Albers. Regulierungsferien für die Telekom stünden angesichts der "aktuellen Re-Monopolisierungs-Strategie des Magenta-Konzerns absolut nicht zur Debatte", sagte Albers.

FTTH erst mittel- bis langfristig

Albers kritisiert, dass die Bundesregierung den Übergang von der Kupfer- zur Glasfasertechnologie erst "mittel- bis langfristig" vorsieht.

Eine so weitreichende Positionierung, die ganz wesentlich den Standpunkt des marktbeherrschenden Unternehmens in Deutschland widerspiegele, könne auch aus Sicht des Vatm (Verband der Anbieter von Telekommunikations- und Mehrwertdiensten) in Brüssel nicht so bestehen bleiben. "Die Investoren in den deutschen Markt würden abgeschreckt", sagte Jürgen Grützner, Vatm-Geschäftsführer.

So schnell wie möglich, heißt es in dem 18-seitigen Dokument, müsse es in der EU weniger Regulierung und mehr Investitionen in Telekommunikationsnetze geben. Nationale Regulierungsbehörden sollten mehr Autonomie erhalten.  (asa)


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