Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/news/open-compute-microsoft-veroeffentlicht-code-fuer-switches-mit-debian-1603-119671.html    Veröffentlicht: 10.03.2016 11:42    Kurz-URL: https://glm.io/119671

Open Compute

Microsoft veröffentlicht Code für Switches mit Debian

In dem Projekt Sonic hat Microsoft verschiedene Softwarekomponenten veröffentlicht, die Netzwerkfunktionen in der Azure-Cloud ermöglichen. Der Code basiert auf Debian und einer ebenfalls freien Hardwareabstraktion.

In der Sektion häufig gestellter Fragen zu Sonic stellt Microsoft direkt klar, dass es sich bei dem Projekt explizit nicht um eine Linux-Distribution handelt. Wie der Name Software for Open Networking in the Cloud, kurz Sonic, andeutet, ist es eine Code-Sammlung, die es erlauben soll, Netzwerkhardware wie Switches schnell in Cloud-Umgebungen einsetzen zu können.

Microsoft hat Sonic auf dem Open Compute Project (OCP) Summit vorgestellt. Bereits vor einem Jahr hat das Unternehmen auf dieser Konferenz ein Switch Abstraction Interface (SAI) veröffentlicht. Diese Schnittstelle soll den plattformübergreifenden Zugriff auf die verschiedenen ASICs in Switches ermöglichen. Hardwarehersteller benutzten bisher meist unterschiedliche und oft proprietäre APIs dafür. Mit SAI sollen Hardware und Software der eingesetzten Switches wesentlich leichter verändert werden können.

"Letztes Puzzlestück" für Open-Source-Switch

Sonic baut nun auf SAI auf und soll auf allen Geräten eingesetzt werden können, die diese Schnittstelle unterstützen. Für Microsoft ist das Projekt damit das "letzte Puzzlestück, um eine Switch-Plattform anzubieten, die vollständig Open Source ist", so Mark Russinovich, der Technikchef von Azure. Mit Hilfe von Sonic soll nun die Hardware über eine einheitliche Software in die Netzwerkaufgaben eines Cloud-Dienstes integriert werden können.

Microsoft selbst verwendet Sonic auf Basis des Linux-Kernel 3.16 und der Distribution Debian. Der Code könnte wohl aber auch auf andere Linux-Distributionen portiert werden. Die unterschiedlichen Bestandteile von Sonic stehen frei auf Github zur Verfügung. Dort findet sich neben Gerätetreibern und Hilfsbibliotheken auch die "Kernkomponente" von Sonic, der sogenannte Switch State Service.

Weil Microsoft Sonic bisher ausschließlich in eigener Infrastruktur einsetzt, plant das Unternehmen keine kommerzielle Verwertung der Software. Allerdings will Microsoft gemeinsam mit anderen an dem Code arbeiten.  (sg)


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