Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/news/archinaut-ein-3d-druck-roboter-fuer-die-iss-1603-119603.html    Veröffentlicht: 07.03.2016 11:51    Kurz-URL: https://glm.io/119603

Archinaut

Ein 3D-Druck-Roboter für die ISS

Made in Space, im Weltall gebaut: Die Raumstation ISS bekommt einen neuen Roboter. Er soll dort per 3D-Druck Komponenten für Satelliten und Raumschiffe fertigen.

Das US-Unternehmen Made in Space wird einen 3D-Druck-Roboter auf die Raumstation ISS bringen, der Teile für Satelliten bauen soll. Archinaut heißt das relativ einfache System. Es ist ein 3D-Drucker mit einem Roboterarm. Gebaut wurde es von Made in Space in Kooperation mit Northrop Grumman und Oceaneering Space Systems. Der 3D-Drucker stammt von Made in Space. Northrop Grumman liefert elektronische Systeme, Oceaneering Space Systems den Roboterarm.

Archinaut soll drei Arme bekommen

2018 soll Archinaut auf die ISS fliegen. Der Roboter soll außen an der Station angebracht werden und Teile für Satelliten aufbauen. Wenn die Tests erfolgreich verlaufen, will Made in Space den Archinaut mit zwei weiteren Roboterarmen ausstatten. Damit soll der Roboter auch in der Lage sein, Teile von Raumfahrzeugen abzubauen oder anzumontieren.

Ziel des Projekts ist, dass künftig keine kompletten Systeme wie etwa Satelliten mehr ins All geschossen werden. Stattdessen werden Komponenten und Rohstoffe auf die ISS gebracht und dort montiert. Archinaut soll dann die Endmontage von Satelliten oder Weltraumteleskopen vornehmen oder Reparaturen durchführen.

Made in Space hat schon einen 3D-Drucker für die ISS gebaut

Made in Space hat bereits den ersten 3D-Drucker für die Raumfahrt konstruiert, der seit 2014 auf der ISS im Einsatz ist. Er ist dazu gedacht, dass die Besatzung auf der Station Ersatzteile herstellt statt darauf zu warten, dass diese von der Erde aus hochgeschickt werden.

Pläne, Satelliten im All fertig zu bauen, gibt es schon seit einiger Zeit. So hat etwa die Defense Advanced Research Projects Agency, die Forschungsagentur des US-Verteidigungsministeriums, das Projekt Phoenix initiiert. Dessen Ziel ist, kleine Satelliten künftig ohne Antenne ins All zu schießen. Diese soll von ausgedienten Satelliten, die im Friedhofsorbit kreisen, abgebaut werden.

Noch einen Schritt weiter geht das US-Unternehmen Deep Space Industries: Es will Rohstoffe auf Asteroiden abbauen und daraus im Weltall Komponenten für Raumfahrzeuge per 3D-Druck herstellen.  (wp)


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