Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/news/galaxy-s7-und-s7-edge-im-test-samsung-definiert-die-android-oberklasse-1603-119602.html    Veröffentlicht: 08.03.2016 15:01    Kurz-URL: https://glm.io/119602

Galaxy S7 und S7 Edge im Test

Samsung definiert die Android-Oberklasse

Seinen neuen Galaxy-S7-Modellen hat Samsung nicht nur neue Tophardware verpasst, sondern auch interessante Softwarefunktionen. Im Test von Golem.de beweisen sich die Smartphones mit der neuen Kamera, dem Exynos-Prozessor und den Energiespar-Optionen als beste Geräte auf dem Markt.

Samsungs neue Topsmartphones Galaxy S7 und Galaxy S7 Edge gehörten am Vorabend des diesjährigen Mobile World Congress (MWC) zu den Highlights - zusammen mit LGs neuem G5. Mit einer neu entwickelten Kamera, einem stärkeren Akku und zahlreichen neuen Softwarefunktionen fand Golem.de sie bereits im Hands On überzeugender als die Vorgänger. Ob auch die übrigen Eigenschaften der neuen Modelle begeistern können, testet Golem.de ausführlich. Besonders positiv überraschten dabei die Akkulaufzeiten.

Äußerlich unterscheiden sich das Galaxy S7 und das Galaxy S7 Edge von den Galaxy-S6-Modellen erst bei genauerem Hinsehen. Samsung hat auf die Wünsche zahlreicher Nutzer gehört und den Speicherkartensteckplatz wieder eingebaut.

Beim Gehäuse setzt Samsung wieder auf einen Metallrahmen mit Glasrückseite, beim Edge-Modell sind abermals die linke und die rechte Display-Seite abgerundet. Hier fällt uns beim Halten des Galaxy S7 Edge auf, dass die Gehäusekanten merklich weniger scharf sind: Das Metallgehäuse ist stärker abgerundet, zudem ist die Kante nicht mehr so breit. Dadurch liegt das neue Edge-Modell angenehmer in der Hand.

Diesmal in zwei Größen erhältlich

Dafür ist das Galaxy S7 Edge nur noch mit einer größeren Display-Diagonale von 5,5 Zoll im Vergleich zum Galaxy S7 mit seinen 5,1 Zoll erhältlich. Bei den Vorgängermodellen Galaxy S6 und Galaxy S6 Edge sind sie noch gleich groß. Hier brachte Samsung später das Galaxy S6 Edge+ in den Handel - das könnte bei der Galaxy-S7-Serie hinfällig werden.

Beide Super-Amoled-Displays haben wieder eine Auflösung von 2.560 x 1.440 Pixeln, was beim Galaxy S7 zu einer Pixeldichte von 577 ppi und beim Galaxy S7 Edge zu 534 ppi führt. Beide Bildschirme zeigen dementsprechend Inhalte sehr scharf an, auch beim größeren Edge-Modell sind mit bloßem Auge keine Pixelränder oder Treppeneffekte sichtbar.

Hervorragende Displays mit hoher Blickwinkelstabilität

Auch bei den neuen Modellen sind die Displays wieder sehr blickwinkelstabil: Schauen wir schräg auf die Bildschirme, nimmt die Helligkeit nicht ab, auch die Farben bleiben absolut stabil. Trotz Amoled-Technologie sind die Farben nicht aufdringlich, was auch an Samsungs gewohnter Farbkorrektur in den Einstellungen liegt. Hier lässt sich die Farbwiedergabe dem Geschmack entsprechend von unauffällig auf quietschbunt stellen. Auch bei seinen neuen Smartphones hat Samsung somit wieder hervorragende Displays verbaut.

Neue 12-Megapixel-Kamera ohne Beule

Auch wenn wir die makellos verarbeiteten Smartphones umdrehen, bemerken wir die Ähnlichkeit zu den Vorgängern - mit einer großen Ausnahme: Die Kameras der beiden neuen Galaxys stehen mit offiziell 0,46 mm kaum noch merklich aus dem Gehäuse hervor; die Kamerabeule der Galaxy-S6-Modelle ist wesentlich ausgeprägter. Neben dem Kameramodul liegen wieder ein einzelner LED-Blitz und der Pulsmesser.

Die Kameras der beiden Galaxy-S7-Smartphones hat Samsung neu gestaltet. Statt wieder auf einen 16-Megapixel-Sensor zu setzen oder gar die Zahl der Megapixel noch weiter zu erhöhen, hat der Hersteller sie reduziert: In beiden arbeitet jetzt eine 12-Megapixel-Kamera mit optischem Bildstabilisator.

Größere Pixel für bessere Ausleuchtung im Dunkeln

Hintergrund ist zum einen eine Vergrößerung der Pixel-Größe: Mit 1,4 µm sind die Aufnahmepixel jetzt um 0,28 µm größer als bei den Galaxy-S6-Modellen. Dadurch und durch eine Anfangsblende von f/1.7 sollen Aufnahmen in schummrigen Lichtsituationen besser gelingen. Ein ähnliches Konzept hatte HTC mit seinen ersten One-Topgeräten, nur mit deutlich weniger Pixeln.

Zum anderen ist der Bildsensor ein Dual-Pixel-Sensor: Alle Pixel bestehen aus zwei Fotodioden, die die Lichtmenge unabhängig voneinander messen und so eine deutlich schnellere Fokussierung durch Phasenverschiebung ermöglichen. Auch bei den Galaxy-S6-Modellen kam bereits ein Autofokus zum Einsatz, der mit Phasenverschiebung arbeitet - dort wurden allerdings nur 0,67 Prozent der Sensorpixel zum Scharfstellen verwendet, nicht alle.

Superschneller Autofokus

Das Ergebnis konnten wir ansatzweise bereits im Hands on begutachten: Das Galaxy S7 und das Galaxy S7 Edge stellen merklich schneller als Konkurrenzgeräte scharf. Im direkten Vergleich wirken das Galaxy S6 oder das iPhone 6S Plus beim Fokussieren regelrecht langsam - obwohl auch diese beiden vergleichsweise schnell sind. In dunklen Situationen stellen die neuen Galaxy-Modelle zudem zuverlässiger scharf als die Vorläufer.

Beim Scharfstellen konzentrieren sich die neuen Kameras stark auf die Mitte des Sucherbildes. Bewegen wir unsere Hand dicht vor dem Objektiv langsam vom Bildrand auf das Zentrum zu, bleibt der Fokus zunächst auf dem Hintergrund. Erst wenn wir die Mitte erreichen, springt er um. Dadurch könnte es bei bestimmten Motiven nötig sein, den Schärfepunkt manuell zu setzen, indem mit dem Finger drauf getippt wird.

Leichte Qualitätsunterschiede bei Tageslichtaufnahmen

Die Reduzierung der Anzahl und die Vergrößerung der Sensorpixel beeinflusst die Qualität der Bilder: Verglichen mit den Ergebnissen eines Galaxy-S6-Modells gibt es sowohl bei Tageslichtaufnahmen als auch bei Fotos in dunkleren Umgebungen Unterschiede.

Tageslichtaufnahmen der S7-Modelle sehen zunächst genauso aus wie die der Galaxy-S6-Modellreihe; vergrößern wir hingegen die Bilder, erkennen wir bei denen der neuen Geräte stärkere Artefakte und merklich überschärfte Kanten. Dies führt bei starker Vergrößerung zu weniger feinen Details, bei 1-zu-1-Ansicht oder leichter Vergrößerung fallen die Unterschiede allerdings nicht besonders auf.

Auch im direkten Vergleich mit der Kamera des iPhone 6S Plus ist bei stärkerer Vergrößerung auffällig, dass die neuen Galaxy-Smartphones stärker die Kanten schärfen. Das führt zwar zu besser erkennbaren feinen Details, aber auch zu sichtbaren Kantensäumen. Vom Farbeindruck sind Fotos des aktuellen iPhones etwas kontrastreicher, dafür sind die Schatten bei den neuen Galaxy-Modellen heller.

Tolle Aufnahmen im Dunkeln

Bei Aufnahmen in schummriger Beleuchtung spielen die Kameras des Galaxy S7 und des Galaxy S7 Edge ihre Stärken aus: Artefakte sind verglichen mit Fotos des Galaxy S6 Edge weitaus weniger vorhanden, zudem ist das Farbrauschen in sehr dunklen Bereichen merklich geringer. Im Vergleich zum iPhone 6S Plus sind die Aufnahmen detailreicher und schärfer.

Bei Nachtaufnahmen zeigt der neue Sensor des Galaxy S7 und Galaxy S7 Edge seine Überlegenheit besonders: Aus der ruhigen Hand gelingen selbst bei wirklich ungünstiger Beleuchtung Bilder, die merklich weniger störende Artefakte als bei den Galaxy-S6-Modellen und dem iPhone 6S Plus haben. Zudem sind sie schärfer und zeigen deutlich mehr Details in den Schattenbereichen. Selbst in einer dunklen Ecke auf dem Balkon können wir mit den neuen Galaxy-Modellen Bilder machen, die gut ausgeleuchtet sind und schlicht besser aussehen als bei den Vorgängermodellen oder dem iPhone 6 S Plus.

Neue Kamera ist gelungen

Insgesamt finden wir, dass Samsungs Strategie aufgeht: Eine schneller fokussierende Smartphone-Kamera gibt es aktuell nicht, zudem machen das Galaxy S7 und das Galaxy S7 Edge bei schwierigeren Lichtsituationen und besonders in der Nacht bessere Aufnahmen als ihre Vorgänger oder das iPhone 6S Plus. Die dafür bei Tageslicht etwas schwächere Bildqualität fällt uns erst bei starker Vergrößerung auf, weshalb die positiven Aspekte der Kamera dies für uns wettmachen.

Die Kamera-App bietet zahlreiche Aufnahmemodi, die besonders im Videobereich interessant sind. Videos können das Galaxy S7 und das Galaxy S7 Edge grundsätzlich maximal in 2160p aufnehmen. Zudem gibt es unter anderem einen Super-Zeitlupenmodus mit 240 fps bei einer Auflösung von 1.280 x 720 Pixeln, eine Video-Collagen-Funktion und einen Hyperlapse-Modus, mit dem stabilisierte Videos im Zeitraffer aufgenommen werden können.

Einige der Kamerafunktionen lassen sich auch mit der 5-Megapixel-Frontkamera nutzen. Damit lassen sich neben Fotos auch sogenannte Virtual Shots anfertigen: Der Nutzer umkreist dabei ein Objekt mit der jeweiligen Kamera, das Ergebnis kann später als scrollbare Aufnahme angeschaut werden. Die Qualität der Frontkamera reicht für Selbstporträts gut aus.

Neuer Exynos 8890 kommt mit Heatpipe

Im Inneren der neuen Galaxy-S7-Modelle hat Samsung in Europa mit dem Exynos 8890 sein Pendant zu Qualcomms Snapdragon 820 eingebaut. Das 64-Bit-SoC hat acht Kerne, vier mit einer Taktrate von bis zu 2,6 GHz und vier mit bis zu 1,6 GHz. Nach dem Big-little-Prinzip teilen sich die Kerne die Arbeit. Eine Heatpipe soll ein zu schnelles Erhitzen des Prozessors verhindern.

Spiele haben kein Problem mit Drosselung

Im Alltagseinsatz gelingt dies gut: Nach 20-minütigem Spielen des Rennspiels Riptide GP2 sinkt der Single-Wert im Geekbench-Geräte-Benchmark von durchschnittlich sehr hohen 2.180 Punkten im kalten Zustand nur auf immer noch sehr gute 2.019. Der Multi-Wert sinkt von 6.469 im Durchschnitt auf 5.468 Punkte. Dies sind Standardabweichungen, die nicht negativ hervorstechen. Zum Vergleich: Das iPhone 6S schafft einen Geekbench-Single-Wert von 2.519 Punkten, das Galaxy S6 kommt auf 1.504 Zähler. Die Gehäuse des Galaxy S7 und Galaxy S7 Edge werden dabei warm, aber nicht heiß.

Anders sieht die Leistung der neuen Galaxy-Smartphones bei einer absichtlich herbeigeführten kompletten Auslastung des SoCs aus: Dann sinken die Geekbench-Werte bereits nach 10 Minuten auf 1.310 beziehungsweise 4.839 Punkte. Beim Single-Wert ist das eine Leistungseinbuße von 40 Prozent. Dieses Szenario passiert aber nicht beim Spielen eines grafisch aufwendigen Spiels, anders als bei zahlreichen Smartphones mit Qualcomms Snapdragon 810. Es führt daher im Alltag auch nicht zu Problemen mit der Leistungsfähigkeit.

Mehr Details zum Exynos 8890 haben wir im Test zusammengetragen.

Hervorragende Benchmark-Werte

Aufgrund der Leistungsfähigkeit des Exynos-Chips sowie 4 GByte Arbeitsspeicher haben die neuen Galaxy-Modelle mit aufwendigen und rechenintensiven Apps sowie mit dem schnellen Start von Anwendungen keine Probleme. Auch in den Grafik-Benchmarks spiegelt sich die Leistungsfähigkeit des SoC wider: Im T-Rex-Test des GFX-Benchmarks kommen die beiden Smartphones auf einen hohen Offscreen-Wert von 82 fps, im anspruchsvolleren Manhattan-Test schaffen die Geräte einen Offscreen-Wert von 40 fps. Das sind vergleichbare Werte mit denen aktueller iPhones.

Im Icestorm-Unlimited-Test des 3DMarks kommen die neuen Galaxy-Smartphones auf durchschnittlich 27.879 Punkte - ebenfalls ein sehr hoher Wert. Aufgrund der CPU-Komponente des Benchmark-Tests sinkt dieses Ergebnis bei Komplettauslastung auf 18.563, nach 20-minütigem Spielen lag der Leistungsverlust aber wie beim Geekbench bei nur um die zehn Prozent - also im normalen Rahmen.

Tophardware, aber nur 32 GByte interner Speicher

Die restliche Hardware des Galaxy S7 und Galaxy S7 Edge ist ebenfalls top: Die Smartphones unterstützen Cat9-LTE und WLAN nach 802.11ac, Bluetooth läuft in der Version 4.2 LE. Ein NFC-Chip sowie ein GPS-Empfänger sind eingebaut. Wie bereits beim Hands on angemerkt stört uns allerdings, dass die Smartphones in Europa nur mit 32 GByte internem Flash-Speicher erhältlich sind - auch wenn es wieder einen Steckplatz für Micro-SD-Speicherkarten bis zu einer Größe von 200 GByte gibt. Bei den Galaxy-S6-Modellen fehlte dieser, da Samsung nach eigenen Angaben einen Leistungseinbruch befürchtete. Von diesen 32 GByte stehen nur knapp über 20 GByte für den Nutzer zur Verfügung - ziemlich wenig angesichts der Ausgangsgröße.

Zusätzlich installierte Apps können allerdings auf die Speicherkarte verschoben werden, wenn sie die Funktion App2SD unterstützen. Nutzer können jedoch den Speicher der Karte nicht mit dem fest verbauten Flash-Speicher zusammenführen - eine neue Funktion, die Google eigentlich mit Marshmallow eingeführt hat.

Fingerabdrucksensor und Wasserschutz

Das Galaxy S7 und Galaxy S7 Edge haben wieder einen Fingerabdrucksensor: Er ist wie bei den Vorgängern im Home-Button untergebracht und reagiert zuverlässig auf unsere Eingaben. Das Entsperren dauert einen Bruchteil länger als beim iPhone 6S oder bei Huaweis Mate 8.

Das Gehäuse der neuen Galaxy-Modelle ist nach IP68 vor Wasser und Staub geschützt. Damit ist Samsung auch in diesem Bereich wieder besser geworden - beim Galaxy S6 und Galaxy S6 Edge hatte der Hersteller überraschenderweise den beim Galaxy S5 vorhandenen Wasserschutz nicht mehr eingebaut. Die Zertifizierung besagt, dass die Smartphones bis zu 30 Minuten lang einen Meter unter Wasser gehalten werden können. Im Inneren der Geräte sind Wasserindikatoren eingebaut, die sich verfärben, wenn nach Überschreiten dieser Vorgaben Wasser eindringt. Einer dieser Streifen ist gut im SIM-Schacht erkennbar.

Android 6.0.1 mit Edge UX

Ausgeliefert werden beide neuen Galaxy-Modelle mit Android in der Version 6.0.1, der Sicherheitspatch ist bei unseren Geräten ebenfalls aktuell, vom 1. Februar 2016. Samsung setzt auch bei seinen neuen Spitzenmodellen auf eine eigene Benutzeroberfläche, die sich von der des Galaxy S6 und Galaxy S6 Edge nicht nennenswert unterscheidet. Beim Galaxy S7 Edge findet sich bereits die erweiterte Edge UX, also die Bedienleiste für den abgerundeten Rand des Smartphones.

Mit einem Wischen über den Rand können Nutzer eine App-Anzeige aufrufen, wo sich häufig benötigte Apps ablegen lassen. Ein weiterer Wisch blättert die verschiedenen Seiten von Edge UX durch. Darunter befinden sich eine Aufgabenanzeige, in der Kürzel zu bestimmten App-Funktionen abgelegt werden können wie das Erstellen einer neuen E-Mail, sowie die bereits bei den Vorgängern vorhandene VIP-Anzeige, wo sich häufig verwendete Kontakte ablegen lassen.

Neue Seitenleisten für das Edge-Modell

Außerdem können Nutzer des Galaxy S7 Edge verschiedene Seitenleisten-Anzeigen von Drittherstellern herunterladen. Dazu zählen eine Wetter-Leiste, ein Kalender, Nachrichten von CNN, die Quick-Tools mit Lineal, Kompass und Taschenlampe sowie weitere Anzeigen. Die Auswahl ist insgesamt jedoch klein; deutschsprachige Nachrichtenquellen gibt es beispielsweise gar nicht.

Im ausgeschalteten Zustand können mit einer Rubbelbewegung über eine der abgerundeten Seiten ebenfalls wieder Informationen wie Systembenachrichtigungen oder Nachrichten eingeblendet werden. Auch leuchten die Ränder wieder, wenn das Galaxy S7 Edge auf dem Display liegt und ein Anruf eintrifft.

Wir brauchen die Edge-Ränder nicht

Insgesamt finden wir die Edge-Ränder aber immer noch so nutzlos wie beim Galaxy S6 Edge. Zugegeben, die abgerundeten Display-Kanten sehen gut aus - einen wirklichen Nutzen haben sie für uns aber nicht. Auf die Edge-Leisten können wir insbesondere aufgrund der mangelhaften Auswahl verzichten, auch die weiteren Funktionen sind für uns eher Spielerei.

Davon abgesehen hätten sich die Edge-Leisten auch beim normalen Galaxy S7 umsetzen lassen: Wie beim Galaxy S6 Edge ist die Rundung für die Bedienung nicht notwendig. Dass es die Leisten beim Galaxy S7 Edge gibt und beim Galaxy S7 nicht, ist unserer Meinung nach eine Marketing-Entscheidung Samsungs, die nichts mit der technischen Umsetzung zu tun hat.

Interessanter finden wir die neuen Softwarefunktionen, die Samsung sowohl beim Galaxy S7 Edge als auch beim Galaxy S7 umgesetzt hat. Dazu zählt der Always-on-Screen, der - Amoled sei Dank - akkuschonend Informationen wie die Zeit, den Kalender und Systembenachrichtigungen dauerhaft auf den Displays der sich im Standby-Modus befindlichen Smartphones anzeigt. Die Anzeige lässt sich konfigurieren und auch mit farbigen Mustern hinterlegen.

Akkusparen mit geringerer Auflösung

Bereits beim Hands on interessant fanden wir die Möglichkeit, über den neuen Game Launcher die Auflösung sowie die Framerate der Smartphones reduzieren zu können, um beim Spielen den Akkustand zu schonen. Da wir diese Funktion damals nicht ausprobieren konnten, ließ sich nicht beurteilen, ob das im Alltag tatsächlich etwas bringt.

Die Reduzierung gilt nur für Spiele - und tatsächlich bewirkt sie etwas: Wir haben mit dem voll aufgeladenen Galaxy S7 Edge genau 20 Minuten lang ein grafisch aufwendiges Spiel bei voller Auflösung und einer Bildrate von 60 fps gespielt, danach lag der Akkustand bei 95 Prozent. Das gleiche Spiel, die gleichen Level, haben wir anschließend in der geringsten Auflösung bei 30 fps noch einmal 20 Minuten lang gespielt. Dabei ging der Akku nur auf 97 Prozent herunter.

Verringerung der Auflösung bringt mehr Akkulaufzeit

In absoluten Zahlen sind das zwar nur 2 Prozent Differenz, im Verhältnis ist der Akkustand bei voller Auflösung allerdings um fast das Doppelte gesunken. Bei längeren Spielesessions kann dies den Unterschied machen, ob der Nutzer abends noch über ausreichend Energie verfügt oder nicht. Die mittlere Qualitätsstufe haben wir nicht ausprobiert. Da die von uns gespielten Spiele hauptsächlich aus schnell abwechselnden Bildern bestehen, ist uns kein nennenswerter Qualitätsverlust bei der Darstellung aufgefallen.

Die weiteren neuen Softwareoptionen für Gamer beinhalten auch die sogenannten Game Tools. Dazu zählen unter anderem ein Screen-Aufnahmemodus, ein Minimierungsmodus und die Möglichkeit, alle Benachrichtigungen während des Spielens ausschalten zu können. Die Screen-Aufnahmen erlauben es, sich selbst mit der Frontkamera aufzunehmen und als kleine Kugel im Bild darzustellen. Allerdings fällt uns auf, dass bei Spielen mit schnellen Bildern die Bitrate nicht hoch genug ist, um ein wirklich klares und ruckelfreies Video aufnehmen zu können. Der Minimierungsmodus soll das Spiel im Hintergrund weiterlaufen lassen - eine für uns eher nutzlose Funktion.

Auf dem Startbildschirm können sich Nutzer jetzt personalisierte Nachrichten anzeigen lassen: In der Widget-Übersicht lässt sich die Upday genannte Funktion aktivieren. Samsung hat zudem auch beim Galaxy S7 und Galaxy S7 Edge einige Apps vorinstalliert, etwa das Fitness-Programm S Health, die Sprachsteuerung S Voice und seinen eigenen App-Store Galaxy Apps. Diese lassen sich nicht deinstallieren, nur deaktivieren.

Sensationelle Akkulaufzeit

Beide neuen Galaxy-S7-Modelle haben nicht ohne weiteres wechselbare Akkus; wie bei den direkten Vorgängern hat Samsung auf Wechselakkus verzichtet. Der Akku des Galaxy S7 hat eine Nennladung von 3.000 mAh, der des Galaxy S7 Edge 3.600 mAh.

In unseren Tests hat uns die Möglichkeit, den Akku zu wechseln, nicht gefehlt: Einen 1080p-Film können wir bei voller Helligkeit auf dem Galaxy S7 fast 13 Stunden laufenlassen, ehe der Akku leer ist - ein Spitzenwert. Das Galaxy S7 Edge übertrifft diese Marke noch: Hier kommen wir auf eine Laufzeit von 15 Stunden. Im Alltagsbetrieb halten beide Smartphones problemlos zwei Tage lang durch. Zum Vergleich: Das iPhone 6S Plus kommt bei normaler Nutzung bei uns nicht über einen Tag Nutzung hinaus, beim Galaxy S6 waren es anderthalb Tage und zehn Stunden Filme.

Kein USB-Typ-C wegen Gear VR

Geladen werden beide Smartphones über einen Micro-USB-Anschluss. Sprach Samsung anfangs noch von der IP68-Zertifizierung als Hindernis für einen USB-Typ-C-Stecker, verriet uns der Hersteller auf dem MWC 2016 die wahre Ursache: Mit einem neuen Steckeranschluss hätte Samsung auch eine neue Gear VR vorstellen müssen, was man habe vermeiden wollen. Beide neuen Galaxy-Modelle unterstützen wieder die Schnellladefunktion, auch drahtlos. Nach knapp anderthalb Stunden sind die Smartphones wieder voll aufgeladen.

Verfügbarkeit und Fazit

Das Galaxy S7 und das Galaxy S7 Edge lassen sich unter anderem über den Onlineshop von Samsung vorbestellen. Das Galaxy S7 kostet 700 Euro, das Galaxy S7 Edge 800 Euro. Vorbesteller sollten die Smartphones am 8. März erhalten, einige bekamen die Geräte aber bereits früher. Der reguläre Verkaufsstart ist der 11. März 2016.

Wer vorbestellt hat, bekommt eine Gear VR kostenlos dazu. Diese gibt es allerdings erst im Nachhinein - nach dem Kauf muss die VR-Brille bei Samsung eingefordert werden.

Fazit

Samsungs neue Topsmartphones Galaxy S7 und Galaxy S7 Edge gefallen uns sehr gut - wir halten die beiden für die zurzeit besten Smartphones am Markt. Hauptgründe sind die neu entwickelte Hauptkamera, der leistungsfähige Prozessor und die damit verbundenen Softwarefunktionen zum Akkusparen sowie die enorme Akkulaufzeit.

Die Hauptkamera beim Galaxy S7 und Galaxy S7 Edge stellt unglaublich schnell scharf - ein schneller fokussierendes Smartphone kennen wir nicht. Die Bildqualität in schwierigen Situationen ist besser als bei der Konkurrenz, wofür wir die leicht überschärften Bilder bei Tageslicht in Kauf nehmen.

Die Leistung des neuen Exynos 8890 erreicht Topergebnisse und leidet auch bei starker Beanspruchung durch Spiele nicht an Drosselproblemen. Heiß werden die neuen Galaxy-Modelle während der Nutzung nicht nennenswert, was nicht zuletzt bei der Verwendung in einer Gear VR angenehm ist - die Wärmeentwicklung unter der Brille hält sich in Grenzen.

Die Reduzierung der Bildqualität beim Spielen bringt im Alltag tatsächlich etwas und ist eine sinnvolle Erweiterung für Gamer. Nicht überzeugt haben uns wie beim Galaxy S6 Edge die abgerundeten Kanten des Galaxy S7 Edge. Die damit verbundene Seitenleiste ließe sich auch beim normalen Galaxy S7 umsetzen, zudem benötigen wir sie im Alltag eigentlich nicht.

Erfreulich ist, dass Samsung diesmal keine beliebten Funktionen gestrichen hat, im Gegenteil: Der Schutz vor Wasser und Staub ist ebenso wieder dabei wie der Speicherkartensteckplatz. Der externe Speicher ist auch bitter nötig, stehen dem Nutzer doch nur 20 GByte an internem Speicher zur Verfügung. Die immer noch fehlende Möglichkeit, den Akku wechseln zu können, hat uns hingegen aufgrund der langen Laufzeiten nicht gestört.

Wer plant, sich in naher Zukunft ein Oberklasse-Smartphone zu kaufen, kommt unserer Meinung nach nicht um die neuen Galaxy-Modelle herum. Interessant wird dabei, wie das Galaxy S7 und das Galaxy S7 Edge gegen das LG G5 abschneiden werden, wenn dieses erhältlich ist.  (tk)


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