Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/news/sco-gegen-ibm-der-streit-um-unix-soll-enden-1603-119508.html    Veröffentlicht: 02.03.2016 15:13    Kurz-URL: https://glm.io/119508

SCO gegen IBM

Der Streit um Unix soll enden

Wem gehört Unix? Nach 13 Jahren soll der Rechtsstreit zwischen dem US-amerikanischen IT- und Beratungsunternehmen IBM und dem Softwareanbieter SCO Group um diese Frage endlich beendet werden.

13 Jahre lang hat sich der US-Softwareanbieter SCO Group bemüht, sich an den Rechten für das erfolgreiche Betriebssystem Unix gesundzustoßen. Zunächst klagte das Unternehmen wegen Urheberrechtsverletzungen gegen das IT- und Beratungsunternehmen IBM, dann wurde es selbst vom Hard- und Softwarehersteller Novell verklagt, schließlich klagte es erneut gegen IBM. Jetzt soll der Prozess endlich zu Ende gehen - mit einer Pleite für SCO.

Die Anwälte beider Streitparteien haben vor dem Distriktgericht in Utah beantragt, den Prozess abzuschließen. Dafür soll eine Entscheidung des Richters vom 5. Februar 2015 zugrundegelegt werden, mit der die letzten beiden Anklagepunkte abgewiesen werden.

Der Rechtsstreit begann 2003, als SCO IBM auf eine Milliarde US-Dollar Schadenersatz verklagte. Der Vorwurf lautete, IBM habe Unix-Code aus einem gemeinsamen Projekt in den Linux-Kernel eingebracht und damit gegen den gemeinsamen Vertrag verstoßen. Allerdings konnte SCO diese Behauptung nie mit Beweisen untermauern, wie eine Mitschrift eines Verhandlungstags vom September 2004 zeigt, die von Groklaw veröffentlicht wurde.

Bereits 2007 brachte IBM einen Antrag ein, den Fall ohne Gerichtsverfahren zu beenden. Der Hard- und Softwarehersteller Novell schaltete sich mit einer Klage gegen SCO ein und konnte seinerseits vor Gericht beweisen, die Rechte an Unix zu halten. Damit endete auch der Prozess zwischen SCO und IBM. Allerdings stellte SCO 2013 einen Antrag auf Wiederaufnahme des Verfahrens gegen IBM unter Berufung auf zwei Streitpunkte, die auch ohne die Rechte an Unix weiterbestehen würden.

Es sah schon mehrfach so aus, als sei der Rechtsstreit tatsächlich beendet, doch diesmal könnte es stimmen. Der jetzige beiderseitige Wunsch nach einem Ende des Verfahrens wird durch den seit 2007 anhaltenden Bankrott von SCO beflügelt. Die Anwälte sind der Ansicht, die noch vorhandenen Geldmittel sollten den Gläubigern zukommen und nicht in einem offensichtlich aussichtslosen Verfahren weiter verringert werden. Der Prozess gegen IBM war in den vergangenen Jahren die einzige Aktivität der SCO Group.  (fth)


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