Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/0101/11937.html    Veröffentlicht: 25.01.2001 16:00    Kurz-URL: https://glm.io/11937

Spieletest: Die Mumie - Effektvolles PC-Kinospektakel

Action-Adventure von Konami

Wenn ein Film viele Menschen in die Kinos zieht, liegt die Entwicklung eines Computerspiels nahe. Universal Interactive Studios und Konami lassen den Spieler in die Rolle des Legionärs Rick O'Connell schlüpfen, um die Welt vor dem bösen Priester Imhotep zu retten. Dieser wurde seinerzeit mit dem schlimmsten aller bekannten Flüche belegt und wird im Jahre 1926 versehentlich aus seinem ewigen Grab befreit.

Screenshot #1
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Was liegt bei diesem archäologischen Abenteuer näher als eine Umsetzung im Stil von Tomb Raider. Und so verfolgt die Kamera unser Alter Ego durch dunkle Katakomben und Ausgrabungsstätten. Dabei hat Mr. O'Connell weit weniger Rundungen zu bieten als sein bekanntes Vorbild und auch seine Bewegungen sind nicht von solcher Geschmeidigkeit. Bei seinen balsamierten Gegnern fallen dagegen die knochigen Bewegungen nicht so auf. Zudem sind ihm akrobatische Sprünge oder einfaches Schwimmen fremd.

Screenshot #2
Screenshot #2
Mit wenigen Leben bestückt rückt der Spieler den Mumien mit Pistole und Machete zu Leibe und muss geschickt Fallen entkommen. Wenn man dabei Hieroglyphen entdeckt oder Schätze einsammelt, warten Spielboni am Ende des Levels. Ein Level ist geschafft, wenn die sechs Fragmente des Sternenschlüssels gefunden wurden. Erst dann kann wieder gespeichert werden und die Story wird mit deutsch untertitelten Zwischensequenzen in Spielgrafik weitergeführt. Weil aber die Geschichte schon bekannt ist, mag die Motivation nicht so recht aufkommen, einen schwierigen Abschnitt immer wieder aufs Neue zu versuchen.

Screenshot #3
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Ein weiteres Manko ist, dass die Steuerung nicht angepasst werden kann und der Spieler auf die Tastatur angewiesen ist. Zumindest die Unterstützung eines Joypads wäre angebracht. Da können auch die Original-Filmmusik und Soundeffekte nicht viel rausholen.

Der PC ist nicht die einzige Plattform, auf der die Mumie ihr Unwesen treiben soll. Auch PlayStation, Game Boy und Dreamcast sind geplant, wobei sich die Dreamcast-Version hinsichtlich der aktuellen Entwicklung bei Sega bald erledigt haben könnte.

Fazit:
Die Mumie ist eine mäßige Umsetzung eines unterhaltsamen Films. Wenn man schon ein bekanntes Spieldesign aufgreift, sollte man es verbessern und nicht noch schlechter sein als das Original. Wer sich also nicht direkt als nekrophil bezeichnet, kann auf die Mumie als Computerspiel verzichten - dann lieber noch mal als Video leihen.  (av)


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