Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/news/haier-watch-im-hands-on-runde-smartwatch-aus-metall-fuer-200-euro-1602-119308.html    Veröffentlicht: 22.02.2016 14:41    Kurz-URL: https://glm.io/119308

Haier Watch im Hands on

Runde Smartwatch aus Metall für 200 Euro

Haier versucht sich im Smartwatch-Markt: Die schlicht "Watch" genannte Uhr ist aus Metall, kommt mit verschiedenen Armbändern und basiert auf Ingenics M200-SoC. Entscheidend für den Erfolg könnte der Preis sein.

Das chinesische Unternehmen Haier zeigt auf dem Mobile World Congress (MWC) 2016 seine erste Smartwatch. Die Haier Watch ist rund und kommt mit einem Gehäuse aus Edelstahl. Auf dem Haier-Stand wird die Uhr mit verschiedenen Armbändern gezeigt, unter anderem aus Leder oder aus einem Metallgeflecht. Golem.de hat sie sich in einem ersten Kurztest genauer angeschaut.

Mit ihrem runden Gehäuse wirkt sie auf den ersten Blick wie eine traditionelle Armbanduhr - vom Design her ähnelt die Uhr der Huawei Watch. Am rechten Rand sitzt ein Knopf, mit dem die Uhr eingeschaltet werden kann. Alternativ aktiviert sie sich wie andere Datenuhren auch, wenn der Nutzer das Handgelenk dreht. Von der Verarbeitung her gefällt uns die Smartwatch sehr gut.

Das Display ist 1,4 Zoll groß und mit 400 x 400 Pixeln recht hochauflösend. Das merken wir direkt an der Darstellung: Inhalte werden sehr scharf angezeigt. Welcher Bauart das Display ist, konnten wir nicht herausfinden. Der Bildschirm ist komplett rund, also ohne abgeschnittenen Bereich an der Unterseite wie etwa bei den Moto 360. Dafür hat die Uhr keine automatische Helligkeitsregulierung.

SoC stammt von Ingenic

Im Inneren der Haier Watch arbeitet Ingenics M200-SoC, das der Hersteller explizit für Wearables vorsieht. Der Prozessor hat zwei Kerne mit einer maximalen Taktrate von 1,2 GHz. Der Arbeitsspeicher der Smartwatch soll 1 GByte groß sein, der eingebaute Flash-Speicher 8 GByte.

Angepasstes Android Wear

Als Betriebssystem kommt ein angepasstes Android Wear zum Einsatz, das auch Benachrichtigungen des Smartphones anzeigen kann. Von der Bedienung und dem Aussehen her unterscheidet sich dieses System in zahlreichen Punkten vom puren Android Wear. So lassen sich beispielsweise die Watchfaces durch eine Wischbewegung nach links austauschen. Ein Wisch von oben nach unten öffnet ein Benachrichtigungsmenü, ein Wisch von unten nach oben die Steuerung für den Musikplayer.

Zugriff auf die Apps bekommt der Nutzer über den App-Drawer, der nach einem Tipp auf den Startbildschirm der Uhr erscheint. Auf dem Modell, das uns gezeigt wurde, waren hauptsächlich Systemanwendungen vorinstalliert. Dazu gehören eine Kamerasteuerung für das verbundene Smartphone, ein Musikplayer und eine Fitness-App.

Pulsmesser und Lautsprecher

Diese misst die Anzahl der Schritte sowie die Herzfrequenz. Dafür ist auf der Unterseite der Smartwatch ein Pulsmesser eingebaut. Auch Telefonieren lässt sich mit der Haier Watch - sie dient als Bluetooth-Headset, ein Lautsprecher und ein Mikrofon sind eingebaut. Eine eigene SIM-Karte hat die Uhr nicht.

An die etwas andere Art der Bedienung haben wir uns schnell gewöhnt. Was wir nicht überprüfen konnten, ist die Kompatibilität mit Android-Wear-Apps und wie die Companion-App der Haier Watch auf einem Smartphone aussieht.

Fazit

Haiers erste Smartwatch macht auf uns einen guten ersten Eindruck. Die Verarbeitung stimmt, auch die Hardware kann sich sehen lassen - 1 GByte Arbeitsspeicher bietet kaum eine aktuelle Smartwatch.

Das angepasste Android-Wear-System ist zunächst von der Bedienung her etwas gewöhnungsbedürftig, da es auf anderen Gesten basiert als das normale Android Wear. Auf den ersten Blick bietet das System einen vergleichbaren Funktionsumfang wie Android Wear, zusätzlich ist eine gute Fitness-App installiert.

Entscheidend bei der Haier Watch dürfte der Preis sein: Uns sagte ein Mitarbeiter des Unternehmens, dass die Uhr um die 200 Euro kosten wird - was angesichts der Technik und Verarbeitung eher wenig ist. Allerdings ist nicht klar, ob dies auch die Version mit dem Metallarmband einschließt. Denkbar ist, dass dieses wie bei anderen Herstellern einen Aufpreis kostet.  (tk)


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