Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/news/mediencenter-software-kodi-kaempft-gegen-unserioese-anbieter-1602-119196.html    Veröffentlicht: 17.02.2016 13:14    Kurz-URL: https://glm.io/119196

Mediencenter-Software

Kodi kämpft gegen unseriöse Anbieter

Die Macher von Kodi wollen verstärkt gegen unseriöse Anbieter vorgehen, weil sie dem Ansehen der Mediencenter-Software schaden: Dabei geht es um den Verkauf von Streaming-Geräten mit fragwürdiger Kodi-Konfiguration.

Die Macher von Kodi wollen nicht länger untätig zusehen, wie der Ruf der freien Mediencenter-Software beschädigt wird. Künftig sollen die Kodi-Markenrechte mit allen Mitteln durchgesetzt werden, verkündeten die Macher in einem Blog-Posting. Dabei geht es um den Verkauf von Streaming-Geräten, auf denen Kodi mit fragwürdigen Erweiterungen vorinstalliert ist. Diese Geräte würden mit dem Namen Kodi beworben und schadeten damit dem Ansehen der Mediencenter-Software.

Erweiterungen sind das Problem

Kodi lässt sich mit Hilfe von Erweiterungen umfangreich anpassen. Dabei haben die Kodi-Macher keinen Einfluss darauf, ob sich alle Erweiterungen an die geltenden Gesetze halten. So gibt es einige, deren Einsatz gegen Urheberrechte verstößt, weil darüber illegale Inhalte angeboten werden. Sie werben damit, dass kostenlos Pay-TV darüber empfangen werden könne und aktuelle Kinofilme im Sortiment seien. Die Käufer werden laut Kodi zumeist nicht darauf hingewiesen, dass es sich um illegale Angebote handelt.

Auf diversen Onlinemarktplätzen werden immer wieder Streaming-Geräte verkauft, auf denen nicht nur Kodi vorinstalliert ist, sondern auch Erweiterungen, die gezielt Zugriff auf illegale Inhalte erlauben. Das führte in der Vergangenheit dazu, dass Kodi wegen Urheberrechtsverletzungen etwa im Sommer 2015 aus Amazons App-Shop verbannt wurde.

Nutzer wenden sich bei Problemen an die Kodi-Gemeinschaft

Aber auch fehlerhafte Erweiterungen machen den Kodi-Entwicklern das Leben schwer. Es sei nicht möglich, all diese Erweiterungen auf korrekte Funktionsweise zu prüfen. Als Folge davon meldeten sich die betreffenden Käufer bei Kodi selbst, denn die Produkte würden unter ihrem Namen beworben.

Nach Aussage der Kodi-Macher häufen sich in den letzten Monaten Meldungen von Nutzern, die ein Streaming-Gerät mit einer zweifelhaften Kodi-Installation gekauft und jetzt damit Probleme haben. Sie rufen Anwender dazu auf, sich damit an die Anbieter der Kodi-Produkte zu richten, um den Vertrieb zu stoppen. In jedem Fall wollen die Kodi-Macher auf die Einhaltung der Markenrechte pochen und diese mit allen Mitteln durchsetzen.

Auch Anleitungen für illegale Erweiterungen im Visier

Außer gegen Verkäufer von solchen Streaminggeräten wollen die Kodi-Macher auch gegen Anwender vorgehen, die detaillierte Anleitungen anbieten, in denen der Einsatz illegaler Erweiterungen beschrieben wird. Sie gehen davon aus, dass vielen nicht bewusst ist, dass sie damit illegale Aktivitäten fördern.  (ip)


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