Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/news/jugendschutz-erstmals-liegt-usk-ab-12-jahren-vorne-1602-119195.html    Veröffentlicht: 17.02.2016 12:36    Kurz-URL: https://glm.io/119195

Jugendschutz

Erstmals liegt "USK ab 12 Jahren" vorne

1.828 Computerspiele hat die Unterhaltungssoftware Selbstkontrolle (USK) über ihr klassisches Prüfverfahren im Jahr 2015 untersucht. Erstmals lag nicht die Altersstufe "ab 0 Jahre" vorne. Grund sind die immer häufiger erfassten Casualgames.

Die Unterhaltungssoftware Selbstkontrolle (USK) hat über ihre klassischen Prüfverfahren im vergangenen Jahr 1.828 Altersfreigaben für Computerspiele auf Grundlage des Jugendschutzgesetzes erteilt. Erstmals machten die Freigaben mit "USK ab 0 Jahren" nicht mehr den größten Anteil aus. Stattdessen resultierte aus 30,5 Prozent der Verfahren das USK-Kennzeichen "ab 12 Jahren".

Der Grund liegt in der zunehmenden Abwanderung von Casualgames und anderen bislang für Jugendschützer nicht relevanten Inhalte auf Smartphones und Tablets. Mit dem weltweiten Altersfreigabesystem International Age Rating Coalition (IARC) werden viele dieser Titel nun eben doch gekennzeichnet, was ihren Anteil entsprechend erhöht.

Die grundsätzliche Verteilung der Altersfreigaben blieb aber stabil. Nach wie vor werden in drei von vier Verfahren die Kennzeichen USK 0, USK 6 oder USK 12 vergeben. In 7,2 Prozent und damit etwas weniger Verfahren als noch im Vorjahr (2014: 8,5 Prozent) wurde die Freigabe USK ab 18 Jahren erteilt.

Im Jahr 2015 verweigerte das Prüfgremium in zwei Fällen ein Kennzeichen, da eine Indizierungsrelevanz nicht ausgeschlossen werden konnte. Des Weiteren wurden fünf Berufungsverfahren und eine Appellation durchgeführt.

Über eine Million Alterskennzeichen

Insgesamt hat die USK im vergangenen Jahr die Alterskennzeichen für über eine Million Spiele und Apps vergeben. Der mit Abstand größte Anteil lief über das von der USK beaufsichtigte IARC-Verfahren.

Die International Age Rating Coalition sorgt dafür, dass Alterskennzeichen weltweit auf die gleiche Art in die Stores von Google, Microsoft und den Firefox Marketplace eingebunden werden. Für Publisher und Entwickler bedeutet das eine erhebliche Vereinfachung.  (ps)


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