Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/news/khronos-group-spezifikationen-des-low-level-api-vulkan-veroeffentlicht-1602-119169.html    Veröffentlicht: 16.02.2016 16:40    Kurz-URL: https://glm.io/119169

Khronos Group

Spezifikationen des Low-Level-APIs Vulkan veröffentlicht

Die offene Low-Level-Grafikschnittstelle Vulkan 1.0 ist da - und mit ihr das erste Spiel The Talos Principle sowie ein Radeon-Treiber von AMD. Die neue API läuft unter Android, Linux und Windows.

Das Industriekonsortium Khronos Group hat die finalen Spezifikationen der Vulkan-Grafikschnittstelle veröffentlicht: Vulkan v1.0 ist eine Low-Level-API ähnlich Microsofts Direct3D 12, läuft aber nicht nur unter Windows, sondern auch unter Android und Linux. Die Grafikschnittstelle basiert in weiten Teilen auf AMDs Mantle-API, die der GPU-Entwickler ursprünglich nur für die eigenen Radeon-Karten entworfen hatte. Da überrascht es nicht, dass AMD bereits einen Vulkan-Treiber öffentlich anbietet. Auch Nvidia stellt passende Software zur Verfügung, Intel liefert zumindest den Quellcode für den Linux-Treiber. Als Spiel bietet sich The Talos Principle von Croteam an, das heute einen optionalen Beta-Patch mit Vulkan-Unterstützung erhalten hat.

Außer auf Android ab 6.0 Marshmallow, Linux, SteamOS und Tizen läuft die Vulkan-Grafikschnittstelle auch unter Windows 7 oder neuer. Zur unterstützten Hardware zählen Adreno-GPUs von Qualcomm, AMDs Radeons mit GCN-Architektur, ARMs Mali- und Imagination Technologies' PowerVR-Grafikeinheiten, Intels iGPU der Skylake- und Broadwell-Generation (theoretisch auch Haswell) sowie Nvidias Geforce-Chips mit Kepler-Technik oder neuer. Wichtig für Vulkan ist eine Architektur, die mindestens OpenGL ES 3.1 im Mobile-Segment oder OpenGL 4.5 im Desktop-Bereich unterstützt.

Vulkan als offene Grafikschnittstelle ähnelt vom Grundgedanken her Microsofts geschlossenem Direct3D 12 für Windows 10 und Apples Metal für iOS: Die Low-Level-API verringert den Treiber-Overhead und verteilt die anfallende Last über multiple Command-Buffer besser auf viele CPU-Kerne. Magisch mehr Leistung kitzelt Vulkan aber nicht aus vorhandener Hardware, denn die Entwicklerstudios werden stärker in die Verantwortung genommen. Die Khronos Group hat hierzu das LunarG-SDK veröffentlicht, welches von Valve mitgetragen wurde und beispielsweise Dokumentationen enthält.

Besagtes The Talos Principle sieht Entwickler Croteam vor allem als 'Proof of Concept', die Leistungszuwächse dürften eher gering ausfallen.  (ms)


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