Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/news/surface-book-im-test-schon-fast-der-ultimative-laptop-1602-119096.html    Veröffentlicht: 17.02.2016 12:04    Kurz-URL: https://glm.io/119096

Surface Book im Test

Schon fast der ultimative Laptop

Microsoft preist es als den ultimativen Laptop an: Das Surface Book ist tatsächlich ein grandioses Detachable-Gerät mit ungewöhnlichen Features. Angesichts des sehr hohen Preises stören uns aber kleine Details und Nachlässigkeiten bei der Software.

Wenn sich Microsoft in den vergangenen Jahren mit einem hervorgetan hat, dann mit neuen Ideen bei klassischen Geräten wie Notebooks und Tablets. Das Surface Pro in seiner ersten Version hatte zwar allerlei Macken, das aktuelle Surface Pro 4 aber ist exzellent und in seiner Nische kaum zu schlagen. Umso gespannter waren wir bei der Ankündigung des Surface Book: Microsofts erstes Detachable, also ein 2-in-1-Gerät, konkurriert in seinem Markt mit allerhand erstklassigen Ultrabooks. So viel vorweg: Der ultimative Laptop, als den Microsoft das Surface Book anpreist, ist es nicht - noch nicht.

Das Surface Book ist ein Detachable, also kein Tablet mit zusätzlich zu erwerbender Anstecktastatur, sondern ein Notebook mit abnehmbarer Tablet-Einheit. Die nennt Microsoft allerdings nicht so, die offizielle Bezeichnung lautet Clipboard. Das ist durchaus berechtigt, denn ein echtes Tablet müsste anders ausgestattet sein. Grundlegend bleibt die Surface-Linie gleich: Das Surface Book ist ein Gerät im 3:2-Format, was im produktiven Alltag weitaus angenehmer ist als ein typisches Notebook mit 16:9-Seitenverhältnis. In der Höhe steht viel mehr Arbeitsfläche zur Verfügung, wir müssen also weniger häufig mithilfe des Clickpads scrollen oder auf dem Touchscreen wischen.

Mit einem Display, das in der Diagonale 13,5 Zoll misst, stellt Microsoft das Surface Book bewusst gegen Apples aktuelles Macbook Pro Retina mit 13,3 Zoll. Das Redmond-Detachable setzt sich allerdings optisch deutlich von dem Apple-Gerät ab: Buchstäblich herausragend ist das sogenannte Fulcrum-Gelenk. Das verbindet die Tastatur des Surface Book mit dem Display und erinnert an eine Gleiskette. In der Basiseinheit stecken ein Akku und je nach Modell eine zusätzliche Geforce-Grafikeinheit, im Clipboard hingegen die komplett autarke Hardware eines extrem schnellen x86-Tablets.

Verglichen mit dem Surface Pro 4 fällt das Clipboard dünner (7,7 statt 8,5 mm) und leichter (729 statt 786 g) aus. Wir hatten ein höheres Gewicht erwartet - denn bei den meisten Detachables wiegt das Display mehr als die Basis. Mit der Tastatureinheit (850 g) bringt es das Surface Book auf ein recht hohes Gewicht von knapp 1,6 kg und eine Bauhöhe von 13,1 bis 22,8 mm. Letzteres ist dem Fulcrum-Gelenk geschuldet, da sich das Notebook nicht flach zusammenfalten lässt, sondern am Scharnier einen Buckel bildet. Zwischen Display und Tastatur klafft ein Spalt, in den Dreck oder Gegenstände eindringen können. Im Alltagstest erwies sich diese Befürchtung als unbegründet, da wir unser Notebook stets ist einem eigenen Taschenabteil transportieren.

Das Fulcrum-Gelenk macht das Surface Book zwar dicker, aber auch länger: Es rollt sich flach aus, wenn das Clipboard nach hinten geneigt wird, und stabilisiert das Book mehr als jedes andere Detachable. Der Öffnungswinkel der Tablet-Einheit ist mit 130 Grad für unseren Geschmack zu gering, wir hätten uns mindestens 150 bis 160 Grad gewünscht. Dafür hält das Scharnier das Tablet in jeder Position an seinem Platz, wackelt aber leicht beim Tippen.

Das Display ist der helle Wahnsinn

Im Betrieb erweist sich das Surface Book dem Fulcrum-Gelenk zum Trotz als kopflastig, da ein 3:2-Display höher ist als eines mit 16:9-Seitenverhältnis. Das hat uns ziemlich genervt: Steht das Detachable nicht auf dem Tisch, sondern - was im Alltag häufiger vorkommt - auf dem Schoß, hebt die Front ein wenig ab und das Surface Book balanciert quasi auf seinem Scharnier. Zwar hilft es, die Basiseinheit durch mindestens eine Hand zu fixieren, das erschwert aber die Nutzung des Clickpads oder des Touchscreens. Was uns fehlt, ist ein Ständer an der Rückseite der Tablet-Einheit.

An der haben wir ohnehin einiges zu bemängeln, beispielsweise die Abwesenheit jeglicher Anschlüsse, abgesehen von einer 3,5-mm-Klinke oben rechts, von wo aus das Kabel herabbaumelt. Am Clipboard gibt es weder USB-Ports noch einen Display-Ausgang und eben auch keinen Ständer. Mehr als das Tablet in die Hand zu nehmen oder es auf den Tisch zu legen, geht nicht. Was allerdings klappt, ist das Clipboard um 180 Grad gedreht in die Basiseinheit zu stecken, die Tastatur deaktiviert sich automatisch. So wird aus dem Detachable eine Präsentationsfläche oder, komplett zugeklappt, eine leicht schräge Display-Fläche. Deren durch das Fulcrum-Gelenk bedingte leichte Neigung eignet sich gut, um mit dem mitgelieferten Surface Pen zu zeichnen. Der hat die bekannten 1.024 Druckstufen, und ein Doppelklick auf die Kappe fertigt praktischerweise einen Screenshot an - eine gute Idee.

Wo wir gerade beim Display sind - das ist schlicht grandios! 13,5 Zoll im 3:2-Format ergeben mehr Fläche als ein 14-Zöller mit 16:9-Seitenverhältnis, was wir beim Arbeiten nicht mehr missen wollen. Das von Gorilla-4-Glas geschützte, blinkwinkelstabile IPS-Panel erreicht hervorragende Messwerte: Die maximale durchschnittliche Helligkeit liegt bei 397 cd/m², die minimale bei 2 cd/m² und der Kontrast bei fantastischen 1.741:1 - das ist deutlich besser als bei einem Macbook Pro Retina. Obendrein hat unser Testmuster eine Helligkeitsabweichung von sehr geringen 8 Prozent, kaum Backlight-Bleeding, der Weißpunkt ist neutral (6.700 Kelvin) und es erreicht 97 Prozent des sRGB-Farbraums. Einziges Manko: Das Glare-Display spiegelt bei direkter Lichteinstrahlung.

Ungewöhnlich ist die Auflösung von 3.000 x 2.000 Pixeln (267 ppi), die mit einer RGB-Matrix dargestellt werden. Zwischen den Subpixeln sind die Elektroden zu erkennen, die Treibertransistoren sitzen am Rand. Dadurch wird das Display flacher und der Rahmen dünner. Microsoft hat die Skalierung in Windows 10 auf 200 Prozent eingestellt, weshalb einige Anwendungen grobkörnige Schriften zeigen. Zugunsten des enormen Kontrasts hat sich Microsoft dazu entschieden, auf IGZO-Transistoren zu verzichten, wenngleich diese Technik die Leistungsaufnahme des Displays bei gleicher Helligkeit verringert hätte. Für die Pen- und Touch-Eingabe ist der G5-Controller verantwortlich. Der nutzt neben den CPU-Kernen auch die Grafikeinheit, was der Präzision und Reaktionsgeschwindigkeit zugutekommen soll.

Oberhalb des Displays sitzen eine 5-Megapixel- und eine Infrarotkamera. Erstere zeichnet 1080p-Videos auf, Letztere dient der optionalen biometrischen Authentifizierung per Windows Hello - das Surface Pro 4 lässt grüßen. Auf der Rückseite der Tablet-Einheit befindet sich eine 5-Megapixel-Kamera mit Autofokus, die Bilder haben bessere Schnappschussqualität.

Bei der Peripherie hakt's noch etwas

Soll das Tablet wieder angedockt werden, reicht es, das Clipboard von oben in die vorgesehene Halterung zu schieben. Es folgt ein befriedigendes Klack-Geräusch und die Tablet-Einheit ist hörbar arretiert. Der Mechanismus arbeitet nicht mechanisch oder magnetisch, sondern elektronisch. Folgerichtig muss das Tastaturdock ein wenig Restkapazität im Akku haben oder am Stromkabel hängen - eines von beiden war bei uns immer der Fall. Um das Tablet von der Basis-Einheit zu lösen, wird entweder in der Taskleiste auf das Unlock-Symbol geklickt oder die passende Taste für ein paar Sekunden gedrückt.

Eine kleine LED wechselt von Rot auf Grün, es klackt und das Clipboard kann entnommen werden. Rausziehen ist unmöglich, da der Verschluss des Surface Book mit einer Formgedächtnislegierung arbeitet, die erhitzt wird. Läuft eine Anwendung oder ein Spiel, das die dedizierte Grafikeinheit verwendet, muss diese erst beendet werden - ein automatischer Wechsel klappt nicht. Übrigens aktiviert sich beim Abdocken nicht automatisch der Tablet-Modus von Windows 10, das kann aber in den Einstellungen geändert werden.

Im Test ist uns das Microsoft-Detachable einmal abgestürzt, nachdem wird das Clipboard abgedockt hatten. Der Bluescreen gab auch gleich den Hinweis auf den Schuldigen: der Nvidia-Treiber. Steckt eine Geforce-Grafikeinheit im Dock, muss die erst deaktiviert werden, und dabei hat der Treiber offensichtlich das System abgeschossen. Die Basis-Einheit liefert all die Anschlüsse, die dem Tablet fehlen: Zwei USB-3.0-Ports in Typ-A-Bauweise, einen Mini-Displayport 1.2, einen SD-Kartenleser (halbe Tiefe) und einen proprietären magnetischen Ladeanschluss, der auch für das optionale Surface Dock (230 Euro) verwendet wird.

Wir hätten uns von Microsoft ein wenig mehr Zukunftsorientiertheit gewünscht, sprich einen Thunderbolt-3-Controller hinter einem USB-Type-C-Anschluss. Obendrein weist der SD-Kartenleser nur die halbe Bautiefe auf, normale Speicherkarten ragen also heraus - ziemlich unpraktisch beim Transport. Wer per Kabel ins Internet möchte, muss das Surface Dock oder einen USB-auf-Ethernet-Adapter kaufen, was allerdings für die meisten anderen Ultrabooks genauso gilt wie für das Surface Book. Über den Displayport lassen sich UHD- oder DCI-4K-Bildschirme mit 60 Hz betreiben, ein Oculus Rift Development Kit 2 verweigert jedoch zumindest mit dem SDK v0.8 die Arbeit.

Bei der Tastatur setzt Microsoft auf das heute übliche Chiclet-Design mit gut 2 mm Abstand zwischen den Knöpfen. Die weisen einen angenehmen Hubweg von 1,6 mm auf und sitzen straff, der Druckpunkt könnte aber ein bisschen mehr Widerstand haben und die vertikalen Pfeiltasten sind etwas klein. Nach etwas Eingewöhnung tippt es sich auf dem Surface Book jedoch flott, ein Großteil dieses Artikels ist so entstanden. Die zweistufige Hintergrundbeleuchtung der Tasten ist ungleichmäßig, da teils der LED-Kolben durchscheint. Kurioses Detail: Per Fn-Knopf und Lampensymbol in der F-Tastenleiste wird nicht wie üblich die Display-Helligkeit geregelt, sondern die der Tastatur.

Aufgrund des 3:2-Formats bleibt vergleichsweise viel Platz für das Clickpad - Microsoft spricht vom Precision Touchpad. Wie üblich gibt es wenige Optionen abseits der unterstützten Gesten, etwa dem bekannten Scrollen mit zwei Fingern. Gerade bei einem Gerät, das (auch) für Business-Kunden gedacht ist, halten wir trotz des sehr guten Clickpads und des Touch-Displays den Trackpoint eines Thinkpads mit drei dedizierten Maustasten für die beste Lösung.

In der Tastatureinheit steckt Leistung

Wie bei allen Detachables befindet sich die für den Betrieb zwingend notwendige Hardware in der Tablet-Einheit. Unser Testmuster ist mit einem Core i7-6600U ausgestattet, einem 15-Watt-Chip mit HD Graphics 520. Der Prozessor nutzt zwei Kerne mit Skylake-Architektur und Hyperthreading und taktet mit bis zu 3,4 GHz. Microsoft verbaut keinen DDR4-Arbeitsspeicher, sondern verlötet stattdessen LPDDR3-1866, in unserem Fall satte 16 GByte davon. Die Leistung des Intel-Chips samt der üppigen RAM-Ausstattung genügt allen täglichen Anwendungen, zumal eine sehr flotte SSD mit im Clipboard sitzt.

Dabei handelt es sich um die von OEMs häufig verwendete PM951 (MZFLV512), ein Samsung-Modell im M.2-Kärtchenformat. Die arbeitet mit NVMe-Protokoll, ist per PCIe 3.0 x2 angeschlossen und nutzt TLC-Flash-Speicher. Im Test erreicht die PM951 eine sequenzielle Leserate von bis zu 1.500 und eine Schreibrate von bis zu 600 MByte pro Sekunde. Das ist weit mehr als das Doppelte einer handelsüblichen Sata-6-GBit/s-SSD. Wie schon beim Surface Pro 4 verwendet Microsoft den generischen Windows-NVMe-Treiber, weshalb es vorkommen kann, dass 4-KByte-Dateien extrem langsam gelesen und geschrieben werden. Abhilfe schafft der Samsung-Treiber, beispielsweise der der 950 Pro.

In allen Surface Books abgesehen vom kleinsten Modell steckt in der Tastatureinheit eine dedizierte Nvidia-Grafikeinheit. Den Spezifikationen zufolge handelt es sich um eine Geforce 940M mit GDDR5-Videospeicher. Die 384 Shader-Einheiten mit Maxwell-Architektur takten mit knapp 1 GHz, der 1GByte große GDDR5-Speicher gleicht das enge 64-Bit-Interface weitestgehend aus. Verglichen mit einer gewöhnlichen Geforce GT 940M/DDR3 steigt die Leistung um ein Viertel bis ein Drittel an. Die integrierte HD Graphics 520 des Surface Book ist meist nur halb so schnell wie die Geforce 940 mit GDDR5 im Tastaturdock.

Aber Obacht: Auch wenn Microsoft tatsächlich das "schnellste 13,5-Zoll-Detachable der Welt" gebaut hat, als Gaming-Gerät eignet es sich nur bedingt. Die Geforce 940M erreicht in nativer Auflösung einzig in alten Spielen wie Half-Life 2 genug Bilder pro Sekunde für maximale Details in vollen 3.000 x 2.000 Pixeln, und sie hat Skalierungsprobleme. Wer in Titeln mit D3D10 oder neuer keine 3:2-Auflösung wählt (die häufig gar nicht angeboten wird), muss mit einem gestreckten Bild leben. Auch nach manueller Treiberinstallation bleibt Nvidias Control-Panel karg, denn praktisch alle Optionen des Treibers fehlen.

Ein klarer Vorteil der Geforce 940M im Dock ist die dedizierte Kühlung, weshalb sich der Chip nur auf knapp 70 Grad Celsius aufheizt und der GPU-Takt von 993 MHz in nahezu allen Spielen absolut stabil gehalten wird. Wie gesagt, ein Gaming-Gerät ist das Surface Book nicht. Ältere Titel laufen jedoch passabel und Anwendungen wie Adobes Photoshop oder Premiere werden durch die Nvidia-Grafikeinheit drastisch beschleunigt. Unser Testmuster mit der Firmware vom 27. Januar stürzte wie erwähnt mit Verweis auf den Geforce-Treiber einmalig ab, und in einem Fall behauptete das Nvidia-Control-Panel, es sei keine kompatible Geforce-Grafikeinheit vorhanden.

Bei den Kollegen der Computerbase traten diese sporadischen Probleme mit einem identisch ausgestatteten Microsoft-Testgerät nicht auf.

69 Wattstunden klingen nach mehr

Das Surface Book verwendet einen zweigeteilten Akku: Der in der Tastatur-Einheit hat eine Kapazität von großzügigen 51 Wattstunden und der im Clipboard eine von mageren 18 Wattstunden. Zum Vergleich: In Dells Ultrabook XPS 13 steckt ein 56-Wattstunden-Akku, und Apple verbaut im iPad Pro einen mit 39 Wattstunden. Wir hätten uns gewünscht, dass Microsoft gerade im vergleichsweise leeren Dock einen größeren Akku verbaut, was der Laufzeit zugutegekommen wäre - denn die überzeugt nur teilweise.

Ausgeliefert wird das mit Surface Book mit dedizierter Grafikeinheit mit einem 65-Watt-Netzteil, das über einen USB-Port parallel noch beispielsweise ein Smartphone laden kann. Ist das Clipboard in der Tastatur-Einheit angedockt, werden beide Akkus parallel mit Energie befüllt. Das dauert im abgeschalteten Zustand rund zweieinhalb Stunden und bei laufendem Gerät über drei Stunden. Angesichts der Akkukapazität sind das ziemlich gute Werte.

Ohne Stromkabel leert das Surface Book erst den Akku in der Tastatur-Einheit etwa zur Hälfte, dann wird auch der Akku im Clipboard verwendet. Bei einer Helligkeit von 150 cd/m² hielt das Detachable im Productivity-Test des Powermark 9:45 Stunden durch, die 4K-UHD-Version des Filmes Sintel als lokale Datei wurde im Flugzeugmodus 12:27 Stunden wiedergegeben. Beide Werte sind ordentlich, wir hätten angesichts der 69 Wattstunden jedoch längere Laufzeiten erwartet. Das Clipboard alleine hält zudem bei intensivem Web-Browsing nur magere drei bis vier Stunden durch. Das Tablet kann nicht durch den Akku in der Tastatur-Einheit, aber dediziert geladen werden.

Ein echtes Ärgernis ist der fehlerhafte Connected Standby, den Microsoft mittlerweile Instant Go nennt: Trotz des Firmware-Updates vom 27. Januar 2016 funktioniert der Schlafmodus nicht korrekt und leert den Akku sehr viel schneller als vorgesehen. Bei einem hochpreisigen Gerät, das in Nordamerika seit Monaten im Handel erhältlich ist, darf ein solcher Software-Lapsus einfach nicht passieren. Microsoft möchte die Power-Management-Probleme so schnell wie möglich beheben und neue Firmware-Updates veröffentlichen.

Gut gefällt uns dagegen die Kühlung des Surface Book: Die meiste Zeit stehen der Lüfter in der Tastatur-Einheit und der Lüfter im Clipboard still. Erst bei längeren Lasten wie intensivem Web-Browsing dreht der Propeller im Tablet an, das unauffällige Geräusch stört selten. Die Kühlung im Dock saugt keine Luft über Schlitze im Boden an, kann also problemlos auf weiche Unterlagen wie im Bett verwendet werden. Die Abwärme wird kurz vor dem Fulcrum-Gelenk ins Freie gepustet. Das geschieht hörbar, aber unauffällig dumpf.

Das Tablet wird unter Dauerlast unterhalb des Microsoft-Logos spürbar warm, ohne unangenehm heiß zu sein. Die Docking-Einheit bleibt im Bereich des Clickpads, der Handballenauflage und der Tastatur kühl.

Verfügbarkeit und Fazit

Microsoft verkauft das Surface Book derzeit in vier Ausstattungsvarianten: Die günstigste kostet 1.650 Euro und nutzt einen Core i5-6300U mit 8 GByte Arbeitsspeicher und einer 128 GByte fassenden PCIe-SSD. Für 2.070 Euro verdoppelt Microsoft den Flash-Speicherplatz und steckt eine dedizierte Geforce-Grafikeinheit in die Tastatur. Wer 2.320 Euro investiert, erhält 8 GByte RAM, die 256-GByte-SSD, die Geforce-GPU und einen Core i7-6600U statt des Core i5-6300U. Das Topmodell erweitert den Arbeitsspeicher von 8 auf 16 GByte und verfügt über eine PCIe-SSD mit 512 GByte. Diese von uns getestete Variante kostet 2.920 Euro - zumindest in den USA geht es aber noch teurer: Dort verkauft Microsoft das Surface Book mit 1 TByte Flash-Speicher für 3.200 Dollar.

Fazit

Das Surface Book ist gleich beim ersten Versuch ein überzeugendes Detachable geworden, das vor allem als Notebook brilliert. Besonders gut gefällt uns das tolle Display, das mit einer hohen Helligkeit und exzellentem Kontrast auftrumpft. Hinter dem Glas stecken zudem ein flotter Skylake-Prozessor und eine schnelle PCIe-SSD. Die Tablet-Einheit lässt jedoch Anschlüsse wie einen USB-Port oder einen Ständer vermissen, dafür ist die Kühlung unauffällig.

In der Tastatur-Einheit rechnet eine dedizierte Grafikeinheit, sofern das Tablet angedockt ist. Die Nvidia-GPU ist rund doppelt so leistungsfähig wie die integrierte Intel-Grafikeinheit. Auch wenn es ungewöhnlich aussieht und sich das Surface Book nicht komplett schließen lässt: Das schlangenartig ausrollende Gelenk mit elektronischem Verschluss ist eine tolle Idee, die in der Praxis sehr gut funktioniert. Der maximale Öffnungswinkel ist jedoch beschränkt und beim Abdocken traten sporadisch Probleme auf. An der Peripherie haben wir wenig zu kritisieren, ein USB-Type-C-Anschluss wäre aber schön gewesen.

Auch die Akkulaufzeit von bis zu zwölf Stunden gefällt uns, der verpfuschte Connected Standby und gelegentliche Treiber-Abstürze dürfen aber bei einem über 2.000 Euro teuren Gerät nicht auftreten - gerade mehrere Monate nach der Veröffentlichung in den USA. Microsoft hat immerhin ein Update angekündigt, das steht allerdings noch aus. Für das nächste Surface Book wünschen wir uns ausgereiftere Software und ein optionales LTE-Modem. Dann wäre das ungewöhnliche Detachable tatsächlich der ultimative Laptop.

Nachtrag vom 18. Februar 2016, 8:31 Uhr

Microsoft hat in der Nacht zum Veröffentlichungszeitpunkt des Surface Books begonnen, ein Update für das Detachable auszuliefern. Das enthält vielfältige Firmware-Aktualisierungen und neue Treiber, die den Connected Standby und generell die Akkulaufzeit verbessern sollen. Wir werden das Update installieren, die Änderungen prüfen und den Test aktualisieren.

Nachtrag vom 20. Februar 2016, 22:20 Uhr

Wir haben einen Nachtest veröffentlicht.  (ms)


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