Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/news/fernsehserien-netflix-haelt-nichts-von-woechentlicher-ausstrahlung-1602-118989.html    Veröffentlicht: 08.02.2016 14:41    Kurz-URL: https://glm.io/118989

Fernsehserien

Netflix hält nichts von wöchentlicher Ausstrahlung

Netflix hält nichts davon, neue Fernsehserien im Wochentakt auszustrahlen. Zuschauer wünschten, so viele Folgen einer Staffel wie möglich ohne lange Pausen anzusehen. Allerdings kann sich Netflix nur bedingt gegen die Marktmacht der etablierten Fernsehsender stemmen.

Die Ausstrahlung von Fernsehserien im Wochentakt ist nicht mehr zeitgemäß, meint Ted Sarandos, der Inhalte-Chef bei Netflix, im Gespräch mit Hitfix. Laut Sarandos gebe es "keinen Grund, sie [die Serie] wöchentlich" auszustrahlen. Damit stellt sich der Streaminganbieter gegen die üblichen Abläufe bei den herkömmlichen Fernsehsendern, wird aber wohl auch in Zukunft nicht in der Lage sein, alle neuen Staffeln einer Fernsehserie immer am Stück zur Verfügung zu stellen. Denn noch immer stammen viele Fernsehserien von herkömmlichen Fernsehstationen, die an der bisherigen Ausstrahlungspolitik festhalten.

Laut Sarandos gebe es derzeit eine "enorme Bewegung weg vom klassischen Programmfernsehen". Daher gebe es keinen Grund, sich gegen diesen Trend zu stellen, wenn die Zuschauer in großer Zahl abwandern. Diese Entwicklung habe mit digitalen Videorekordern begonnen und sich mit Streamingdiensten fortgesetzt. Der Netflix-Manager nannte im Gespräch keine Zahlen, die seine Aussagen belegen würden.

Kunden schauen eine Serie nach der anderen

Zumindest bei den Netflix-Zuschauern sei es üblich, dass Serien vornehmlich am Stück geschaut und zwischendurch auch keine andere Serie angefangen werde. Wer sich also dazu entschließe, die Fernsehserie Breaking Bad anzusehen, verbringe die kommenden Monate damit und wechsele nicht zu einem anderen Film oder einer anderen Serie, erklärt Sarandos den typischen Netflix-Serien-Zuschauer.

Das sei ein radikal anderes Sehverhalten als bei der wöchentlichen Ausstrahlung einer Folge einer Fernsehserie. Nach Ansicht von Sarandos ergeben sich neue Erzählmöglichkeiten, weil sich der Macher einer Serie nicht mehr darum kümmern muss, den Zuschauer daran zu erinnern, was vergangene Woche passiert ist. Es gebe eine 100-Prozent-Chance, dass die vorherige Folge nicht eine Woche vorher, sondern gerade eben gesehen wurde.

Netflix wird eigenen Anspruch nicht halten können

Diesen Monat wird sich Netflix aber von dem selbstgesteckten Anspruch verabschieden müssen, eine neue Staffel einer Serie am Stück zu veröffentlichen. Denn ab dem 16. Februar 2016 nimmt Netflix die zweite Staffel von Better Call Saul ins Sortiment, einem Ableger von Breaking Bad. Bei Netlix läuft die Serie einen Tag nach der Ausstrahlung auf dem US-Fernsehsender AMC, der als klassischer Sender beim gewohnten Wochenrhythmus pro Folge bleiben wird.

Auch bei der massiv in Deutschland beworbenen ersten Staffel von Better Call Saul wurden im Wochentakt neue Folgen veröffentlicht. Das war unter anderem auch bei der zweiten Staffel von Fargo der Fall, die von FX produziert wurde und direkt im Anschluss bei Netflix in Deutschland zu sehen war - eine Folge pro Woche.  (ip)


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