Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/news/boeing-die-neue-737-fliegt-schnelleres-internet-muss-warten-1602-118844.html    Veröffentlicht: 01.02.2016 08:50    Kurz-URL: https://glm.io/118844

Boeing

Die neue 737 fliegt, schnelleres Internet muss warten

Die Antwort auf den Airbus 320neo ist abgehoben: Boeings neue 737 hat ihren ersten Flug absolviert.

Am Wochenende hat Boeing den ersten Flug der neuen Boeing 737MAX durchgeführt. In der lang gepflegten Rivalität zwischen Boeing und Airbus soll das Flugzeug die Antwort auf den Airbus 320neo sein.

Tatsächlich verfolgten beide ganz ähnliche Konzepte: Vorhandene Flugzeuge wurden durch bessere Triebwerke und neue Winglets verbessert. Anders als der Airbus 320neo wird die neue Boeing 737 aber noch mit herkömmlicher Triebwerktechnik ausgeliefert.

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Die LEAP-1B-Triebwerke haben kein Getriebe zwischen der Turbinenwelle und dem Fan. Auch wenn sie gegenüber dem Vorgänger verbessert wurden, kommen sie nur auf ein Bypass-Verhältnis von 1:9, während die Triebwerke des Airbus mit einem Verhältnis von 1:12,5 arbeiten. Trotzdem sollen sie im Vergleich zu den Triebwerken der letzten Boeing 737 mit 20 Prozent weniger Treibstoff auskommen. Die verbesserten Winglets sollen weitere 2 Prozent bringen.

Keine neuen Konstruktionen

In beiden Fällen haben es die Hersteller vermieden, völlig neue Konstruktionen mit Kompositwerkstoffen zu entwickeln. Die Erfahrungen mit der verzögerten und teuren Entwicklung der 787 "Dreamliner" dürften bei Boeing eine abschreckende Wirkung gehabt haben.

Im Ergebnis ist die Boeing pro Sitzplatz zwar etwa 2 bis 3 Prozent billiger, hat aber eine kürzere Reichweite. So hat die Airbus-320neo-Baureihe dann auch deutlich mehr Lieferaufträge zu verzeichnen als die Boeing 737 MAX.

Schnellere Internetverbindungen müssen noch warten

Beide Hersteller versuchen nun auch, über ARINC-791-kompatible Antennenanlagen eine Internetverbindung für die Passagiere im Flug sicherzustellen. Diese Antennen sind auch für die Kommunikation mit Satellitenkonstellationen in relativ niedrigen Umlaufbahnen ausgelegt, wie etwa Iridium Next. Anders als geostationäre Satelliten sollen sie nicht in Entfernungen von 36.000 km über der Erde, sondern nur in knapp 800 km Höhe fliegen.

Dadurch werden bei der Datenübertragung lange Antwortzeiten verhindert. Bei der Kommunikation über einen geostationären Satelliten gibt es allein aufgrund der Lichtgeschwindigkeit einen Ping - also eine Antwortzeit - von knapp einer halben Sekunde. Durch die viel kürzeren Signallaufwege können mit Iridium-Satelliten Pings erreicht werden, die sich nicht wesentlich von herkömmlichen Internetverbindungen unterscheiden.

Zusätzlich sollen die neuen Satelliten auch für eine angemessene Bandbreite sorgen. Das Problem ist nur, dass die dafür passenden Satellitenkonstellationen noch nicht komplett sind und die entsprechenden Systeme erst 2017 genutzt werden können.  (fwp)


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