Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/news/umsatzrueckgang-streaming-und-versand-fuehren-zu-videotheken-sterben-1601-118401.html    Veröffentlicht: 07.01.2016 15:43    Kurz-URL: https://glm.io/118401

Umsatzrückgang

Streaming und Versand führen zu Videotheken-Sterben

Die Umsätze beim DVD- und Blu-ray-Verleih sinken. Ursache ist die Zunahme beim Streaming und Onlineversand von Filmen durch Netflix, Amazon oder Videobuster.

Nach Angaben des Bundesverbandes Audiovisuelle Medien (BVV) gingen die Umsätze beim DVD- und Blu-ray-Verleih von 2013 auf 2014 von 211 Millionen Euro auf 188 Millionen Euro zurück. Das berichtet die Nachrichtenagentur dpa am 7. Januar 2015.

Wie der BVV im November 2015 erklärte, verzeichnete der Leihmarkt in den ersten drei Quartalen des Jahres 2015 mit 185 Millionen Euro gegenüber dem Vorjahreszeitraum einen Rückgang von 6 Prozent. Hier sind Abo-Angebote im Versand oder Abo-Streaming nicht eingeschlossen. Es fällt auf, dass in Städten wie Berlin viele Videotheken schließen müssen.

Laut Angaben des IVD (Interessenverband des Video- und Medienfachhandels in Deutschland) für das Jahr 2014 ist der Umsatz durch Spielfilmverleih um 10 Prozent auf 189 Millionen Euro gefallen. Die Zahl der Vermietvorgänge ging um 7 Prozent zurück. In die Angaben seien die Onlineversender Videobuster und Lovefilm mit eingeschlossen, sagte ein Sprecher des IVD. "Deren Umsatzteil liegt bei 12 Prozent." Reine Erwachsenenvideotheken machen 14 Prozent (Vorjahr: 15 Prozent) des Marktes aus.

Lovefilm macht keine Angaben

Amazon erklärte Golem.de: "Bitte haben Sie Verständnis, dass wir grundsätzlich keine Zahlen zur Entwicklung der Lovefilm-Mitglieder bekanntgeben."

Amazon will trotz Streaming an seinem Geschäft mit dem Verleih von Filmen auf DVD und Blu-ray festhalten. Das hatte Christoph Schneider, Geschäftsführer von Amazon Instant Video Germany, Golem.de im Sommer 2015 in Köln gesagt. "Lovefilm hat eine sehr treue Nutzerschaft, und wir haben viele aktuelle Titel. Wir werden wegen Streaming vielleicht in einigen Jahren nicht mehr so hohe Wachstumsraten haben, aber das Geschäft betreiben wir weiter."

Der Filmverleiher Videobuster hat trotz eines Streaming-Angebots weiter fast nur Kunden für Filme auf Datenträgern. "Über 95 Prozent des Verleihs laufen weiter über DVD und Blu-ray", hatte Marketingchef Matthias Zinecker im Mai 2015 erklärt.  (asa)


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