Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/news/matthew-garrett-apple-rechner-eignen-sich-nicht-fuer-vertrauliche-arbeiten-1601-118332.html    Veröffentlicht: 05.01.2016 15:08    Kurz-URL: https://glm.io/118332

Matthew Garrett

Apple-Rechner eignen sich nicht für vertrauliche Arbeiten

Zwar kann mit UEFI Secure Boot und TPMs der Startprozess von Windows- und Linux-Rechnern einigermaßen abgesichert werden - dies ließe sich aber verbessern, sagt Security-Experte Matthew Garrett. Katastrophal sei die Lage dagegen bei Apple.

"Wenn ihr ernsthaft vertrauliche Arbeit auf Apple-Laptops macht: Hört auf. Um Gottes willen, bitte hört auf", hat Matthew Garrett in seinem Vortrag auf dem 32C3 gewarnt. Der Entwickler ist bekannt für seine Arbeiten an der Umsetzung von UEFI Secure Boot unter Linux und zur Absicherung des Startprozesses eines Rechners. Laut Garrett hat Apple in den vergangenen drei Jahren nichts an seiner Architektur geändert, um den Bootprozess sicherer zu machen.

Demzufolge sind Apple-Laptops nach wie vor über eine bereits im Sommer 2012 vorgestellte Möglichkeit eines EFI-Rootkits angreifbar. Ohne eine mit UEFI Secure Boot vergleichbare Technik zur Verifikation des Startprozesses kann Garrett zufolge nicht überprüft werden, ob das System kompromittiert worden ist. In seinem Blog schreibt Garrett, dass es allerdings noch Hoffnung für Apple gebe. Immerhin habe das Unternehmen vor kurzem Sicherheitsexperten von Legbacore angestellt.

Windows und Linux sind besser geschützt

Unter Windows werde Secure Boot in einer sinnvollen Art und Weise unterstützt. Ebenso könne in Microsofts Betriebssystem Measured Boot genutzt werden. Die für den Start notwendigen Komponenten würden hierbei kryptographisch mit Hilfe eines TPM überprüft. Falls die Bestandteile verändert worden seien, könne der Nutzer dies immerhin vor der Eingabe eines Passwortes erfahren. Eine derartige Benachrichtigung fehle jedoch in der Implementierung von Microsoft.

Auch Linux-Systeme hält Garrett standardmäßig für angreifbar, diese könnten jedoch so konfiguriert werden, dass sie sicherer als Windows seien. So unterstützt Linux etwa Secure Boot, verifiziere aber die Initrd nicht. Darüber hinaus starte zum Beispiel der signierte Bootloader von Ubuntu einen unsignierten Kernel. Für die Implementierung von Measured Boot sei außerdem noch viel Arbeit notwendig.

Trotz dieser Techniken seien Angriffe auf Rechner über die Firmware möglich, auch wenn diese deutlich erschwert würden. Das sollte aber nicht als Ausrede gelten, um die Probleme zu ignorieren, und eine Umsetzung lohne sich auf jeden Fall. Das gelte auch dann, wenn die Firmware keine proprietäre, sondern freie Software sei.  (sg)


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