Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/news/parrot-disco-der-papagei-bekommt-starre-fluegel-1601-118329.html    Veröffentlicht: 05.01.2016 14:15    Kurz-URL: https://glm.io/118329

Parrot Disco

Der Papagei bekommt starre Flügel

Copter war gestern: Parrots neue Drohne Disco hat Flügel. Zum Starten wird sie geschüttelt und dann geworfen.

Flügel statt Rotoren: Das französische Unternehmen Parrot hat auf der CES in Las Vegas ein neues unbemanntes Fluggerät (Unmanned Aerial Vehicle, UAV) vorgestellt. Disco unterscheidet sich von den üblichen Drohnen für Endkunden: Es ist kein Copter.

Parrot Disco hat Tragflächen, als Antrieb dient ein Propeller am Heck des Nurflüglers. Vorteil dieses Designs ist eine längere Flugzeit: Mit einer Akkuladung soll Disco etwa 45 Minuten in der Luft bleiben - und das bei einer Höchstgeschwindigkeit von 80 km/h. Die Drohne hat eine Spannweite von etwa 1 Meter. Dennoch ist sie sehr leicht: Da sie aus Schaumstoff besteht, wiegt sie nur rund 700 Gramm.

Disco wird geschüttelt und geworfen

Der Rumpf ähnelt dem der Bebop2 - auch die 14-Megapixel-Kamera ist die gleiche - nur dass die Disco eben keine Rotoren hat. Die Vorbereitung für den Flug geht schnell: Die beiden Tragflächen, die für den Transport abgebaut werden, werden an den Rumpf gesteckt. Dann wird die Drohne geschüttelt, um den Motor zu starten, und in die Luft geworfen.

Nach dem Start steuert zunächst eine neu entwickelte Software das UAV, das Kreise zieht und auf Befehle wartet. Die werden über Parrots Skycontroller per First-Person-View-Headset (FPV) gegeben, wobei das Bild von der Kamera mittels WLAN übertragen wird, oder mit einer herkömmlichen Fernsteuerung. Disco beherrscht aber auch die GPS-Wegpunktnavigation, kann also einen vorab in der dazugehörigen App festgelegten Kurs abfliegen.

E-Bee kartografierte das Matterhorn

Die Drohne verfügt über eine Reihe von Sensoren - Beschleunigungsmesser, Gyroskop, Magnetometer, Staudrucksonde -, deren Daten für die Flugsteuerung verwendet werden. So soll der Autopilot etwa verhindern, dass die Drohne durch einen falschen Steuerbefehl abstürzt. Zur Landung gleitet die Drohne sanft zu Boden.

Bei Disco dürfte es sich um eine Endkundenversion der E-Bee des Schweizer Unternehmens Sensefly handeln - Sensefly ist eine Ausgründung der École Polytechnique Fédérale in Lausanne (EPFL) und gehört inzwischen zu Parrot. Die E-Bee ist eine Drohne, die für die Kartierung eingesetzt wird. So hat Sensefly mit mehreren dieser UAVs 2013 das Matterhorn vermessen und eine hochaufgelöste 3D-Karte des Berges erstellt.

Parrot will Disco im Laufe dieses Jahres auf den Markt bringen. Der Preis ist noch nicht bekannt.  (wp)


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