Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/news/the-ocean-cleanup-die-meeresreinigung-beginnt-1601-118297.html    Veröffentlicht: 04.01.2016 11:03    Kurz-URL: https://glm.io/118297

The Ocean Cleanup

Die Meeresreinigung beginnt

Den Müll aus dem Meer fischen will The Ocean Cleanup - und zwar in diesem Jahr: Im Frühjahr wollen die Niederländer in der Nordsee die erste Sperre auslegen, um im Wasser schwimmenden Plastikmüll einzufangen.

Die Nordsee soll sauber werden: Die niederländische Initiative The Ocean Cleanup will in diesem Jahr anfangen, die Meere von Plastikmüll zu befreien. Im Frühjahr wollen die Niederländer den ersten Filter für den Müll in der Nordsee auslegen.

<#youtube id="6IjaZ2g-21E">

Das Konzept von Boyan Slat, dem Gründer von The Ocean Cleanup, ist, im Meer kilometerlange Sperren auszulegen, die am Meeresboden verankert werden. Darin soll sich der Plastikmüll sammeln, der im Meer schwimmt - die Strömung soll die Teile hineintreiben.

Die Sperre liegt vor Delft

So groß soll der maritime Müllfänger nicht werden: Ocean Cleanup will 23 Kilometer vor der holländischen Küste eine 100 Meter lange Barriere auslegen. Sie soll etwa auf der Höhe von Delft positioniert werden, dort hat das The Ocean Cleanup seinen Sitz. Das Projekt ist für das zweite Quartal dieses Jahres geplant.

Es sei das erste Mal, dass eine solche Sperre auf dem Meer getestet werde, schreibt The Ocean Cleanup auf seiner Website. "Das Hauptziel der Tests in der Nordsee ist, die Auswirkungen der Bedingungen auf See zu überwachen, wobei der Fokus auf Wellen und Strömungen liegt. Die Bewegungen der Schranke und die Belastungen des Systems werden von Kameras und Sensoren überwacht."

Vor Japan wird eine Sperre ausgelegt

Das Projekt dient dazu, die Risiken für den Coastal Pilot, das erste reguläre Reinigungssystem, zu minimieren. Coastal Pilot soll vor der japanischen Insel Tsushima errichtet werden. Um von den Ergebnissen des Nordseetests profitieren zu können, ist der Start des Coastal Pilot auf die zweite Jahreshälfte verschoben worden.

Beide Projekte sind aber nur eine Vorbereitung für das Projekt, dessentwegen Slat angetreten ist: den Great Pacific Garbage Patch aufzuräumen. Das ist eine gigantische Ansammlung von Plastikmüll, der in einem Meeresdriftstrom im Nordpazifik kreist.

Wie groß ist der pazifische Müllteppich?

Die Größe des Müllteppichs zu schätzen, ist schwierig, da es sich um relativ kleine Partikel handelt, die oft knapp unter der Oberfläche schwimmen. Der Müll ist deshalb aus dem Flugzeug oder von Satelliten praktisch nicht zu sehen. Die Schätzungen reichen deshalb von der Größe des US-Bundesstaates Texas bis zur doppelten Größe der USA.

Die Plastikteile stellen eine Gefahr für die Meeresbewohner dar: Sie können verenden, wenn sie die Teile verschlucken. Zudem können im Wasser freigesetzte Stoffe die Geschlechterverteilung in der Population verändern, was zu Fortpflanzungsproblemen führen kann. Der Müll kann aber auch den Menschen schädigen, wenn er Meerestiere isst, die giftige Chemikalien aus dem Müll aufgenommen haben.

2020 will The Ocean Cleanup anfangen, den Great Pacific Garbage Patch abzubauen. Eine mögliche Verwendung für das aus den Meeren gefischte Plastik gibt es auch schon: Das niederländische Bauunternehmen Volker Wessels will Straßen aus Kunststoffmüll bauen. Ein Rohstofflieferant soll The Ocean Cleanup sein.  (wp)


Verwandte Artikel:
The Ocean Cleanup: Ein Müllfänger für die Meere   
(21.04.2015, https://glm.io/113620 )

© 1997–2019 Golem.de, https://www.golem.de/