Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/news/weltcup-rennen-kameradrohne-verfehlt-skifahrer-nur-knapp-1512-118172.html    Veröffentlicht: 23.12.2015 11:52    Kurz-URL: https://glm.io/118172

Weltcup-Rennen

Kameradrohne verfehlt Skifahrer nur knapp

Bei einem Slalom-Rennen ist es beinahe zu einem schweren Unfall mit einem Multicopter gekommen: Nur um knapp einen Meter verfehlt eine große Kameradrohne den österreichischen Skifahrer Marcel Hirscher. Die Diskussion um die Sicherheit von unbemannten Flugobjekten dürfte dieser Vorfall weiter anheizen.

Der österreichische Skifahrer Marcel Hirscher ist bei der Slalomabfahrt im italienischen Madonna di Campiglio nur knapp einem schweren Unfall entgangen. Eine große Kameradrohne verfehlte den Sportler bei seinem zweiten Lauf nur um Sekundenbruchteile und zerschellte auf der Piste, wie in den Fernsehbildern deutlich zu sehen ist.

VIDEO: Gestern verpasst? Hier schlägt eine Drohne nur knapp hinter @MarcelHirscher ein. https://t.co/2INjD2qmkm pic.twitter.com/K20R1FA0aG

— Eurosport.de (@Eurosport_DE) 23. Dezember 2015


Auf einem von Hirscher selbst veröffentlichten Standbild der TV-Übertragung ist zu erkennen, wie nah der Multicopter neben ihm abstürzt. Der Abstand dürfte in etwa einen Meter betragen haben. "Ich wusste nicht, was das ist. Aber irgendetwas habe ich gespürt", sagte Hirscher nach dem Rennen dem österreichischen Fernsehsender ORF.

Ein von Marcel Hirscher (@marcel__hirscher) gepostetes Foto am



Hirscher ist das Rennen zu Ende gefahren und wurde Zweiter. Erst danach scheint er realisiert zu haben, was passiert ist. "Ich habe gedacht, dass ein Rutscher hinter mir ist oder eine Stange", erklärt der Skifahrer. "So etwas kann, sollte aber echt nicht passieren. Da darf man gar nicht nachdenken, was da hätte passieren können."

FIS will Einsatz von Multicoptern künftig untersagen

Der Weltskiverband FIS hat nach dem Vorfall die Nutzung von Kamera-Multicoptern bei Rennen für die Zukunft ausgeschlossen, wie Eurosport berichtet. "Was passiert ist, ist eine totale Katastrophe, und es wird Konsequenzen geben", erklärte FIS Racing Director Markus Waldner. Ihm zufolge ist der Einsatz von Kameradrohnen bei Großereignissen in Italien erlaubt - anders als in anderen Ländern.

Der Weltverband hatte sich aber eigentlich mit den Fernsehanstalten darauf geeinigt, dass die Drohnen nicht über der Piste fliegen dürfen, sondern nur innerhalb eines speziellen Korridors neben den Zuschauern. Wieso das Fluggerät dennoch über die Piste flog, ist aktuell noch nicht geklärt. Bei genauerer Betrachtung der Fernsehbilder ist zu erkennen, dass es sich bei dem Multicopter um ein schweres, professionelles Gerät gehandelt hat.

Diskussionen über Registrierung von Coptern

Der Absturz wird die Diskussionen um mögliche Gefahren durch den Einsatz von unbemannten Fluggeräten und eine Registrierungspflicht oder einen Fähigkeitsnachweis zur Führung der Geräte weiter anheizen. Gerade der Einsatz im privaten Bereich birgt Unfallpotenzial, da selbst Amateurdrohnen über eine hohe Reichweite und eine Aufstiegshöhe von mehreren Hundert Metern verfügen. Daher können die nicht überwachten Fluggeräte durchaus zur Gefahr für die Luftfahrt werden.

Besonders im Bereich von Flughäfen stellen Multicopter eine ernstzunehmende Gefahr dar, wie mehrere Zwischenfälle in der Vergangenheit zeigten. In den USA ist es ab dem 21. Dezember 2015 Pflicht, dass sich auch Hobby-Drohnenpiloten registrieren und ihre Fluggeräte mit einer Registrierungsnummer kennzeichnen.  (tk)


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