Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/news/actionkameras-im-test-viermal-4k-1512-118057.html    Veröffentlicht: 17.12.2015 12:04    Kurz-URL: https://glm.io/118057

Actionkameras im Test

Viermal 4k

Weihnachten naht und die Preise für Actionkameras sinken. Wir haben ausgiebig getestet, für wen sich welches 4k-fähige Modell lohnt.

Actioncams kann man nur mit Action testen. Wir haben also das Büro verlassen, waren paddeln, Fahrrad fahren und haben verlassene Gewölbe erkundet. Mit vier 4k-fähigen Topmodellen von vier Herstellern haben wir dabei Bilder gemacht - und sie mit der bekanntesten Actionkamera, der Gopro Hero 4 Black, verglichen. Unser Leben fühlte sich leider danach nicht wie ein Werbespot von Gopro an. Wir hatten Muskelkater und waren mehr als einmal unzufrieden mit dem gefilmten und fotografierten Material.

Das lag nicht immer an der verwendeten Kamera - meist hatten wir einfach einen ungünstigen Blickwinkel erwischt. Probleme mit den Geräten waren vor allem auf die notorisch kurzen Akkulaufzeiten zurückzuführen, manchmal ließ uns auch die Menüführung verzweifeln. Ohne zu weit vorgreifen zu wollen: Keines der Modelle im Testfeld erwies sich als Totalausfall. Die Geräte von Tomtom und Rollei zeichnen allerdings im 4k-Modus nicht mit der vollen Bildrate auf, sondern mit 15 und 10 Bildern pro Sekunde. Und eines haben wir auf jeden Fall gelernt: Je weniger man sich mit dem Anbringen und der Menüführung der Kamera beschäftigen muss, desto besser.

Gopro Hero 4 Black - der Klassiker

Der Name "Gopro" steht mittlerweile für Actionkameras wie "Tesa" für Klebestreifen oder "Nutella" für Nuss-Nougat-Creme. Die Gopro Hero 4 Black ist die leistungsstärkste und teuerste Kamera des US-Herstellers. Sie sieht den Vorgängermodellen ähnlich: eine streichholzschachtelgroße Kamera, die in einem wasserfesten Gehäuse untergebracht werden kann und bei Bedarf mit einem Touchscreen erweiterbar ist. Auch die Bedienung ist gleich geblieben, über drei Tasten und ein LC-Display sind alle notwendigen Einstellungen leicht erreichbar. Als Marktführer und Vorreiter in der Geräteklasse hat Gopro auf Experimente verzichtet und bietet so Kompatibilität zu sämtlichem Zubehör der Vorgänger.

Anbringung und Menüs sind unkompliziert

Eine Schraube mit Plastikkopf verbindet das Kameragehäuse mit der jeweiligen Halterung, zum Beispiel der klassischen Befestigung mit einem Steckverschluss - ähnlich dem an Taschen und Rucksäcken. Dieser ermöglicht es, die Kamera jederzeit schnell und unkompliziert anzubringen und zu entfernen. Zusätzliches Werkzeug ist nicht nötig. Der Taster an der Frontseite schaltet die Kamera ein und wechselt die Aufnahmemodi zwischen Film, Foto und Serienbild. An der Seite kann per Knopfdruck das Menü zum jeweiligen Modus aufgerufen werden. Der obere Taster dient als Auslöser und bestätigt im Menü die Auswahl. Auch wenn das unbeleuchtete Display recht klein ist und die Schrift für manchen schwer zu lesen sein mag, findet man sich schnell zurecht und kann auch unter Zeitdruck alle Einstellungen problemlos vornehmen. Schwerer fällt dies bei komplexen Parametern - deren Bezeichnungen werden oftmals nur abgekürzt dargestellt.

Komfortabler geht das natürlich per Smartphone. Ein längerer Druck auf die seitliche Taste aktiviert WLAN an der Kamera, angezeigt durch eine gut sichtbare blaue LED an der Vorderseite. Das erstmalige Pairing geht schnell: Lediglich der auf dem Kameradisplay angezeigte Zahlencode muss auf dem Smartphone oder Tablet eingegeben werden.

Die App-Unterstützung ist vorbildlich

Gopro hat die für alle gängigen mobilen Betriebssysteme erhältliche App über die Jahre kontinuierlich verbessert und bietet zahlreiche Funktionen, die über eine bloße Fernsteuerung hinausgehen. Die Menüführung ist übersichtlich, die Aufnahmen lassen sich problemlos von der Kamera herunterladen und sofort im Netz teilen. Im Gegensatz zu anderen Gopro-Modellen läuft das Livebild von der Kamera auf dem Smartphone auch während der Aufnahme - sogar im 4k-Modus.

Alternativ bietet Gopro eine Smart Remote genannte Fernsteuerung an. Sie bietet die gleiche Funktionalität wie die Tasten und das LC-Display an der Kamera selbst.

Die Bildqualität ist hoch

Die Hero 4 Black zeichnet Videos in der maximalen Auflösung von 4k (3.840 x 2.160 Pixel) und einer Bildrate von bis zu 120 fps auf. Leider nicht gleichzeitig. Im 4k-Modus schafft die Kamera 30 Bilder pro Sekunde, allerdings ist bereits das sehr beachtlich. Je geringer die Auflösung ausfällt, desto höher wird die Bildrate. Bei 2,7k (2.704 x 1.525 Pixel) sind 60, im  Full-HD-Modus (1.920 x 1.080 Pixel) 120 Bilder pro Sekunde möglich. Zusätzlich sind sogenannte Superview-Modi wählbar, die das native 4:3-Bild des Kamerasensors dynamisch auf 16:9 herunterrechnen und die Qualität verbessern sollen. Praktisch: Auch das volle 4:3-Bild kann aufgezeichnet werden, so lässt sich der 16:9-Bildausschnitt später im Schnitt selbst wählen. Das funktioniert aber nicht bei 4k-Videos.

Fotos nimmt die Kamera mit bis zu 12 Megapixeln auf, bis zu 30 Bilder pro Sekunde sind im sogenannten Burst-Modus möglich. Da die Kamera danach jedoch einige Zeit zum Speichern der Aufnahmen benötigt, empfiehlt sich für Zeitrafferaufnahmen der Einsatz des kontinuierlichen Modus. Hier kann der Nutzer das Intervall selbst wählen.

Sowohl im Video- als auch im Fotomodus sind zahlreiche zusätzliche Optionen verfügbar. So lassen sich Verschlusszeit und Iso manuell einstellen. Aufnahmen im RAW-Format für eine umfangreiche spätere Bearbeitung des Materials sind nicht möglich.

Die Qualität der Bilder ist aber auch ohne diese Option überzeugend. Scharf, nahezu frei von Kompressionsartefakten und farbtreu - so lassen sich die Aufnahmen der Hero 4 Black in wenigen Worten beschreiben. Selbst in dunklen Umgebungen hält sich das Bildrauschen in Grenzen, die manuellen Einstellungsmöglichkeiten bieten für nahezu jeden Einsatzzweck passende Optionen.



Gopro Hero 4 Black zur See und in der Kaserne



Mit der Gopro sind wir gepaddelt, sie ließ sich mit einer Krokodilklemme fast überall am Boot befestigen. Sehr praktisch: Eine eigentlich für den Lenker gedachte Schelle passt ebenso gut ans Paddel. Dadurch konnten wir in klarem Wasser ein paar Schnappschüsse der lokalen Fauna machen. Unsere Idee, die Bilder live auf dem Smartphone zu betrachten, erlöste uns zwar zeitweilig vom sportlich-aktiven Teil des Ausfluges, hätte aber beinahe den Verlust des Telefons zur Folge gehabt.

Jeglicher Funkkontakt zur Kamera bricht im Wasser ab, das passierte übrigens bei allen getesteten Modellen. Ein zweiter Kameraakku wäre bei diesem Nutzungsszenario angebracht gewesen, denn nach nur einer Stunde war Schluss mit dem Filmen. Zugegeben: Wir hatten zuvor auch noch den langwierigen Aufbau des Faltbootes mit Intervallfotos dokumentiert. 

Unser zweiter Ausflug führte uns in den Keller einer verlassenen Kaserne. Mit zwei Taschenlampen wollten wir die Leistung der Hero 4 Black unter schlechten Lichtbedingungen testen. Mit dem maximalen Iso-Wert von 6.400 war im direkten Lichtkegel zwar alles zu erkennen, der Rest verschwand jedoch im Dunkel. Für Urban-Exploring eignet sich die Kamera also nur überirdisch.

Der Akku ist wechselbar, das Zubehör umfangreich

Die Laufzeit des wechselbaren Akkus schwankt stark. Bei kontinuierlicher Videoaufnahme mit 4k-Auflösung und aktiviertem WLAN ist nach knapp einer Stunde Schluss, mit 720p und ohne WLAN schafft die Kamera fast zwei Stunden. Ist das optional erhältliche Farbdisplay angeschlossen, verringern sich diese Zeiten abermals. Auch wenn die meisten Nutzer wohl kaum mehrere Stunden am Stück aufzeichnen werden - ein Ersatzakku ist Pflicht. Alternativ kann die Kamera per USB mit Strom versorgt werden. So ist ein Einsatz als Überwachungskamera oder Dashcam im Auto möglich.

Die Gopro Hero 4 Black hat einen HDMI-Ausgang für die Übertragung des Livebildes, aber kein Stativgewinde. Um sie optimal zu positionieren, muss man sie in das mitgelieferte Kunststoffgehäuse stecken, dann lassen sich die zahlreichen Befestigungsaccessoires anschließen. Vom Brustgurt für Zweiradfahrer über flexible Stative und Klemmen bis hin zu Klebepads bieten Gopro und andere Hersteller für fast jede Situation die passende Halterung. Ein GPS-Modul ist nicht verbaut.

Verfügbarkeit

Die Hero 4 Black ist derzeit ab 360 Euro erhältlich. Die Smart Remote kostet circa 70 Euro.

Fazit zur Hero 4 Black

Mit der Hero 4 Black spielt Gopro seinen Vorsprung als Erfinder der Actionkamera in technischer und in funktionaler Hinsicht voll aus. Die Bedienung ist leicht erlernt, die Bildqualität ausgezeichnet, und das Zubehör macht den Einsatz unter nahezu allen denkbaren Bedingungen möglich. Kritikpunkte sind lediglich die kurze Akkulaufzeit sowie das Fehlen von GPS und einem Stativgewinde an der Kamera. Auspacken, anbauen und loslegen - trotz umfangreicher Bildmodi und Einstellungsparameter fühlten wir uns nie überfordert oder frustriert. Wenn alles passt, vergisst man die Kamera und konzentriert sich auf das, was sie aufnehmen soll: Action.

Sony FDR X-1000 VR - das Liebhaberstück

Sony ist erst im Jahr 2012 in das Geschäft mit den Actionkameras eingestiegen. Die ersten Modelle fanden eher wenig Beachtung, zu groß war der Abstand zum Marktführer Gopro. Mit der FDR X-1000 VR holt der japanische Konzern zumindest technisch auf. Äußerlich ähnelt die Kamera den Handycam-Camcordern aus dem eigenen Hause. Fast erwartet man einen Handgurt rechts und eine Zoomwippe auf der Oberseite. Im wasserfesten Gehäuse ist die Actionkamera fast doppelt so groß wie die Gopro-Modelle. Die langgestreckte Form mit der Optik an der Vorderseite hat allerdings auch Vorteile. Im Windkanal müssten sich die meisten anderen Geräte wohl der FDR X-1000 VR geschlagen geben. Zwei Tasten und ein unbeleuchtetes LC-Display befinden sich an der rechten Seite, eine weitere Taste oben auf der Kamera. Zusätzlich hat Sony am Auslöser eine Arretierung gegen versehentliche Fehlbedienung verbaut.

Proprietäre Halterungen und unübersichtliche Menüs

Im Gegensatz zu den meisten anderen Herstellern setzt Sony auf das klassische ¼-Zoll-Stativgewinde. Alle Halterungen müssen zunächst unter der Kamera angeschraubt werden. Neben Sonys eigenen Befestigungslösungen existieren Adapter zum weiter verbreiteten Steckverschluss von Gopro.

Die Kamera wird mit einem Druck auf eine der beiden Seitentasten eingeschaltet, der obere Knopf dient als Auslöser. Auch die Wahl der Modi erfolgt an der Seite. Zur Verfügung stehen hier Video, Foto, Intervall, Loop, Live-Video Streaming, Menü und Wiedergabe. Weil das Display ähnlich klein ist wie bei der Hero 4 Black, werden hier die einzelnen Optionen ebenfalls abgekürzt. Während man aus "INTVL" noch "Intervall" herauslesen kann, sind manche Menüpunkte ohne Handbuch nicht zu entziffern. "V.FMT" steht beispielsweise für das Videoformat, "L.OPT" für die Zeitspanne, die im Loop-Modus aufgezeichnet werden soll.

Zum Haareausraufen fanden wir die Menüführung aber aus einem anderen Grund: Jede Parameteränderung hat zur Folge, dass das Einstellungsmenü komplett verlassen wird. Das ist besonders ärgerlich, wenn man bei einem der zahlreichen Unterpunkte eine falsche Option angewählt hat. Die lässt sich dann nur wieder ändern, wenn man den Weg durch das kryptische Setup erneut beschreitet. So lässt sich der Puls schon vor der Downhill-Fahrt beschleunigen.

Gute App, bessere Fernbedienung

Bei keiner anderen Actionkamera ist eine externe Steuerung so unverzichtbar wie bei der Sony FDR X-1000 VR. Die Play Memories Mobile genannte App für Smartphones existiert nur für Android- und iOS-Nutzer. Sie ist übersichtlich und leistungsstark - neben den Einstellungsmöglichkeiten bietet sie die Möglichkeit, Inhalte über das Web zu teilen. Das erstmalige Pairing kann sehr nutzerfreundlich per NFC erfolgen. Auch mehrere Kameras lassen sich mit der App problemlos steuern.

Unsere bevorzugte Art der Kommunikation mit der FDR X-1000 VR war hingegen die bei diesem Modell enthaltene wasserfeste Armbandfernsteuerung. Wie eine überdimensionale Smartwatch wird sie mit Klettband am Arm befestigt und bietet ein gut ablesbares Farbdisplay mit Live-Bild. Zwar ist auch hier die Menüführung alles andere als anwenderfreundlich, aber es macht einen großen Unterschied, ob man sich über den Bootsrand hängend durch die Parameter der bereits installierten Kamera wühlt oder bequem sitzend während der Paddelfahrt. Die Akkulaufzeit der Fernsteuerung ist erstaunlich - wir konnten sie auf unserem Trip innerhalb einer Stunde nicht einmal um die Hälfte reduzieren.

Sonys Actionkamera macht tolle Videos - aber nicht für alle

Sonys Actionkamera bietet Aufnahmemodi bis zu 4k bei 30 Bildern pro Sekunde und im 720p-Format (1.280 x 720 Pixel) bis zu 240 fps. Wie bei der Gopro Hero 4 Black kann in Full-HD mit bis zu 120 Bildern pro Sekunde aufgezeichnet werden.

Fotos werden mit einer maximalen Auflösung von 8,8 Megapixeln aufgenommen. Im Burst-Modus schafft die Kamera 10 Bilder pro Sekunde. Intervallaufnahmen sind gleichfalls möglich.

Die höchste Videoauflösung wird nur mit dem hauseigenen Codec XAVC S erreicht. Dafür ist eine Micro-SD-Karte vom Typ SDXC Class 10 UHS 3 mit 64 Gigabyte nötig. Das klingt nicht nur kompliziert, es ist auch so. Wir versuchten unser Glück mit einer 32-Gigabyte-Version dieser Karte - ohne Erfolg. Wer sich bei den Spezifikationen irrt oder blind irgendeine Micro-SD-Karte kauft, muss auf 4k-Video und alle qualitativ hochwertigen Modi verzichten. Nachdem wir ein passendes Modell gekauft hatten, folgte Ernüchterung: Das Display meldete nach dem Einlegen trotzdem einen Kartenfehler.

Grund war eine schwer nachvollziehbare Designentscheidung beim Kartenslot. Das Medium lässt sich nämlich verkehrtherum einlegen. Sony baut mit dem Memory Stick Micro m2 ein eigenes Kartenformat - die Kamera kann auch dieses lesen. Der Dualslot der Kamera liefert aber keinen Anhaltspunkt dafür, dass Micro-SD links herum und Memory Stick Micro rechts herum eingelegt werden müssen.

Sind diese Probleme gelöst, entschädigt die Qualität der Aufnahmen allerdings für vieles. Im Videomodus liegt die FDR X-1000 VR auf Augenhöhe mit der Hero 4 Black. Sonys Actionkamera zeichnet aber mit einer höheren Bitrate auf - bis zu 100 Mbit pro Sekunde. Die Option, im 4:3-Format in 2,7k aufzunehmen. fehlt der Kamera jedoch. Im Fotomodus dominiert die Hero 4 Black dank höherer Auflösung.

Praxistest auf dem Wasser und im Keller

Auch das Sony-Modell durfte mit zur Paddeltour. Die Anbringung war wesentlich komplizierter als bei der Hero 4 Black. Einem Klebepad auf dem Bug wollten wir die große Kamera nicht anvertrauen. Unser einziges Luftkissen für den Auftrieb im Wasser hatten wir bereits dem Konkurrenzprodukt verpasst. Mit etwas Geduld konnten wir aber den mitgelieferten Selfie-Stick am Steuerbord befestigen. Keine sehr befriedigende Lösung, aber die Bilder waren trotzdem gelungen.

Glücklicherweise konnten wir mit dem gleichen Stab problemlos Unterwasseraufnahmen machen - die windschnittige Form der Kamera erwies sich im Schlingpflanzendickicht der Havel als großer Vorteil. Auch hier dokumentierten wir vorher den Aufbau des Bootes per Intervallmodus. Der Akku von Sonys Actionkamera hielt eine gute halbe Stunde länger durch als der des Gopro-Modells. Wir nehmen an, dass die Verbindung zur Armbandfernbedienung stromsparender ist als die zum Smartphone.

Der Videotest bei schlechten Lichtverhältnissen führte uns in den Keller unseres Bürogebäudes. Zugegeben: Ganz dunkel war es dort nicht. Trotzdem ließ sich das Rauschverhalten gut beurteilen, wir waren zufrieden mit den Bildern. Der Nervenkitzel der verlassenen Kaserne unserer anderen Tests fehlte hier leider.

Ein Ersatzakku ist ratsam

Der wechselbare Akku ist durch eine Klappe an der Hinterseite der Kamera leicht erreichbar. Wie bei den Konkurrenzmodellen variiert die Laufzeit je nach Nutzungsszenario - sie ist vergleichbar mit der der Hero 4 Black. Auch hier ist also ein Ersatzakku ratsam.

Die FDR X-1000 VR bietet einen 4k-fähigen HDMI-Ausgang, Stereomikrofone und einen GPS-Empfänger. Sogar der Anschluss externer Mikrofone ist möglich. Gut gefällt uns das Stativgewinde direkt an der Kamera. So muss die wasserdichte Hülle nicht unbedingt angelegt werden, spritzwasserfest ist die Kamera auch ohne Gehäuse. Die einzige Status-LED ist leider an der Rückseite untergebracht.

Verfügbarkeit

Die  FDR X-1000 VR (inklusive Fernbedienung) ist im Moment ab 430 Euro erhältlich. Einzeln kostet die Kamera unter dem Namen FDR-X1000 circa 300 Euro.

Fazit zu Sonys FDR X-1000 VR

Sonys FDR X-1000 VR ist ein Liebhaberstück. Die unnötig komplizierte Bedienung der Kamera selbst und die Sonderwege beim Speicherkartenformat und den Halterungen machen den Einstieg schwer. Der Formfaktor begünstigt Einsätze beim Motorradfahren, für viele andere Szenarien ist die Actionkamera aber schlicht zu groß. Die Qualität der Videos und Fotos ist hingegen sehr gut. Einen GPS-Empfänger und einen 4k-HDMI-Ausgang bietet die Konkurrenz nicht. Wir wurden mit der FDR X-1000 VR erst wirklich warm, als wir beim Paddeln die Vorzüge der Armbandfernbedienung zu schätzen lernten. Ob Letztere den Aufpreis gegenüber dem Basismodell rechtfertigt, weiß man wohl erst, wenn mal das Smartphone über Bord gegangen ist.

Tomtom Bandit Action Cam - rund und drehbar

Bandit gegen Hero - der Navi-Hersteller Tomtom hat im Sommer 2015 seine erste Actionkamera auf den Markt gebracht. Windschnittig, zylinderförmig und weiß mit roten Akzenten sticht die Bandit sofort ins Auge. Sie ist etwas größer als die Gopro Hero 4 Black im Gehäuse und benötigt keine zusätzliche Hülle, aber eine wasserfeste Linse. Damit soll eine Tauchtiefe von 40 Metern erreicht werden. Auf der Oberseite befinden sich eine Vierwege-Wippe, ein vergleichsweise großes und beleuchtetes LC Display und eine beleuchtete Taste, die als vordere Status-LED fungiert. Anschalten lässt sich die Kamera über den Auslöser an der Hinterseite.

Außen und innen flexibel

Tomtom setzt auf proprietäre Halterungen. Ein metallischer Bügel mit zwei Aussparungen und einem scherenartigen Verschluss sorgt für sichere Befestigung. Auch hier werden Adapter zum Gopro-Steckverschluss-System mitgeliefert. Der Vorteil der runden Kamera wird offenbar, wenn man sie zum ersten Mal anbringt und feststellt, dass sie sich entlang der Längsachse um mehr als 180 Grad drehen lässt.

Nach dem Einschalten kann der gewünschte Aufnahmemodus mit der Vierwege-Wippe gewählt werden, ein Druck auf den hinteren Auslöser startet die Aufnahme. Die Bandit bietet Foto- und Videomodus, Zeitlupe und Zeitraffer an. Die vom Hersteller beworbene 4k-Fähigkeit versteckt sich hinter der Option "Film". Das hochauflösende Display ist jederzeit sehr gut ablesbar und die deutsche Menüführung vorbildlich.

Zwei Kritikpunkte gibt es dennoch: Wir konnten uns nicht daran gewöhnen, die Aufnahme mit dem hinteren Auslöser zu starten, aber mit der vorderen Taste zu stoppen. Drückt man während des Filmens erneut auf den hinteren Knopf, wird lediglich eine Markierung ins Video eingefügt. Das geteilte Ein- und Ausschalten der Kamera über diese beiden Tasten ist ebenfalls wenig intuitiv. Ein Druck auf die Vierwege-Wippe nach oben aktiviert das WLAN-Modul. Die Verbindungsdaten werden auf dem Display eingeblendet, das Pairing ist also unkompliziert.

App nur für Android und iOS

Die Tomtom Bandit App ist nur für Android und iOS erhältlich. Sie ist ebenso übersichtlich wie die Menüführung an der Kamera. Neben dem Zugriff auf alle Parameter und die Möglichkeit, Inhalte im Netz zu teilen, bietet die App aber noch einen simplen Schnittmodus. Schütteln wir das Smartphone, wird ein knapp 60-sekündiger Clip mit Ausschnitten aus den aufgenommenen Videos erstellt. Auf Wunsch kann auch eine auf dem Telefon gespeicherte .mp3-Datei als Soundtrack verwendet werden. Das ersetzt ganz sicher nicht den Videoschnitt am Rechner, aber um nach einem Tag auf der Piste dem Freundeskreis einen ersten Eindruck zu geben, reicht es allemal.

4k und 16 Megapixel - zumindest auf dem Papier

Die Tomtom Bandit wird mit 4k-Funktionalität beworben, aber ein Blick in die Datenblätter reicht aus, um Ernüchterung hervorzurufen. Gerade einmal 15 Bilder pro Sekunde kann die Kamera in der höchsten Videoauflösung verarbeiten. Damit fällt sie hinter die Gopro Hero 4 Black und die FDR X-1000 VR zurück. Weil gerade Actionvideos von einer möglichst hohen Bildrate profitieren, eignet sich der 4k-Modus der Bandit wohl höchstens für ruhige Szenen. Auch in den niedrigeren Videoauflösungen kann die Kamera nicht ganz mit der Konkurrenz mithalten. Full-HD wird mit maximal 60 Bildern pro Sekunde aufgenommen, 120 fps gibt es nur im 720p-Modus.

Dafür punktet Tomtoms Action-Zylinder zumindest auf dem Papier im Fotomodus: 16 Megapixel bietet keine andere Kamera in unserem Test. Die nominelle Auflösung sagt aber nicht viel über die Qualität der Bilder aus. Tatsächlich ist die Bandit in diesem Bereich sogar die schwächste Kamera in unserem Test. Die Aufnahmen sind verwaschen, viel zu stark komprimiert und tendenziell unterbelichtet. Allein die Bildgröße auf dem Datenträger sagt einiges über die aggressive Kompression aus: Ein vergleichbares Foto der Hero 4 Black mit 12 Megapixeln belegt mitunter den vierfachen Speicherplatz. Zehn Bilder pro Sekunde sind im Burst Modus möglich, die Intervall-Option ermöglicht eine freie Wahl der Auslösezeiten.

Abgesehen von der schwachen Qualität der Fotos, ist die Abbildungsleistung der Bandit solide. Im Full-HD-Modus liefert sie detailreiche Bilder und ist selbst in Situationen mit wenig Licht nicht überfordert. Im Vergleich zur Gopro Hero 4 Black hellt sie dunkle Bereiche stark auf, was zu stärkerem Rauschen führt. Einstellungen für eine manuelle Korrektur des ISO-Wertes fehlen. So wird der Vorteil der Tomtom-Kamera mitunter zum Manko: In den übersichtlichen und leicht verständlichen Menüs sind Optionen für Fortgeschrittene nicht vorgesehen.

Tomtoms Actionkamera im Sattel und im Teich

Das Testmuster der Tomtom Bandit wurde leider nicht mehr im Sommer geliefert, für einen Bootsausflug war es bereits zu kalt. Stattdessen klemmten wir die Kamera ans Fahrrad und drehten ein paar Runden offroad. Dabei stellten wir fest, dass je nach Modell und Rahmenaufbau einige Kreativität vonnöten ist, um einen interessanten Blickwinkel am Rad zu finden.

Die praktische Zylinderform macht es möglich, sehr nah an der Radnabe zu filmen. Auch in einen Gartenteich haben wir die Bandit versenkt. Eine geringe Naheinstellungsgrenze in Kombination mit neugierigen Fischen ergab neue Einblicke in das Leben unserer schuppigen Freunde. 

Der Ausflug in den Kasernenkeller durfte für die Probe unter schwierigen Lichtverhältnissen nicht fehlen. Im Licht der beiden LED-Taschenlampen offenbarte die Kamera eine geradezu erstaunliche Restlichtverstärkung. Im Vergleich zu den anderen getesteten Modellen wirkte der Keller im Video ziemlich hell. Dieser Effekt wird natürlich durch starkes Bildrauschen erkauft - das kann aber auch als Stilmittel eingesetzt werden.

Lange Akkulaufzeit und ein USB-Stick

Wie weit Bedienungsfreundlichkeit für die Ingenieure von Tomtom im Vordergrund stand, wird beim Wechsel von Akku und Micro-SD-Karte deutlich. Die Rückseite der Kamera lässt sich mit einer einfachen Drehung entfernen und das Innenleben wie ein zylinderförmiger USB-Stick herausziehen. Steckt man diesen an einen Rechner, lassen sich die Daten kopieren und der Akku laden, ein Adapter oder Lesegerät ist nicht nötig. Das Beste: nie wieder vergessene Ladegeräte, keine Kabel. Mit 59 Euro ist Ersatz allerdings nicht ganz billig. Der vergleichsweise große Akku ermöglicht längere Laufzeiten als bei der Konkurrenz von Gopro, Sony und Rollei: bis zu 3 Stunden bei Full-HD-Aufnahme. Das stromsparende WLAN-Modul trägt hierzu bei. Es schaltet sich nach einigen Minuten Inaktivität selbst ab, muss aber danach wieder manuell gestartet werden.

Die Tomtom Bandit hat keinen HDMI-Ausgang, auch sonst sind Anschlüsse bauartbedingt rar. Unter einer Gummiklappe an der Rückseite sind nur vier Pogo-Pins nach außen geführt. TomTom verbaut ein eigenes, sehr genaues GPS-Modul. Die Positionsdaten werden auf der Speicherkarte separat hinterlegt. Neben einigen Halterungen, zum Beispiel für Fahrrad- oder Motorradlenker bietet Tomtom eine Armbandfernbedienung an - diese bildet aber nur die beiden Auslösertasten ab, nicht die Vierwege-Wippe.

Verfügbarkeit

Die Tomtom Bandit kostet aktuell rund 350 Euro, die Armbandfernbedienung circa 50 Euro.

Fazit zur Tomtom Bandit

Tomtoms erste Actionkamera gefällt uns einerseits sehr gut. Sie ist noch einfacher zu bedienen als die Gopro Hero 4 Black, das Halterungssystem ist solide, und die Akku- und Speicherkartenkombination ist nur als genial zu bezeichnen. Auf der anderen Seite sind 15 Bilder pro Sekunde im 4k-Videomodus nicht zufriedenstellend und der Fotomodus enttäuscht. Wer gute Full-HD-Videoqualität und Flexibilität bei der Anbringung benötigt, liegt mit der Bandit richtig. Wenn Tomtom beim Nachfolger den technischen Abstand zum Marktführer noch weiter verringern kann, wird es spannend.

Rollei Actioncam 420 - die Günstige

Der traditionsreiche Kamerahersteller Rollei ist zwar noch immer in Deutschland ansässig, die Produkte werden aber schon seit einiger Zeit in Asien produziert - sie sind lediglich für den einheimischen Markt lokalisiert und mit dem Firmenlogo versehen. Rollei hat bereits seit einigen Jahren preiswerte Actionkameras im Angebot. Pünktlich zum Jahresende 2015 ist das erste Modell mit 4k-Video erschienen. Es ähnelt den klassischen Gopros äußerlich bis ins Detail. Die streichholzschachtelgroße Kamera ist in verschiedenen Farben erhältlich und hat ein Stativgewinde. Auch die Actioncam 420 kann nur im mitgelieferten Gehäuse abtauchen, sie schafft dann nach Herstellerangaben Tiefen bis zu 40 Meter. Die Kamera hat vier Tasten auf der Oberseite, an der Front links. Wie beim Full-HD-fähigen Vorgänger ist auf der Rückseite ein Farbdisplay verbaut, das aber auf Touch-Bedienung verzichtet.

Das Zubehör ist Gopro-kompatibel

Bei der Befestigung sind die Konstrukteure ebenfalls kein Risiko eingegangen - und das in mehrfacher Hinsicht. Einerseits setzen die Actionkameras von Rollei stets auf die weit verbreiteten Gopro-Mounts, andererseits ist der Steckverschluss weiterentwickelt worden. Die beigelegten Rollei Safety-Pads sollen bei Stürzen dafür sorgen, dass sich die Kamera leicht von Körper oder Helm löst und keine gefährlichen Hebelkräfte entstehen können.

Ein Druck auf den oberen Auslöserknopf schaltet die Kamera ein. Leider ist keine der vier Tasten ein dedizierter Menüknopf. Stattdessen muss die obere der beiden Seitentasten einige Sekunden lang gehalten werden. Sonst fungieren diese Knöpfe als digitaler Zoom. Ist man einmal im Menü, sind die Optionen ziemlich selbsterklärend. Im Videomodus lassen sich Auflösung, Qualität und Bildrate einstellen. Auch die Einstellungen für Zeitraffer und -lupe, Loop-Modus und Bewegungsaktivierung finden sich hier.

Dass es für fortgeschrittene Parameter wie Belichtungskorrektur, Weißabgleich und Ähnliches keine separate Menüebene gibt, finden wir positiv. Verirren kann sich bei der Actioncam 420 niemand. Ähnlich aufgeräumt geht es im Fotomodus zu: ein Selbstauslöser, Intervall-Optionen und ein Burst Modus mit bis zu 5 Bildern pro Sekunde lassen sich auswählen. Einzig Helligkeit und Kontrast des Farbdisplays geben Anlass zur Kritik, bei direkter Sonneneinstrahlung ist es nicht mehr ablesbar.

Fernsteuerung per App und Armband

Ein längerer Druck auf die Fronttaste aktiviert das WLAN. Alle Verbindungsdaten werden auf dem Display angezeigt, das Pairing verläuft unkompliziert. Leider funktioniert die App für die Vorgängermodelle nicht mehr mit der Actioncam 420. Die neue App ist aber ebenfalls für Android und iOS erhältlich. Sind Smartphone und Kamera verbunden, zeigt das Display der Rollei kein Live-Video mehr. Die App ist ebenso übersichtlich wie die Kamera-internen Menüs, bietet aber keine Funktion für 4k-Video. Lediglich ein Punkt mit dem Namen "Undefined" existiert - er lässt das Gerät aber stark komprimierte Videos im SD-Format aufzeichnen.

Die App ist im Gegensatz zu den Menüs in der Kamera auf Deutsch übersetzt worden - nur nicht sonderlich gut. Was mit "Licht-Frequenz - 50Hz" gemeint ist, dürften jedoch die meisten Anwender wissen. Fotos und Videos lassen sich problemlos auf das Smartphone herunterladen, aber nicht direkt aus der App teilen.

Die Rollei Actioncam 420 wird mit einer Armbandfernbedienung geliefert. Im Gegensatz zum Sony-Modell verfügt sie nicht über ein Display. Aber auch, wenn lediglich die Auslösertasten an der Kamera abgebildet werden, finden wir die Idee äußerst praktisch. Preislich ist die Fernbedienung im Lieferumfang ein gutes Argument - die anderen Hersteller im Test lassen sich solche Extras gut bezahlen.

4k oder 8-Megapixel-Serienbilder bei Rolleis Actionkamera?

Rollei bewirbt die Actioncam 420 mit 4k-Funktionalität - aber noch mehr als im Fall der Tomtom Bandit handelt es sich hier eher um einen 8-Megapixel-Burst. Bei nur zehn Bildern pro Sekunde noch von Video zur sprechen, ist schon gewagt. So eignet sich der 4k Modus höchstens für die Aufnahme schneller Serienbildsequenzen, selbst einen Urlaubsfilm wird wohl niemand damit drehen wollen. Die weiteren Videomodi rangieren zwischen 60 fps bei Full-HD und bis zu 240 Bildern pro Sekunde im VGA-Format (640 x 480 Pixel). Ähnlich wie das Gopro-Modell bietet die Rollei zudem einen 1440p-Modus mit 30 fps.

Fotos schießt die Actionkamera mit bis zu 12 Megapixeln, im Burst-Modus sind es bis zu zehn pro Sekunde. Der Intervallmodus scheint vernachlässigt worden zu sein, man kann zwischen einer halben Sekunde und einer Minute in sieben Schritten wählen. Zu wenig, finden wir. Ansonsten ist der zeitgesteuerte Selbstauslöser eine gute Idee, wenngleich die mitgelieferte Fernbedienung wohl eher für diesen Zweck infrage kommt.

Mit der Actioncam 420 aufgenommene Videos sind in jeder Auflösung stark digital nachgeschärft. Das macht einen unnatürlichen Eindruck. Die Bilder sehen zwar besser aus als beim Vorgänger Actioncam 410, aber immer noch schlechter als die der anderen Modelle unserem Test. Selbst in der höchsten Qualitätsstufe gibt es sichtbare Kompressionsartefakte, die Farben sind übersättigt. Auch der sogenannte Rolling-Shutter-Effekt ist mitunter sichtbar - es wirkt, als würden vertikale Wellen durch das Bild gehen. Bei schlechten Lichtverhältnissen gibt der Sensor schnell auf, es sind kaum noch Details erkennbar. Im Fotomodus schlägt sich die Rollei etwas besser. Sie kann mit der Sony FDR X-1000 VR mithalten und liefert zu unserem Erstaunen bessere Ergebnisse als die Tomtom Bandit mit ihrem 16-Megapixel-Sensor.

Tourenrad statt Dirt-Bike

Da die Rollei Actioncam 420 erst im Oktober auf den deutschen Markt kam, preschten wir auch mit ihr auf dem Fahrrad durch die Pfützen. Trotz Gopro-Mount war es nicht leicht, eine gute Position an Rahmen oder an der Gabel zu finden. Vermutlich haben spezielle Dirt-Bikes inzwischen eigene Vorrichtungen für Actionkameras, unser altes Tourenrad ist jedenfalls nicht für solche Einsätze gerüstet.

Wenn sich am Rad kein Platz findet, kann man natürlich die Kamera direkt neben oder in eine Pfütze legen, was wir auch taten. Unser Tipp: Im Zweifelsfall immer etwas näher ans Motiv rücken, als es auf den ersten Blick sinnvoll erscheint. Durch die starke Weitwinkeloptik ist sonst viel Wald und wenig Action auf den Bildern.

Mit wenig Licht verschlechtern sich die Bilder der Actioncam 420 rapide. Im Kellertest waren nur noch Objekte im unmittelbaren Scheinwerferkegel der Taschenlampen erkennbar. Im herbstlich schummrigen Fischteich machte sich im Vergleich zur TomTom Bandit starkes Bildrauschen bemerkbar - wir weigern uns, das den Schwebeteilchen im Gewässer zuzuschreiben und bleiben bei unserem Plan, das Teichwasser erst im Frühjahr wieder aufzufrischen.

Der Akku ist wechselbar, aber gut versteckt

Der Akku der Kamera ist wie beim Vorgängermodell wechselbar. Dazu muss die Frontplatte entfernt werden, und es offenbart sich, dass die vier Schrauben in den Gehäuseecken lediglich dekorative Zwecke erfüllen. Je nach Einsatz verringert das Farbdisplay die Akkuslaufzeit beträchtlich. Bei Full-HD-Aufnahmen mit 60 fps war in unserem Testszenario bereits nach 50 Minuten Schluss.

Die Actioncam 420 hat neben einem Mini-USB Anschluss auch einen HDMI-Ausgang, er ist aber nicht für 4k-Video geeignet. Die volle Kompatibilität zum Gopro-Standard garantiert Halterungen für nahezu jeden erdenklichen Einsatzzweck.

Verfügbarkeit

Die Rollei Actioncam 420 ist inklusive Armbandfernbedienung für rund 200 Euro erhältlich.

Fazit zu Rolleis Actioncam 420

Rollei vermarktet die eigenen Produkte meist über den Preis, das trifft ebenso auf die Actioncam 420 zu. Die Kamera ist ein solides Einsteigermodell, das in der Handhabung überzeugen kann. Besonders gefallen uns das Stativgewinde an der Kamera, die mitgelieferte Armbandfernbedienung und das verbaute Farbdisplay. Leider mussten offenbar einige Abstriche gemacht werden, um den Preis niedrig zu halten: Im direkten Sonnenlicht ist der Bildschirm nahezu nutzlos. Dass die Bildqualität nicht an die der fast doppelt so teuren Konkurrenzmodelle heranreicht, verwundert nicht. Wer mit dem Gedanken spielt, sich zunächst eine preiswerte Actionkamera zuzulegen oder auf der Suche nach einem günstigen Zweitgerät ist, kann trotzdem ruhigen Gewissens zugreifen.



Gibt es die perfekte Actionkamera?



Es muss nicht immer per Snowboard die Todespiste hinuntergehen, auch eine Reise auf die Malediven für spektakuläre Unterwasserbilder ist nicht nötig. Wir hatten im Alltag viel Spaß mit den Kameras und konnten feststellen, dass auch normale Ausflüge mit Freunden und Familie lohnenswerte Motive bieten. Gerade Kinder und Jugendliche entwickeln schnell Kreativität, wenn es darum geht, einen ungewöhnlichen Blickwinkel zu finden. Voraussetzung ist jedoch ein leicht zu bedienendes Modell - je kleiner, desto besser.

Die perfekte Actionkamera wäre vermutlich eine Mischung aus Gopro Hero 4 Black, Sony FDR X-1000 VR, Tomtom Bandit und Rollei Actioncam 420. Von der Gopro wünschen wir uns die Bildqualität, nicht umsonst wird sie bei Dreharbeiten im professionellen Bereich gern genutzt. Von der Sony FDR X-1000 VR wünschen wir uns das Live-Video im Handumdrehen auf der Armbandfernbedienung. Die Bandit von TomTom könnte eine übersichtliche Menüführung beisteuern. Von der Rollei hätten wir zu guter Letzt den Preis auf unserer Wunschliste.

Die schlechteste Actionkamera hätte wohl zum Preis der Hero 4 Black die alptraumhafte Menüführung der FDR X-1000 VR, eine separate Taste zum Starten und Stoppen der Aufnahme wie die Bandit und den 10-fps-4k-Modus der Actioncam 420.

Fazit

Wer bei Bildqualität, Zubehör und App keine Kompromisse machen möchte, sollte sich die Gopro Hero 4 Black ansehen. Außerdem: Für Windows 10 bietet kein anderer Hersteller eine App an, die Palette an Accessoires ist riesig. Videos in 4k mit 30 Bildern pro Sekunde sind möglich.

Für Biker mit einem hohen Anspruch an die Bildqualität dürfte hingegen eher die Sony FDR X-1000 VR interessant sein. Trotz ihrer Größe ist sie windschnittig und in Kombination mit der Armbandfernbedienung unterwegs gut bedienbar. Auch Sonys Actionkamera beherrscht 4k mit 30 fps.

Wem genaues GPS, lange Akkulaufzeit und einsteigerfreundliche Bedienung wichtig sind, für den ist die TomTom Bandit vielleicht genau die richtige Kamera. 4k Video läuft hier allerdings nur mit 15 Bildern pro Sekunde.

Wer sich nicht sicher ist, ob die Actionkamera vielleicht im nächsten Jahr schon in der Schublade verstaubt und deshalb ein preiswertes Modell will, kann zur Rollei Actioncam 420 greifen. Sie ist kompatibel zum Gopro-Zubehör und wird mit Armbandfernbedienung geliefert. Der 4k-Videomodus mit 10 fps ist eher kein Kaufgrund.

Grundsätzlich stellt sich natürlich die Frage, ob 4k-Video eine Actionkamera bereichert. Wir finden es für qualitativ hochwertige Standbilder und mehr Freiheit bei der Wahl des Bildausschnittes sehr praktisch. Voraussetzung ist allerdings, dass der jeweilige 4k-Videomodus mindestens 25 Bilder pro Sekunde liefern kann. Das ist leider nur bei zwei von vier Testmodellen der Fall.  (mwo)


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