Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/news/sennheiser-orpheus-so-klingt-ein-50-000-euro-kopfhoerer-1511-117698.html    Veröffentlicht: 29.11.2015 13:49    Kurz-URL: https://glm.io/117698

Sennheiser Orpheus

So klingt ein 50.000-Euro-Kopfhörer

Der laut Hersteller beste Kopfhörer der Welt heißt erneut Orpheus: Das neue Modell wird in Deutschland handgefertigt und mit einem passenden Röhrenverstärker ausgeliefert. Ersten Probehörern zufolge soll der Kopfhörer eine faszinierende Klangwelt darstellen.

Ein Vierteljahrhundert lang galt Sennheisers Orpheus als der beste Kopfhörer der Welt - auch, weil das 1991 vorgestellte Modell auf 300 Stück limitiert war. Für den neuen Orpheus gilt das nicht, denn davon sollen jedes Jahr 250 Geräte inklusive Röhrenverstärker ausgeliefert werden. Wie beim 30.000 D-Mark teuren Vorgängern handelt es sich um einen elektrostatischen, offenen Kopfhörer. Er soll ab nächstem Jahr für 50.000 Euro verfügbar sein.

Der Orpheus HE 1060 und der Röhrenverstärker HEV 1060 werden handgefertigt, zusammen bestehen sie aus über 6.000 Einzelteilen. Sennheiser gibt an, dass der Orpheus HE 1060 einen Frequenzbereich von 8 Hertz bis über 100 Kilohertz abdecke und dank goldbedampfter Keramik-Elektroden einen Klirrfaktor-Wert von nur 0,01 Prozent erreiche. Das Verstärkergehäuse besteht aus Marmor - Sennheiser verweist auf das Material, das Michelangelo für Skulpturen verwendet habe - und die Röhren sind von Quarzkolben umhüllt. Die liefern 800 Volt, eine Schutzschaltung soll Stromschläge verhindern.

Redakteure der c't und der Futurezone konnten in der Wedemark bei Hannover sowie in Wien den Orpheus HE 1060 zusammen mit dem Röhrenverstärker HEV 1060 Probe hören: Hartmut Gieselmann (c't), der ein selbst gemastertes Album mitbrachte, schreibt, der Kopfhörer klinge "im ersten Moment gar nicht mal so viel anders" als ein Sennheiser HD 800, das bisherige Topmodell für 1.300 Euro. Jedoch bleibe er "selbst bei plötzlichen Schlagzeugattacken so unbeeindruckt", denn Sennheiser sei es gelungen, "eine möglichst natürliche Wiedergabe von Musik zu erzielen".

Ähnlich beschreibt Martin Stepanek von der Futurezone den offenen Kopfhörer. Der erste Eindruck sei "beinahe enttäuschend", Pink Floyds Money aber sorgte dann für den "ersten Aha-Effekt" und eine beeindruckende räumliche Tiefe. Keith Jarretts Klavierimprovisation beim Köln Concert offenbare eine "faszinierende Klangwelt", denn der Orpheus weise eine natürliche Ausgewogenheit auf - nie klängen Bässe zu dumpf oder Höhen zu präsent.  (ms)


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