Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/news/augmented-reality-vw-fuehrt-datenbrillen-ein-1511-117627.html    Veröffentlicht: 25.11.2015 11:24    Kurz-URL: https://glm.io/117627

Augmented Reality

VW führt Datenbrillen ein

Grün heißt: Greif zu! Der Automobilhersteller VW führt in Wolfsburg Datenbrillen ein. Sie zeigt Mitarbeitern, welche Teile sie aus dem Regal nehmen sollen.

VW-Mitarbeiter tragen jetzt Brille, damit sie besser sehen. Nicht im üblichen Sinn: Mitarbeiter in der Werklogistik im Werk in Wolfsburg tragen eine Datenbrille, die ihnen wichtige Informationen zu einem Teil einblendet. Der Automobilhersteller verspricht sich davon effizientere Abläufe.

Die Datenbrille wird bei der Bereitstellung von Teilen eingesetzt: Der Träger bekommt alle Informationen zu einem Teil angezeigt, darunter die Kennung und wo er es findet. Er hat also beide Hände frei zum Arbeiten und hat dennoch alle nötigen Informationen im Blick. Die Brille sagt dem Datenbrillenträger auch, ob er gerade das Richtige macht: Die Kamera der Brille scannt den Barcode des Teils, nach dem er greift. Das richtige erscheint in Grün, ein falsch entnommenes Teil wird in Rot dargestellt.

Die Datenbrille wird freiwillig getragen

VW hatte die Datenbrille zunächst drei Monate lang getestet. Der Piloteinsatz sei so erfolgreich verlaufen, dass sie jetzt serienmäßig eingesetzt werde, erklärt das Unternehmen. Allerdings noch nicht flächendeckend: Derzeit tragen 30 Mitarbeiter die Datenbrille, und das auch nur in ausgewählten Bereichen, unter anderem bei den Frontscheiben und den Gelenkwellen. Der Einsatz ist zudem freiwillig.

Das Projekt ist aber so erfolgreich, dass der Konzern schon weiter plant: Die Datenbrillen sollen in anderen Bereichen ebenso wie in anderen Werken und Marken eingesetzt werden.

AR soll effiziente Abläufe ermöglichen

Auch andere Unternehmen testen solche Anwendungen: Der Logistik-Dienstleister DHL hat Anfang des Jahres ein Pilotprojekt mit Datenbrillen in einem Verteilzentrum in den Niederlanden durchgeführt. Auch hier ging es um Kommissionierung.

Die Idee ist, über solche Augmented-Reality-Anwendungen (AR) die Arbeit effizienter zu gestalten: Der Mitarbeiter greift sicher das richtige Teil und ermöglicht einen reibungslosen Ablauf. Oder er findet ein Teil damit: Mit der AR-Anwendung Shelvar kann ein Bibliothekar ein Regal scannen und sehen, ob dort Bücher stehen, die dort nicht hingehören.

In der Fabrik der Zukunft bekommt der Augmented Operator in seiner Datenbrille angezeigt, wo in einer Maschine ein Fehler aufgetreten ist, und dazu gleich die Handlungsanweisungen, etwa wo ein defektes Teil sitzt, wie er es repariert oder austauscht.  (wp)


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