Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/news/fair-use-youtube-schuetzt-videoproduzenten-vor-copyright-missbrauch-1511-117588.html    Veröffentlicht: 23.11.2015 18:07    Kurz-URL: https://glm.io/117588

Fair Use

Youtube schützt Videoproduzenten vor Copyright-Missbrauch

Spielentwickler, Politiker oder Markenhersteller bekämpfen kritische Videos auf Youtube oft mit einem Hinweis auf angebliche Copyright-Verstöße. Nun stellt Google mehrere Millionen US-Dollar bereit, um ausgewählten Produzenten in Musterprozessen vor Gericht zu helfen.

Youtube will in den USA die Rechte von unabhängigen Videoproduzenten stärken. Dazu hat das Unternehmen eine Reihe von Videos ausgewählt, gegen die Markenfirmen, Politiker oder Spielentwickler vorgegangen sind, indem sie eine Verletzung ihres Copyrights geltend machten. Nun hat Youtube angekündigt, fünf Videos trotzdem nicht offline zu nehmen, sondern die Produzenten bei möglichen Rechtsstreitigkeiten mit jeweils bis zu einer Million US-Dollar vor Gericht zu unterstützen.

Hintergrund ist, dass Youtube vermutet, dass die Copyright-Verstöße nur vorgeschoben seien - und dass so nur ein kritisches Video auf bequeme Art gelöscht werden solle. Denn eigentlich ist das Verwenden von fremdem Bild- oder Tonmaterial in den USA auf Basis der sogenannten Fair-Use-Regelungen erlaubt. Videoproduzenten haben dort wesentlich mehr Freiheiten, als sie deutschen Youtubern etwa auf Basis des Zitatrechts zustehen.

Kritik an Spielentwickler ist weiter online

Eines der Videos, das sich Youtube für seine Kampagne ausgesucht hat, stammt von Jim Sterling. Der hatte in einem Video zwei auf Steam Greenlight veröffentlichte Spiele eines Entwicklerstudios namens Moo Tech heftig kritisiert und dabei Ausschnitte aus den Trailern der Games gezeigt. Moo Tech hatte versucht, das kritische Video von Sterling mit einem Verweis auf Copyright-Verletzungen wieder von Youtube entfernen zu lassen - bislang erfolglos.

Im Blog schreibt ein Mitarbeiter der Rechtsabteilung von Google, dass man zwar nicht allen Videoproduzenten so umfassend helfen könne wie den fünf ausgewählten, bei denen die Rechtslage nach seiner Auffassung klar sei. Im Laufe der Zeit könnte aber eine Übersicht entstehen, die deutlich mache, was nach aktueller Gesetzeslage erlaubt sei und was nicht. In Deutschland sind die Videos nicht ohne Weiteres zu sehen - hier gilt Fair Use schließlich nicht.  (ps)


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