Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/news/security-ein-botnetz-aus-ueberwachungskameras-1510-117122.html    Veröffentlicht: 26.10.2015 17:45    Kurz-URL: https://glm.io/117122

Security

Ein Botnetz aus Überwachungskameras

Überwachungskameras schränken nicht nur die Privatsphäre vorbeilaufender Menschen ein - sie können auch als Basis für DDoS-Angriffe missbraucht werden. Dazu nutzen Kriminelle in einem aktuellen Fall mehr als 900 unsicher konfigurierte Geräte aus, wie eine Sicherheitsfirma jetzt bekanntgegeben hat.

Aktivisten und Bürgerrechtler kritisieren seit langem die Installation von Überwachungskameras an öffentlichen Plätzen - eine Studie von Sicherheitsforschern liefert ihnen nun neue Argumente. Denn die Sicherheitsfirma Imperva Incapsula hat nach eigenen Angaben ein Botnetz aus Überwachungskameras entdeckt.

Ein Kunde der Firma wurde mit massenhaften Http-Get-Anfragen angegriffen. Die Angreifer nutzen laut der Sicherheitsfirma schlecht konfigurierte Kameras, um ein Botnetz zu erstellen - zumeist soll es sich um Standard-Logins gehandelt haben.

Kameras mit Linux-Distribution

Alle infizierten Geräte liefen nach Angaben der Forscher mit einem Embedded-Linux und nutzten die Busybox-Tools. Die installierte Malware wird als eine Variante von ELF_BASHLITE beschrieben. Ist die Software installiert, scannt diese im Netzwerk nach anderen Geräten mit Busybox und sucht nach offenen Telnet/SSH-Diensten. In einer bestimmten Variante der Malware fanden die Forscher den Code, um die DDoS-Angriffe durchzuführen.

Die Kameras sendeten Imperva zufolge bis zu 20.000 Http-Get-Anfragen pro Sekunde an einige Ziele. Bei der Analyse der Kameras fanden die Forscher außerdem eine IP-Adresse ganz in ihrer Nähe. Bei der Auswertung des Kamera-Bilds entdeckten sie, dass das Gerät an einem Laden in der Nähe ihres Büros angebracht war. Nachdem sie den Ladenbesitzer aufgeklärt hatten, hatte das Botnetz immerhin einen Teilnehmer weniger.  (hg)


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