Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/news/soc-apple-denkt-ueber-custom-amd-chip-fuer-imacs-und-macbooks-nach-1510-117001.html    Veröffentlicht: 20.10.2015 13:57    Kurz-URL: https://glm.io/117001

SoC

Apple denkt über Custom-AMD-Chip für iMacs und Macbooks nach

Heute schon in der Playstation 4 und der Xbox One, künftig vielleicht in vielen iMacs und Macbooks: AMD soll sich in Verhandlungen mit Apple befinden. Geplant sei ein maßgeschneidertes System-on-a-Chip mit Zen-basierten Kernen plus Grafikeinheit für 2017 oder 2018.

Einem Bericht von Bits and Chips zufolge führen AMD und Apple Gespräche über einen maßgeschneiderten x86-Prozessor samt integrierter Grafikeinheit. Das System-on-a-Chip sei für den Einsatz in zukünftigen iMacs und Macbooks gedacht, die für die Jahre 2017 und 2018 geplant sind. Bits and Chips berufen sich auf eine Quelle von der Wall Street, die sich kurz vor der Ankündigung von AMDs Zen-Architektur als verlässlich erwiesen hatte. Allerdings gab es ein paar Tage vor AMDs Vorstellung ein entsprechendes Briefing und schon Monate vorher Informationen unter der Hand, was die Quelle abschwächt.

Dennoch ergibt die Meldung, Apple stehe in Verhandlungen mit AMD, Sinn: In allen iMacs mit dedizierter Grafikeinheit steckt derzeit eine Radeon, und AMD ist der einzige Hersteller, der x86-Kerne mit einer sehr schnellen GPU koppeln kann. Genau das soll sich Apple für künftige iMacs und Macbooks von AMD entwickeln lassen und zwar auf Basis besagter Zen-Architektur. Ein solches System-on-a-Chip dürfte zudem im 14LPP-Verfahren oder in einem noch moderneren 10-nm-Prozess gefertigt und mit HBM kombiniert werden.

Enge Zusammenarbeit bei aktuellen iMac Retina

Generell ist die Zusammenarbeit zwischen AMD und Apple derzeit recht eng, so wurde der Tonga-XT-Grafikchip lange Zeit exklusiv im iMac Retina 5K verkauft und soll erst im November 2015 auf der Radeon R9 380X für Spieler verfügbar werden. Auch gibt es seit Jahren immer wieder Indizien, dass Apple gerne AMD-Prozessoren in seinen Macbooks sehen würde, zuletzt bei den Llano-Chips im Jahr 2011. Da scheiterte es angeblich an Lieferengpässen, da AMD beim Auftragsfertiger Globalfoundries produzieren musste.

Ob Apple am Ende Chips von AMD in künftige iMacs und Macbooks verbaut, bleibt zwar vorerst offen - aber: Nicht zuletzt die Fertigung des A9-SoC bei Samsung und TSMC zeigt, dass sich Apple nicht allzu abhängig von einer Lieferquelle machen möchte und dafür bereit ist, viel Geld zu bezahlen. Zudem könnte Apple AMD und Intel in einem gewissen Rahmen beim Preis gegeneinander ausspielen. Eine Alternative ist ergo willkommen.  (ms)


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