Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/0101/11699.html    Veröffentlicht: 15.01.2001 09:13    Kurz-URL: https://glm.io/11699

Computer-Training für benachteiligte Jugendliche

Außerschulisch Computer-Grundkenntnisse erwerben

Computerkenntnisse werden immer wichtiger für einen erfolgreichen Einstieg in das Berufsleben, selbst da, wo bislang auch gering Qualifizierte einen Arbeitsplatz fanden. Brücken über die gesellschaftliche Kluft zwischen Computer-Nutzern und Computer-Analphabeten zu bauen, ist das Ziel eines Projekts am Psychologischen Institut der Universität Bonn.

Sozial benachteiligte Jugendliche erhalten hier Grundkenntnisse im Umgang mit dem Computer und damit bessere Chancen auf dem Arbeitsmarkt. "Computerkenntnisse werden inzwischen als vierte Kulturtechnik bezeichnet", sagte Professor Alexander Grob. Sein von der Züricher Jacobs-Stiftung gefördertes Projekt zielt auf sozial benachteiligte Jugendliche, die ansonsten keinen Zugang zu neuen Informationstechnologien haben.

Das freiwillige außerschulische Ausbildungsprogramm gliedert sich in drei Stufen: Auf Stufe 1 erwerben die Jugendlichen grundlegende Computerkenntnisse. Jeder Teilnehmer wird durch einen eigenen Trainer betreut, um optimal auf die Unterschiede in den Vorkenntnissen und im Lerntempo eingehen zu können. Auf Stufe 2 unterrichten die Jugendlichen andere benachteiligte Jugendliche. So werden zusätzlich zu den Computerkenntnissen soziale Kompetenz, Leistungsbereitschaft und Verantwortungsbewusstsein gefördert. Nachdem ein Trainer drei Jugendliche erfolgreich ausgebildet hat, kann er in Stufe 3 zum "PC-Consultant" aufsteigen, dessen Aufgabe die Beratung der Trainer ist.

Auf jeder Stufe erhalten die Jugendlichen bei Erfolg einen Legitimationsausweis. Trainer und Consultanten werden - wie im wirklichen Leben - zeit- und erfolgsorientiert entlohnt. Schließlich unterstützt die Projektleitung auf Stufe 3 erfolgreiche Jugendliche bei der Suche nach einem Ausbildungsplatz.  (ad)


© 1997–2019 Golem.de, https://www.golem.de/