Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/news/maennermagazin-playboy-verzichtet-wegen-online-pornos-auf-nacktbilder-1510-116858.html    Veröffentlicht: 13.10.2015 11:55    Kurz-URL: https://glm.io/116858

Männermagazin

Playboy verzichtet wegen Online-Pornos auf Nacktbilder

Durch die kostenlose Konkurrenz im Internet lohnt sich das Abbilden nackter Frauen für den Playboy nicht mehr. Seit online darauf verzichtet wird, sind die Zugriffe offenbar massiv angestiegen.

Das Playboy Magazine ändert nach 62 Jahren sein Konzept und bildet keine nackten Frauen mehr ab. Firmenchef Scott Flanders sagte der New York Times: "Sie sind heute einen Klick entfernt, jedem erdenklichen Geschlechtsakt kostenlos zu sehen. Und darum ist dies an dieser Stelle einfach passé."

Die Änderungen werden ab März 2016 im Printmagazin vollzogen. Die Onlineausgabe Playboy.com hat schon seit August 2014 die Darstellung geändert, zeigt Frauen weiter in aufreizenden Posen, aber zumindest knapp bekleidet. Laut Angaben des Playboy stieg der Traffic auf der Webseite Playboy.com von 4 Millionen auf 16 Millionen im Monat. Der 89-jährige Playboy-Gründer Hugh Hefner, der immer noch den Titel des Chefredakteurs trägt, soll den Änderungen zugestimmt haben.

Print-Auflage stark gesunken

Nach Angaben von Alliance for Audited Media ist die Auflage des Playboy-Magazins von 5,6 Millionen Exemplaren im Jahr 1975 auf gegenwärtig 800.000 gesunken.

Die Printausgabe des Playboy kommt in Deutschland von Hubert Burda Media.

Die deutsche Ausgabe von Playboy.de setzt dagegen weiter auf nackte Haut. Der Internet-Pornokonzern Manwin wurde im Jahr 2011 Partner der Playboy-Sparte Playboy Plus Entertainment und der Playboy-TV-Angebote. Manwin betrieb zu der Zeit große Tube-Seiten und andere Pornoangebote wie Youporn, Pornhub, Reality Kings, Brazzers, XTube, Extremetube, My Dirty Hobby, das Pornostudio Digital Playground und das Live-Sex-Angebot Webcams.com.

Nachtrag vom 13. Oktober 2015, 15:21 Uhr

"Auf die Ausrichtung und die Gestaltung des deutschen Playboy hat die Entscheidung der Amerikaner keinen Einfluss", sagte Florian Boitin, Chefredakteur Playboy Deutschland, Golem.de auf Anfrage. Playboy sei eine weltweite aktive Marke mit 23 internationalen Ausgaben. Der Playboy stehe "für geistreichen, preisgekrönten und mutigen Journalismus. Und Playboy hat die anspruchsvolle erotische Fotografie gesellschaftsfähig gemacht".  (asa)


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