Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/news/swisscom-wie-unterirdische-mobilfunkantennen-funktionieren-1510-116814.html    Veröffentlicht: 09.10.2015 17:24    Kurz-URL: https://glm.io/116814

Swisscom

Wie unterirdische Mobilfunkantennen funktionieren

Die Swisscom hat etwas mehr über ihre Schacht-Antenne verraten, die der Netzbetreiber selbst entwickelt hat. Die Mikrozelle im Kabelschacht arbeitet mit vier Sendepfaden.

Die unterirdische Mobilfunkantenne von Swisscom arbeitet mit vier Sendepfaden (MIMO) und ist mit einem Kunststoffdeckel und einem Schutzgehäuse ausgestattet. Das geht aus einer Präsentation von Hugo Lehmann hervor, der Leiter Mobile Access bei Swisscom Innovation ist. Die Swisscom Schacht-Antenne wurde entwickelt, um viele Mikrozellen gut ins Stadtbild der Schweizer Innenstädte einzufügen.

Es galt, so Lehmann, sowohl die Installationskosten als auch den operativen Aufwand möglichst gering zu halten. Der Einsatz erfolgt meist an Durchgangsorten.

Die Schacht-Antenne wurde zum Patent angemeldet. Die Industrialisierung übernahm der Antennenhersteller Kathrein, der die Mikrozelle im Kabelschacht "für Swisscom und den Weltmarkt herstellen" werde, hieß es. Pro Tag werden knapp 290.000 GByte Daten über das Mobilfunknetz der Swisscom übertragen, dieses Datenvolumen verdoppelt sich alle zwölf Monate. Um die Versorgung sicherzustellen, erprobt der Betreiber die speziell entwickelten Mobilfunkantennen und Mikrozellen, die in bestehende Festnetzschächte in der Straße eingebaut werden und die dort vorhandene Strom- und Internetanbindung nutzen.

Automatische Leistungsregelung

Die Schacht-Antenne hat weniger als 6 Watt Leistung. Eine automatische Leistungsregelung soll die Exposition reduzieren, um die Immissionsgrenzwerte für nichtionisierende Strahlung in der Schweiz einzuhalten.

In der Stadt Bern sind im ersten Halbjahr 2015 bereits erfolgreiche Feldversuche gemacht worden. Der Rolloutpilot mit industrialisierten Antennen läuft in Zürich, Basel und Lausanne an je fünf Standorten. Die Inbetriebnahme erfolgt im Winter 2015/16.  (asa)


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