Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/news/osmo-im-hands-on-dji-praesentiert-stabilisierte-handkamera-fuer-750-euro-1510-116778.html    Veröffentlicht: 08.10.2015 18:30    Kurz-URL: https://glm.io/116778

Osmo im Hands on

DJI präsentiert stabilisierte Handkamera für 750 Euro

Der Copter-Hersteller DJI bringt die stabilisierte Kameratechnik seiner Copter jetzt als Handkamera in den Handel: Der Osmo ist eine 4K-fähige Kamera mit motorisiertem Haltegriff. Golem.de konnte die Stabilisierungsfähigkeiten des Gespanns in einem ersten Kurztest ausprobieren.

Der chinesische Copter-Hersteller DJI hat mit dem Osmo seine erste stabilisierte Handkamera vorgestellt. Der Osmo verwendet einen 3-Achsen-Gimbal, um die Bewegungen der Hand auszugleichen und das Bild stabil zu halten. Die gleiche Technik verwendet DJI für seine Multicopter. Auch die verwendete Zenmuse-X3-Kamera selbst kommt bereits bei den Coptern des Herstellers zum Einsatz. Golem.de konnte sich die neue Handkamera in einem ersten kurzen Test anschauen.

Als Display verwendet Osmo ein Smartphone: Nach dem Download der DJI-Go-App wird das Sucherbild ohne nennenswerte Verzögerung auf dem mobilen Gerät angezeigt, das in eine stabile Metallhalterung am Griff eingespannt wird. Die Übertragung erfolgt per WLAN, die maximale Reichweite soll 25 Meter betragen - die Kamera kann also mit einem Smartphone auch aus der Ferne bedient werden.

Die App ermöglicht neben den Kameraeinstellungen auch die Steuerung des Gimbals per Toucheingabe. Auch dies funktioniert ohne merkbare Verzögerung und ist äußerst präzise. Problemlos können wir den Kamerakopf sowohl sehr schnell als auch sehr langsam durch Wischen mit unserem Finger bewegen.

Kamerasteuerung per Joystick

Noch praktischer ist allerdings der im Griff eingebaute Joystick, über den wir die Kamerahalterung ebenso gefühlvoll steuern können. Die Kamera des Osmo lässt sich um 320 Grad drehen, um 160 Grad neigen und um 30 Grad rollen. Die maximale Geschwindigkeit beträgt 120 Grad pro Sekunde - ein vollständiger Panoramaschwenk ist also in unter drei Sekunden möglich.

Ein Foto aufnehmen oder ein Video starten können wir über die App oder den Auslöser des Handgriffs. Kleine Bewegungen gleicht Osmo automatisch aus, wodurch sich ein sehr ruhiges Videobild ergibt. Bei stärkeren Bewegungen kann der Nutzer aktiv eingreifen: Im Bereich des Zeigefingers an der Vorderseite des Handgriffs befindet sich ein weiterer Schalter, der die Kamera fest in der aktuellen Lageposition hält.

Sanfte Kamerafahrten aus dem Handgelenk

Bewegen wir jetzt die Konstruktion, stört das die Zenmuse-Kamera aufgrund des ausgleichenden Gimbals nicht im geringsten - sehr zuverlässig werden auch starke Bewegungen unserer Hand ausgeglichen. Während der Stabilisierung können wir immer noch die Kamera mit dem Joystick bewegen, was stabilisierte Kamerafahrten ermöglicht. Ein Doppeltipp auf den Frontknopf bringt die Kamera immer in die Waagerechte.

Die Bildqualität der Zenmuse-X3-Kamera ist auf den ersten Blick sehr gut: Die Kamera hat einen 1/2,3 Zoll großen Exmor-R-Sensor von Sony mit einer Auflösung von 12,4 Megapixeln. Die Anfangsblende beträgt f/2.8, die Brennweite entspricht auf das Kleinbild umgerechnet 20 mm. Videos können in 4K-Auflösung aufgenommen werden, bei 24, 25 oder 30 fps. Wird die Auflösung reduziert, sind auch höhere Bildraten möglich: Bei 1080p kann die Kamera auch Zeitlupenaufnahmen mit bis zu 120 fps aufnehmen.

Der Osmo hat ein eingebautes Stereomikrofon, über einen 3,5-mm-Anschluss können auch externe Audiorekorder angeschlossen werden. Die Kamera selbst kann ausgetauscht werden, die Halterung soll auch ohne Kamera erhältlich sein. Wer bereits eine DJI-Drohne mit Zenmuse-Kamera besitzt, kann sich Osmo also auch ohne Optik kaufen und seine eigene Kamera verwenden. Auch ist es möglich, die mit Osmo gelieferte Kamera auszubauen und als Actionkamera ohne stabilisierende Halterung zu verwenden.

Fazit

Dass DJI die in seinen Coptern verwendete Stabilisierungstechnik als Stand-Alone-Lösung auf den Markt bringt, ist im Grunde folgerichtig. Wie bei den Multicoptern funktioniert die Stabilisierung des Osmo sehr gut, ruckelfreie Kamerafahrten mit sanften Schwenks sind auch ohne viel Übung sehr leicht möglich.

Dass auch Einsteiger schnell mit der Kamerahalterung umgehen können, liegt an der intuitiven Bedienung: Sowohl eine direkte Steuerung per Smartphone als auch genauere Bewegungen mit Hilfe des Joysticks sind möglich. Praktisch ist, dass Besitzer eines Copters mit Zenmuse-Kamera die Halterung auch ohne Kamera kaufen können.

Osmo kann ab sofort im Onlineshop von DJI vorbestellt werden, die Auslieferung soll ab dem 15. Oktober 2015 erfolgen. Zu diesem Zeitpunkt ist die Handheld-Kamera dann auch im Fachhandel erhältlich. Der Preis beträgt mit Kamera 750 Euro. Angekündigt hatte DJI das Projekt bereits Anfang 2015.  (tk)


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