Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/news/carly-fiorina-ex-hp-chefin-bruestet-sich-mit-nsa-unterstuetzung-1509-116567.html    Veröffentlicht: 29.09.2015 12:17    Kurz-URL: https://glm.io/116567

Carly Fiorina

Ex-HP-Chefin brüstet sich mit NSA-Unterstützung

Im US-Wahlkampf verteidigt die ehemalige HP-Chefin die Überwachungsprogramme der NSA. Auf Bitten des NSA-Chefs habe sie sogar mehrere Lkw mit Servern zur NSA umgeleitet.

Zahlreiche Lkw-Ladungen mit Servern hat die ehemalige HP-Chefin Carly Fiorina an die NSA umgeleitet. Das sagte die Bewerberin um die US-Präsidentschaftskandidatur der Republikaner in einem Interview. Sie verteidigte Überwachungsprogramme wie Stellar Wind und auch Foltermethoden wie das Waterboarding.

Der damalige NSA-Chef Michael Hayden habe sie wenige Wochen nach dem 11. September 2001 persönlich um Unterstützung gebeten. Für die neu eingeführten Überwachungsprogramme, wie etwa Stellar Wind, seien zahlreiche Server und anderes Equipment notwendig, habe der ehemalige Geheimdienstchef gesagt. Fiorina reagierte nach eigenen Angaben prompt: Sie leitete zahlreiche Lkw mit Servern zur NSA um. Die Geräte waren eigentlich für den Einzelhandel bestimmt, wurden dann aber von NSA-Sicherheitsbeamten nach Fort Meade gebracht, dem Hauptsitz des Geheimdienstes.

Es sei ihre Pflicht gewesen zu helfen, sagt Fiorina. "Sie [die NSA] bauten viele Programme auf und brauchten eine Menge Rechenkapazität zur Datenanalyse, um eine ganze Reihe von Gefahren zu analysieren."

Beraterin der Geheimdienste

Fiorina hat NSA und CIA nach eigenen Angaben über Jahre hinweg beraten. Sie habe immer wieder darauf gedrängt, dass die Geheimdienste transparenter über ihre Arbeit berichten sollen, damit die Öffentlichkeit besser verstehe, wie wichtig die Arbeit der Geheimdienste sei. Ihr seien keine Beispiele bekannt, in denen die NSA-Überwachung "zu weit gegangen" sei.

Fiorina, die derzeit als eine der aussichtsreichen Bewerberinnen für die Präsidentschaftskandidatur der Republikaner gilt, verteidigte außerdem Foltermethoden wie das Waterboarding - es habe geholfen, "die Nation sicher zu halten". "Ich glaube, dass die Beweise sehr klar sind - Waterboarding wurde nur in einigen wenigen Fällen eingesetzt und wurde von medizinischem Personal überwacht. Ich glaube auch, dass Waterboarding nur eingesetzt wurde, wenn es keine andere Möglichkeit gab, an die notwendigen Informationen zu kommen", sagte sie. Fiorina will sich offensichtlich als Hardlinerin im Wahlkampf positionieren.  (hg)


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