Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/news/e-tron-quattro-concept-audis-neues-elektroauto-ist-ein-quattro-1509-116370.html    Veröffentlicht: 17.09.2015 11:59    Kurz-URL: https://glm.io/116370

E-Tron Quattro Concept

Audis neues Elektroauto ist ein Quattro

500 Kilometer Reichweite, Akkus drahtlos in 30 Minuten laden: Audi legt bei seinem Elektroauto mit Vierradantrieb Wert auf Alltagstauglichkeit. Der Serienstart ist schon geplant.

Quattro wird elektrisch: Seit 1980 baut Audi Autos mit Vierradantrieb. Auf der Internationalen Automobilausstellung (IAA) in Frankfurt stellt das Automobilunternehmen aus Ingolstadt mit dem E-Tron Quattro Concept ein Auto mit elektrischem Vierradantrieb vor (Halle Agora).

Es ist ein Sport Utility Vehicle (SUV), das von drei Elektromotoren angetrieben wird. Sie haben zusammen eine Leistung von 320 Kilowatt (kW). Kurzzeitig steht auch eine Spitzenleistung von 370 kW zur Verfügung. Die Motoren beschleunigen das Auto in 4,6 Sekunden von 0 auf 100 km/h. Die Höchstgeschwindigkeit liegt bei 210 km/h.

Es gibt keine Transmission mehr zwischen Vorder- und Hinterachse

Zwei der Motoren treiben die Hinterräder, einer die Vorderräder. "Das heißt, wir haben den klassischen Antriebsstrang aufgelöst in zwei Bereiche", sagt Projekteiter Stefan Blümel im Gespräch mit Golem.de. "Wir haben keine direkte Transmission mehr zwischen Vorder- und Hinterachse, sondern wir haben einen E-Quattro."

Daraus wiederum ergäben sich neuen Möglichkeiten für die Gestaltung des Interieurs: Da es keine Kraftübertragung zwischen beiden Achsen mehr gibt, braucht das Auto keine Mittelkonsole. Dadurch hätten die Konstrukteure Platz gewonnen, der sich beispielsweise für Ablageflächen nutzen lasse.

Die Instrumentenanzeige ist ein OLED-Display

Auch die Instrumentenanzeige unterscheidet sich von der in einem herkömmlichen Auto. Statt der Rundinstrumente hat der E-Tron Quattro ein gekrümmtes Display aus organischen Leuchtdioden (Organic Light Emitting Diode, OLED) - es ist eine Weiterentwicklung des virtuellen Cockpits im Audi TT.

Einen Außenspiegel hat das Auto nicht. Auf jeder Seite fährt eine kleine Kamera aus der Karosserie, die nach hinten schaut. Das wirkt sich positiv auf die Aerodynamik aus, da durch das Fehlen der Außenspiegel die Fläche kleiner ist. Der Fahrer muss sich aber nicht umgewöhnen. Auch der Blick in die virtuellen Spiegel geht zur Seite: In den Türen, etwa auf der Höhe, wo heute die Spiegel sitzen, sind OLED-Displays angebracht, auf denen der Fahrer sieht, was neben und hinter ihm auf der Straße passiert.

Die Reichweite ist wichtig für die Alltagstauglichkeit

Die Reichweite des E-Tron Quattro liegt bei über 500 Kilometern. "Wir möchten elektrische Mobilität mit Alltagstauglichkeit verbinden. Deswegen sind die 500 Kilometer ein Wert, der unbedingt einzuhalten war", sagt der Projektleiter. Die Akkus, die im Boden untergebracht sind, haben eine Kapazität von 95 Kilowattstunden. Per Schnellladung mit 150 Kilowatt dauert es nur 30 Minuten, genug Strom für 400 Kilometer in die Akkus zu bekommen. Auch das sei wichtig für die Alltagstauglichkeit. Eine vollständige Ladung der Akkus dauert per Schnellladung eine knappe Stunde.

Das Auto kann mit Gleich- oder Wechselstrom per Kabel ebenso wie drahtlos geladen werden. Dazu hat Audi ein Ladesystem entwickelt, das den Strom per Induktion überträgt. Damit das Auto möglichst genau über der Ladeplatte positioniert wird, navigiert nicht der Fahrer, sondern das Auto selbst: Ein Assistenzsystem parkt das Auto zum Laden. Der Fahrer kann dabei sitzen bleiben, oder er steigt vorher aus und aktiviert die Fahrautomatik per Smartphone.

Das Elektro-SUV navigiert aber nicht nur automatisch über die Ladeplatte, sondern auch in eine Parklücke. Für dieses und andere Assistenzsystem ist das Auto auch mit verschiedenen Sensoren ausgestattet, darunter Radar, Ultraschall, eine Videokamera sowie ein Laserscanner.

Anders als Porsche, dessen Mission E nur ein Konzeptfahrzeug ist, plant Audi schon den Serienstart: 2018 soll der E-Tron Quattro Concept auf den Markt kommen.  (wp)


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