Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/news/adult-player-porno-app-erpresst-android-nutzer-mit-selfies-1509-116180.html    Veröffentlicht: 08.09.2015 09:43    Kurz-URL: https://glm.io/116180

Adult Player

Porno-App erpresst Android-Nutzer mit Selfies

Die Porno-App Adult Player schießt ein Selbstporträt des Nutzers, sperrt das Smartphone und fordert zur Zahlung von 500 US-Dollar auf. Nutzer können sich mit einfachen Mitteln schützen.

Die App "Adult Player" verspricht den kostenfreien Zugang zu Pornografie - doch in Wirklichkeit nutzt das Programm die Frontkamera des Smartphones, um ein ungebetenes Selbstporträt des Nutzers aufzunehmen. Außerdem sperrt das Programm den Bildschirm des Geräts und zeigt eine personalisierte Erpressungsbotschaft mit einer angeblichen FBI-Vorgangsnummer an. Die vorgebliche Strafe beträgt 500 US-Dollar und soll per Paypal bezahlt werden.

Das Problem lässt sich durch einen Neustart des Gerätes nicht beheben, wie die Firma Zscaler mitteilt, deren Sicherheitsforscher die Malware entdeckt haben. Nutzer können ihr Gerät jedoch im Recovery-Modus starten und die Ransomware dort entfernen.

Die App wird nicht über Googles hauseigenen Appstore Google Play vertrieben, sondern muss manuell vom Nutzer installiert werden. Sicherheitsexperten warnen regelmäßig vor der Installation von .apk-Dateien aus unvertrauten Quellen.

Bedrohungen durch Ransomware steigen rasant an

Ransomware ist im Security-Bereich seit langem bekannt. Vor allem Desktop-PCs waren davon betroffen, bekannte Varianten wie Cryptowall oder Cryptolocker sind bis heute im Umlauf. Nach Angaben von Intel Security und McAfee hat die Verbreitung von Ransomware auf Smartphones und Desktop-Rechnern seit 2014 um 127 Prozent zugenommen.

Bereits Anfang des Jahres wollten Kriminelle mit der App Porn Droid ebenfalls 500 US-Dollar pro Nutzer erpressen. Das Geschäft mit Ransomware ist lukrativ. Experten berichten von Teams, die innerhalb weniger Wochen rund 75.000 US-Dollar eingenommen hätten. Der Entwicklungsaufwand für eine solche App ist relativ gering. Wird die App dann noch vom Nutzer selbst installiert, müssen sich die Macher noch nicht einmal Gedanken über den Verbreitungsweg machen.  (hg)


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