Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/news/acer-revo-build-ausprobiert-ein-mini-pc-wie-ein-duplo-turm-1509-116123.html    Veröffentlicht: 04.09.2015 11:49    Kurz-URL: https://glm.io/116123

Acer Revo Build ausprobiert

Ein Mini-PC wie ein Duplo-Turm

Durch Stapeln kann das Acer Revo Build erweitert werden. Es ist nämlich ein modularer Mini-PC. Wir haben das Gerät ausprobiert und sehen es eher skeptisch.

Kleinkinder bauen oft mit den quadratischen Duplo-Steinen Türme - Stein für Stein setzen sie die einzelnen Blöcke aufeinander. Und genauso funktioniert auch Acers Revo Build, ein Mini-PC, der mit quadratischen Modulen Stück für Stück erweitert werden kann. Ganz ohne Schrauben und damit ohne Werkzeug können Einheiten hinzugefügt werden, sie werden nämlich über Magnete zusammengehalten. Wir haben den Stapel-PC ausprobiert.

Die Grundlage des Revo Build bildet ein NUC-ähnlicher Mini-PC, in dem neben Pentium- oder Celeron-Prozessor auf Braswell-Basis und bis zu 8 GByte Arbeitsspeicher auch ein 2,5-Zoll-Laufwerk verbaut ist. Ob es eine SSD oder eine Festplatte wird, steht aktuell noch nicht fest. Die Basiseinheit kann auch ohne irgendwelche Erweiterungen betrieben werden.

Diese werden einfach auf die Basiseinheit über magnetische Federkontakte angesteckt. Das kann eine portable Festplatte sein, die noch zusätzlich einen Micro-USB-Anschluss besitzt, um auch mit anderen Geräten verwendet werden zu können, ein sogenannter Voice-Block mit eingebauten Boxen und Mikrofon sowie einem Kopfhörerverstärker. Ein Modul für drahtloses Aufladen von Mobilgeräten gibt es ebenfalls, das auch als Powerbank genutzt werden kann. Um den PC im Akkubetrieb zu nutzen, ist sie nicht stark genug.

Die genannten Module können einfach im laufenden Betrieb abgenommen oder angesteckt werden, da sie über USB angebunden sind. Bei uns klappte das immer ohne Probleme.

Interessant ist die Grafikerweiterung: eine etwas größere Box, die an der Unterseite der Basiseinheit angesteckt wird. Anders als die anderen Module ist sie nämlich über PCIe angebunden; ob über die vollen 16 Lanes, konnte uns Acer nicht sagen. Auch ist das Modul nicht magnetisch angebunden, sondern wird mit Hilfe eines Schiebemechanismus fixiert. In dem Modul soll eine mobile AMD-GPU verbaut werden, welche, ist noch nicht bekannt. Auch konnte Acer auf der Messe noch kein funktionierendes Modul zeigen. Anders als die anderen Module benötigt die Grafikbox ein externes Netzteil.

Mit weiteren Modulen wird das Stapelkonzept sicherlich interessanter. Ein Projektormodul ist etwa geplant und noch weitere, etwas experimentellere Boxen, zu denen Acer noch nichts sagen wollte.

Noch nicht überzeugend

Ein richtiges Einsatzgebiet sehen wir für den Mini-PC aber noch nicht. Die Module schaffen nur bedingt einen Mehrwert zur Basiseinheit. Die bisherigen Module sind bis auf die Grafikbox einfache USB-Geräte, die einfach durch Drauflegen angeschlossen werden. Und auch die Grafikbox ist nicht sehr sinnvoll: Die integrierten Grafikchips reichen für den Mini-PC vollkommen aus, eine bessere Grafikkarte bringt durch die schwachen Prozessoren kaum etwas. Zum Spielen sind die Braswell-Intel-CPUs nur bedingt geeignet.

Attraktiv wäre tatsächlich ein PC, bei dem die einzelnen Komponenten wie Arbeitsspeicher, Prozessor und Grafikeinheit in jeweils einem Modul sind und einfach ausgetauscht werden können. Ein solches Konzept zeigte Razer bereits auf der CES 2014.

Der modulare PC soll in Europa ab Oktober 2015 zu Preisen ab 200 Euro verfügbar sein. Wie teuer die Module sein werden, sagte Acer nicht.  (sw)


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