Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/news/me-pro-im-hands-on-gigasets-einstieg-in-den-smartphone-markt-1509-116066.html    Veröffentlicht: 01.09.2015 18:29    Kurz-URL: https://glm.io/116066

Me Pro im Hands on

Gigasets Einstieg in den Smartphone-Markt

Mit Gigaset betritt ein weiterer Hersteller den hart umkämpften Smartphone-Markt. Gleich drei Smartphones sind geplant, das Topmodell des Trios macht einen ordentlichen Eindruck.

Der im Markt für Festnetztelefone etablierte Hersteller Gigaset hat seine ersten drei Android-Smartphones vorgestellt, die alle den Zusatz Me tragen. Je nach Ausführung gibt es noch Ergänzungen hinsichtlich der Ausstattung. Die Pure-Ausführung ist das Einstiegsgerät, das ohne Namenszusatz ist im Mittelklasse-Bereich anzusiedeln und das Topmodell trägt den Zusatz Pro.

Das Me Pro hat einen 5,5 Zoll großen Touchscreen mit einer Auflösung von 1.920 x 1.080 Pixeln. Auf der Gehäuserückseite gibt es eine 20-Megapixel-Kamera mit Autofokus, optischem Bildstabilisator und einer Blende von F2.2 sowie einem zweifarbigem LED-Licht. Auf der Displayseite ist eine 8-Megapixel-Kamera mit einer Blende von F2.0 untergebracht. Mit beiden Kameras sollten bei schlechtem Licht gute Bilder gelingen.

Als CPU kommt Qualcomms Snapdragon Octa-Core-Prozessor 810 zum Einsatz - zur Taktrate macht der Hersteller keine Angaben. Der Octa-Core-Prozessor besteht aus zweimal vier Kernen, die nach dem Big-Little-Prinzip arbeiten und sich die Arbeit teilen. Die vier stärkeren Kerne werden üblicherweise mit einer höheren Taktrate laufen als die kleineren.

Fingerabdrucksensor auf der Gehäuserückseite

Auf der Gehäuserückseite ist ein Fingerabdrucksensor integriert, um das Smartphone bequem entsperren zu können. Der Sensor arbeitete beim Ausprobieren zuverlässig und der Finger konnte auch quer auf den Sensor gehalten werden. Außerdem gibt es einen Infrarot-Sender, um entsprechende Unterhaltungselektronik darüber bedienen zu können, eine passende App ist vorinstalliert. Auch ein Pulsmesser ist im Smartphone enthalten. Das Smartphone ist mit 3 GByte Arbeitsspeicher und 32 GByte Flash-Speicher ordentlich ausgestattet.

Es gibt einen 4.000-mAh-Akku, damit das Smartphone einen Tag lang ohne Nachladen verwendet werden kann. Das Me Pro kommt auf ein Gewicht von 190 Gramm. Etwas leichter ist das kleinere Modell, das nur Me heißt, und 160 Gramm wiegt. Hier erhält der Kunde einen 5-Zoll-Touchscreen mit einer Auflösung von ebenfalls 1.920 x 1.080 Pixeln.

Als weiteren Unterschied gibt es einen weniger leistungsfähigeren 3.320-mAh-Akku und eine schwächere Kamera. Auf der Gehäuserückseite befindet sich eine 16-Megapixel-Kamera mit Autofokus, optischem Bildstabilisator, zweifarbigem LED-Licht und einer Blendenöffnung von F2.0. Auf der Displayseite gibt es die Kamera des Me Pro.

Gigaset startet im Herbst mit seinen Smartphones

Das Einstiegsmodell namens Me Pure hat das gleiche Display wie das darüber angesiedelte Modell. Das bedeutet, dass die kleineren Modelle aufgrund des kleineren Displays eine höhere Pixeldichte aufweisen. Während das Pro-Modell hier auf 403 ppi kommt, sind es bei den beiden anderen Modellen 443 ppi.

Auch das Me Pure hat auf der Displayseite die 8-Megapixel-Kamera der beiden anderen Modelle. Auf der Rückseite gibt es eine 13-Megapixel-Kamera mit Autofokus und einem nur noch einfarbigen LED-Licht. Abstriche müssen auch bei Prozessor und Speicher gemacht werden: Das Me Pure hat Qualcomms Octa-Core-Chip Snapdragon 615, 2 GByte Arbeitsspeicher und 16 GByte Flash-Speicher. Auch der verwendete Akku hat mit 3.000 mAh eine nochmals geringere Kapazität.

Das ist bei allen drei Smartphones gleich

Die übrige technische Ausstattung ist bei allen drei Modellen gleich: Sie unterstützen LTE und sind mit Dual-SIM-Technik versehen, es gibt zwei Nano-SIM-Kartensteckplätze. Zudem bieten die Smartphones Dual-Band-WLAN nach 802.11 a/b/g/n/ac, Bluetooth 4.1 und einen GPS-Empfänger, aber kein NFC. Sie haben einen Steckplatz für Micro-SD-Karten mit bis zu 128 GByte und einen USB-Typ-C-Anschluss.

Auf allen Smartphones läuft Android 5.1.1 alias Lollipop. Die Oberfläche wurde von Gigaset angepasst, sie reagiert zügig auf Eingaben und wirkt aufgeräumt. Eine App-Übersicht gibt es nicht, alle Apps werden direkt auf dem Startbildschirm abgelegt. Die Schnelleinstellungen haben deutlich mehr Einträge, als es üblicherweise im Basis-Android der Fall ist, und erfreulicherweise lässt sich die Ansicht der zuletzt aufgerufenen Apps mit einem Klick bereinigen.

Gigaset will alle drei Smartphones im Herbst 2015 auf den Markt bringen. Das Einstiegsmodell Me Pure kostet 350 Euro, das normale Me wird für 470 Euro verkauft und das Me Pro wird für 550 Euro angeboten.

Fazit

Mit der Me-Serie zeigt Gigaset solide Geräte mit einer angemessenen Ausstattung. Der gut arbeitende Fingerabdrucksensor und der Infrarotsender sind bisher nicht unbedingt eine Selbstverständlichkeit und finden sich angenehmerweise nicht nur im Topmodell, sondern auch in der etwas preisgünstigeren Ausführung. Das Gehäuse und die Verarbeitung der drei Smartphones machen einen hochwertigen Eindruck.

Beim Ausprobieren zeigte sich nach kurzer Zeit, dass es keine glückliche Wahl war, den Snapdragon 810 einzusetzen. Das Smartphone wurde recht warm, ohne dass es besonders intensiv verwendet wurde. Sehr angenehm ist, dass Gigaset seine Smartphones gleich mit Android 5.1 alias Lollipop auf den Markt bringt. Die Dual-SIM-Funkion könnte es für Gigaset allerdings schwer machen, sich im Markt zu behaupten, weil Netzbetreiber solche Geräte nur ungern ins Sortiment nehmen.  (ip)


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