Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/news/hypervisor-openbsd-bekommt-native-virtualisierung-1509-116056.html    Veröffentlicht: 01.09.2015 13:28    Kurz-URL: https://glm.io/116056

Hypervisor

OpenBSD bekommt native Virtualisierung

Das auf Sicherheit bedachte OpenBSD wird einen eigenen Hypervisor zur Virtualisierung von Gastsystemen erhalten. Aus technischen Gründen sei keine Portierung einer bestehenden Lösung möglich gewesen, weshalb der Code von Grund auf neu entstehe, sagt OpenBSD-Entwickler Mike Larkin.

Seit einigen Jahren schon arbeitet der OpenBSD-Hacker Mike Larkin "immer mal wieder" an einem Hypervisor für das auf Sicherheit ausgelegte Betriebssystem, wie er in der Ankündigung schreibt. Anfang des Jahres sei der Code so weit fortgeschritten gewesen, dass die OpenBSD-Stiftung begann, das Projekt finanziell zu fördern.

Inzwischen ermögliche es die Virtualisierung immerhin, einen Kernel zu starten und nach dem Wurzeldateisystem zu fragen. Viel mehr könne der Hypervisor derzeit noch nicht. Es sei aber bereits das Gerüst geschaffen worden, mit dem der Rest implementiert werden könne. Deshalb ruft Larkin nun auch zur Mitarbeit von Interessierten auf.

Eigenentwicklung statt Portierung

Statt einer vergleichsweise aufwändigen Eigenentwicklung hätte sich Larkin auch auf die Portierung einer für andere unixartige Betriebssysteme vorhandenen Lösung konzentrieren können. Dem hätten aber "verschiedene technische Gründe" entgegengestanden. Dazu zählt vor allem die Unterstützung von OpenBSD für alte Technik, die andere längst entfernt haben, wie etwa i386 oder nur noch selten genutzte Peripheriegeräte.

Bis jetzt können theoretisch sämtliche Systeme als Gast aufgesetzt werden, die mit Virtio-Geräten genutzt werden können. Künftig könnten auch die Funktionen von Qemu und der KVM nachgestellt werden, um Gastsysteme nutzen zu können, die zwingend ein BIOS oder UEFI benötigen.

Larkin plant, die grundlegenden Arbeiten mit entsprechender Hilfe bis Ende Oktober abschließen zu können. Der Hypervisor, der keinen sprechenden Namen trägt und schlicht als VMM (Virtual Machine Manager) bezeichnet wird, soll zudem Teil des Basissystems von OpenBSD werden - also integraler Bestandteil. Deshalb ist davon auszugehen, dass die Software bereits mit der kommenden Version 5.9 Anfang November dieses Jahres erscheinen wird.  (sg)


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