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Everybody's Gone to the Rapture im Test

Spaziergang am Rande der Apokalypse

Noch idyllischer als Everybody's Gone to the Rapture geht es fast nicht - aber auch nicht furchtbarer: Wir erkunden den Ort mutterseelenallein nach dem Ausbruch der Apokalypse. Das ist in dem PS4-Titel trotz des Fehlens von spielerischen Elementen richtig spannend.

Vom ersten Moment an wissen wir: In der abgeschiedenen englischen Grafschaft Shropshire muss etwas Entsetzliches geschehen sein. Die Straßen sind abgesperrt, Menschen nicht mehr zu sehen. Nur wenige Augenblicke später wird klar, dass dies irgendwie mit der Sternwarte auf einem kleinen Hügel zu tun haben muss. Alles Weitere müssen wir in Everybody's Gone to the Rapture selbst herausfinden.

Das tun wir, indem wir in relativ gemächlichem Tempo durch das sonnendurchflutete, eigentlich sehr idyllische Tal spazieren. An den Haustüren finden wir Anordnungen eines Amtes, das die Bewohner zum Verbleiben in Gebäuden auffordert. Auf der Straße liegen blutige Taschentücher. Und es gibt diese seltsamen Lichterscheinungen.

Die erzählen uns etwas mehr darüber, was in Shropshire vorgefallen ist. Etwa, indem sie mit schön gestalteten Partikeln die Figuren von Menschen nachbilden. Per Sprachausgabe erfahren wir nach und nach, was den Bewohnern des Dörfchens widerfahren ist. Ein wenig ist das wie die animierte Hightech-Version der Briefe oder Botschaften, die in vielen herkömmlichen Spielen Hintergründe zur Handlung erzählen.

Einige dieser Lichtsequenzen müssen wir auslösen, indem wir den Controller so ähnlich wie einen Radio-Einstellkopf bewegen - es wird eingeblendet, wie genau das zu tun ist. Das war es dann aber auch schon an Gameplay. Um es klar zu sagen: Im rund sechs bis acht Stunden langen Everybody's Gone to the Rapture gibt es keinerlei Kämpfe, interaktive Dialoge, Rätsel oder sonstige typische Aufgaben.

Die Möglichkeiten des Spielers beschränken sich vollständig darauf, durch die teils wunderschöne Landschaft zu spazieren, sich die animierten Sequenzen anzusehen und einige davon manuell auszulösen.

Daten und Fazit

Spannend ist das, weil wir nach und nach immer mehr über die Menschen lernen (wohlgemerkt: nur als Lichteffekt), ihre Beziehungen untereinander verstehen und vor allem etwas über die Vorgänge erfahren, derentwegen das Tal nun wie ausgestorben wirkt.

Everybody's Gone to the Rapture basiert auf der Cryengine und ist derzeit nur als Download für die Playstation 4 erhältlich. Der Preis im Playstation Store liegt bei rund 20 Euro.

Die USK hat für das vom britischen Entwicklerstudio The Chinese Room produzierte Abenteuer eine Freigabe ab 12 Jahren erteilt.

Fazit

Wäre Everybody's Gone to the Rapture mit Rätseln oder Kämpfen besser? Das ist nicht so einfach zu sagen. Einerseits haben wir uns beim Spaziergang durch Shropshire gar nicht so selten gelangweilt - wir verbringen viel zu viel Zeit damit, nur zu gehen und zu beobachten. Andererseits ist uns das Abenteuer in dieser Form lieber, als wenn wir zusätzlich ein paar Schalter- oder Schiebepuzzles hätten lösen müssen.

Letztlich macht der Ausflug ins beschauliche Tal genug Spaß, um ihn weiterempfehlen zu können. Die Handlung ist spannend, das Ende trotz einiger offener Fragen gelungen, und die Landschaft sieht einfach immer wieder umwerfend gut aus. Wer von Rapture nicht mehr als ein kleines, feines Indie-Experiment erwartet, kommt auf seine Kosten und wird die damit verbrachten Stunden vermutlich länger im Gedächtnis behalten als bei manch anderem Spiel.  (ps)


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