Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/news/master-of-orion-stellare-strategie-fuer-den-chef-1508-115692.html    Veröffentlicht: 11.08.2015 12:43    Kurz-URL: https://glm.io/115692

Master of Orion

Stellare Strategie für den Chef

Geld spielt in mehrfacher Hinsicht keine Rolle beim nächsten Master of Orion - sagt jedenfalls Publisher Wargaming (World of Tanks), der in Köln eine frühe Version des Strategiespiels vorgestellt hat.

Ganz ehrlich: So genau wissen auch wir bei Golem.de nicht, was an der schönen Geschichte dran ist, die zu der Neuauflage von Master of Orion geführt haben soll: Laut dem weißrussischen Entwicklerstudio Wargaming ist der Unternehmenschef Victor Kislyi seit Jahren ein leidenschaftlicher Fan von Master of Orion. Ende 2013 hat er die Lizenz von Atari übernommen - aber wegen Kapazitätsengpässen erst mal nichts weiter unternommen.

Etwas später soll sich das argentinische Entwicklerteam NGD Studio gemeldet haben: Ob sie vielleicht etwas mit der Serie machen dürften? Nach einigen Diskussionen hat NGD tatsächlich das Okay dafür bekommen, eine möglichst originalgetreue Neuauflage zu produzieren. Zwischenzeitlich hat Wargaming dem Studio eine Übernahme angeboten, aber die Argentinier wollten lieber selbständig bleiben - sie verdienen ihr Geld normalerweise mit Auftragsarbeiten und sind damit wohl ganz zufrieden.

Jetzt programmieren sie also Master of Orion - und können dabei auf fünf Entwickler des Originals als Berater zurückgreifen, die in der Niederlassung von Wargaming in Texas am Reboot von Total Annihilation arbeiten. Einen Termin gibt es noch nicht, weil das Studio in Ruhe an dem Strategiespiel arbeiten können soll.

Early Access auf Steam geplant

Derzeit ist nur eine PC-Fassung geplant. Andere Plattformen sind laut Wargaming kein Thema - dabei dürfte sich das rundenbasierte Spiel prächtig auch für Tablets eignen. Und: Master of Orion erscheint als Vollpreisspiel, ohne Free-to-Play-Elemente und vor allem ohne Itemshop - der Chef will es so. Vor der finalen Veröffentlichung soll es eine Early-Access-Phase auf Steam geben.

Das Spiel selbst war auf der Gamescom 2015 in einer sehr frühen Version zu sehen. Das grundlegende Spielprinzip soll erhalten bleiben, allerdings in neuer Grafik: Spieler erobern ein prozedural generiertes All, indem sie mit ihren Raumschiffen zu Sonnensystemen vorstoßen, per Mausklick Planeten in Besitz nehmen und Forschungs- sowie Produktionsstätten bauen.

Wer eine Variante des Alls aus spielerischer Sicht besonders spannend fand, soll einen Code generieren können und damit ein ähnliches Universum - nicht genau das gleiche - in vergleichbarer Größe und Ressourcenausstattung aufrufen können. Die Nummer soll der Spieler selbst beliebig oft verwenden oder an Freunde weiterreichen können.

Keine Entweder-oder-Forschung

Größter Unterschied zum Original neben der Grafik: Die Neuauflage soll den Spieler beim Forschen nicht vor Ausschlussentscheidungen stellen. Wer also die eine Technologie haben möchte, kann die andere später immer noch im Technologiebaum erforschen. Insgesamt soll es über 200 Technologien in 70 Gruppen geben, etwa Biotechnologie oder Fusionsreaktoren.

Die zehn Völker stammen allesamt aus dem Original, so dass Spieler erneut auf die verschlagenen Katzenwesen Mrrshan, die Gestaltwandler Darlok und die Klischee-Aliens Psilon treffen werden. Auch bei den Siegbedingungen setzen die Entwickler auf Bewährtes: Es gilt, alle anderen Fraktionen zu vertreiben oder die besten Handelsbeziehungen mit der größten Flotte zu haben oder die beste Technik oder das am dichtesten gesponnene diplomatische Netz.

Wahlweise gewinnt aber auch schlicht der Spieler mit den meisten Punkten nach einer festgelegten Menge an Runden. Laut Wargaming soll es Multiplayermodi geben, die Entscheidungen dazu seien aber noch nicht abgeschlossen - wir rechnen unter anderem relativ fest mit Play-by-Mail.  (ps)


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