Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/news/homefront-guerillakrieg-in-philadelphia-1508-115675.html    Veröffentlicht: 10.08.2015 16:21    Kurz-URL: https://glm.io/115675

Homefront angespielt

Guerillakrieg in Philadelphia

Zuschlagen - und dann nichts wie weg, bevor die nordkoreanische Armee eintrifft: Das ist die grundlegende Taktik im nächsten Homefront. In den Außenbezirken der Sandbox-Stadt Philadelphia konnte Golem.de ausprobieren, ob das Spaß macht.

Wir kauern auf einem Dach neben Ölfässern und warten. Endlich ist es so weit: Ein schwer gepanzertes Fahrzeug der nordkoreanischen Armee biegt um die Ecke, und wir legen in Homefront - The Revolution einen Schalter um. Die Fässer rollen nach unten, dann eine Explosion. Und Schreie: von unseren Verbündeten, die uns per Funk über unseren erfolgreichen Anschlag zujubeln - und von den feindlichen Besatzern, die verzweifelt Verstärkung anfordern.

Die trifft rasch ein, aber ihre Soldaten haben keine Chance. Erst mit der Maschinenpistole, dann mit der Schrotflinte schalten wir Flugdrohnen und dick gepanzerte Gegner aus. Dabei müssen wir immer in der Nähe des Anschlags bleiben - sobald wir uns zu weit entfernen, blendet das Programm einen Zähler ein und sagt uns, dass wir innerhalb der nächsten paar Sekunden umdrehen müssen.

Anders als der lineare Vorgänger (Test Homefront) setzt The Revolution auf eine offene Spielewelt, nämlich die Stadt Philadelphia. Es gibt noch weitere Unterschiede: Das nächste Homefront spielt nicht mehr so deutlich mit dem "Was wäre, wenn Nordkorea in die USA einmarschiert"-Szenario, sondern ist nach Angaben der Entwickler klarer als Teil einer alternativen Historie erkennbar, die etwa ab den 50er Jahren einsetzt.

Zumindest bei der auf der Gamescom 2015 vorgestellten Version haben die Entwickler des britischen Studios Deep Silver Dambuster aber noch mehr geändert. So gab es etwa keine Hinterhöfe mit aufgespannten Rebellen-Wäscheleinen und ähnliche spielerisch nicht relevante, aber stark zur Atmosphäre beitragende Elemente. Bei unserem Anspieltermin waren wir in einem grauen, etwas generisch wirkenden Außensektor der Stadt unterwegs.

Stützpunkte stürzen

Laut den Entwicklern soll es aber weitere Gebiete geben. Etwa eine Militärzone im Stadtzentrum und Wohngebiete in den mittleren Bereichen - davon waren aber nur Standgrafiken zu sehen, die immerhin optische Vielfalt andeuteten.

Um Philadelphia zu befreien, müssen wir Strike Points in der ganzen Stadt erobern. Wenn der Spieler einen Stützpunkt unter seine Kontrolle gebracht hat, bedeutet das übrigens nicht, dass sich die Nordkoreaner dort gar nicht mehr sehen lassen - sondern lediglich, dass sie ihre Präsenz deutlich zurückschrauben.

Beim Anspielen müssen wir nach unserem Anschlag auf Anordnung einer Rebellenchefin mit einem Motorrad zu einem vorgegebenen Ziel sausen - was dank guter Steuerung und vieler Schanzen über Wellblechdächer eine spaßige Sache ist. Am Einsatzort müssen wir noch ein Gerät der Nordkoreaner hacken, dann gehört der Stützpunkt uns.

Ein wesentliches Element von Homefront ist, dass wir Waffen und sonstige Ausrüstung selbst herstellen und modifizieren können. Rohstoffe erhalten wir etwa von zerdepperten Drohnen, so dass wir dann selbst Geräte, etwa fernsteuerbare Autos, basteln können - mit denen wir Bomben unter schwere Fahrzeuge der Feinde bringen und dort zünden. Das ist übrigens grafisch nett gemacht, weil die Vehikel tatsächlich über ausgearbeitete Unterböden mit Achsen und ähnlichen Details verfügen.

Ansonsten macht die Grafik - die immerhin auf der aktuellen Version der Cryengine basiert - noch keinen überzeugenden Eindruck. Weder haben wir überzeugende Licht- oder Physikeffekte gesehen, noch schöne Animationen oder Gesichter. Ob sich in dieser Hinsicht noch viel tut, ist derzeit nicht absehbar. Homefront - The Revolution soll im Frühjahr 2016 für Windows-PC, Xbox One und Playstation 4 auf den Markt kommen.  (ps)


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